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Änderungen 2019

Steuernachrichten für 2019

Auch wenn der große Wurf einer Steuerreform wieder in weite Ferne gerückt ist, gibt es dennoch eine ganze Reihe von Änderungen, auf die wir uns einstellen müssen.

→ Geplante Änderungen 2019, Stand 01.09.2018

  • Firmenwagen / Elektro-Kfz / E-Mobile

Für eine Übergangszeit von drei Jahren (2019 bis 2021) wird der private Nutzungsvorteil aus der Nutzung von Elektro-Kfz / E-Mobilen durch Arbeitnehmer halbiert, d. h. auf 50 % des grundsätzlichen Vorteils begrenzt. Unter die Regelung fallen auch Kfz, deren Antrieb aus einer Kombination aus Elektromotor und Verbrennungsmotor besteht, solange die Batterien auch extern aufgeladen werden können.

Für vor 2019 und nach 2022 angeschaffte oder geleaste E-Mobile gilt der bisherige Nachteilsausgleich unverändert weiter, d. h. der Bruttolistenpreis ist um den darin enthaltenen Preisanteil für die Batteriepakete zu kürzen.

Je nachdem, für welche Berechnungs-Methode sich der Steuerzahler entschieden hat,  wird unterschiedlich gerechnet:

Pauschal-Methode

Bei Anwendung der Pauschal-Methode (Prozent-Regelung) wird der Nutzungsvorteil auf der Basis von 50 % des Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung berechnet.

Beispiel 1: Anschaffung 2019

Bruttolistenpreis des E-Mobils 40.000 €, davon 50 % = 20.000 €. Privater Nutzungsvorteil 1 % von 20.000 € = 200 € + Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung - 1. Tätigkeitsstätte 0.03 % x 20.000 € x 15 km = 90 €. Monatlicher Vorteil insgesamt 290 €.

Beispiel 2: Anschaffung 2018

Bruttolistenpreis 40.000 € - pauschaler Abschlag 250 € x 13.6 kwH 3.400 € = korrigierter Listenpreis 36.600 €. Privater Nutzungsvorteil 1 % von 36.600 € = 366 € + Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung - 1. Tätigkeitsstätte 0.03 % x 36.600 € x 15 km = 164 €. Monatlicher Vorteil insgesamt 530 €.

Fahrtenbuch-Methode

Bei der Berechnung der Fahrzeugkosten wird die Abschreibung auf der Basis von 50 % der Anschaffungskosten berechnet. Leasingkosten werden halbiert angesetzt. Die übrigen laufenden Kosten für Treibstoff, Steuern, Versicherung, Wartung und Reparaturen werden zu 100 % angesetzt.

Beispiel: Anschaffung 2019

Lt. Fahrtenbuch wird das Fahrzeug zu 40 % privat genutzt. Die laufenden Kosten betragen 3.500 € + Leasingraten (50 % von 3.600 € =) 1.800 €. Gesamtkosten 5.300 €, davon 40 % = Nutzungsvorteil 2.120 €.

  • Förderung des Mietwohnungsneubaus

Mit dem am 29.08.2018 vorgelegten Gesetzesentwurfs sollen steuerliche Anreize für den Mietwohnungsneubau im bezahlbaren Mietsegment geschaffen werden. Die Anreize bestehen nach § 7b EStG in einer erhöhten Abschreibung von 5 % jährlich über 4 Jahre, also in Höhe von 20 %. Die normale Abschreibung beträgt dagegen nur 2 %.

Zeitlicher Anwendungsbereich

Bauantrag oder Bauanzeige nach dem 31.12.2018 und vor dem 01.01.2022

  • Eigenheimförderung durch Baukindergeld

Für Familien mit Kindern, die ein selbst genutztes Eigenheim oder eine Eigentumswohnung bauen oder kaufen, soll 10 Jahre lang pro Kind ein Baukindergeld in Höhe von 1.200 € gezahlt werden.

Je Kind können die Eltern also über gesamten Förderungszeitraum 12.000 € Baukindergeld erhalten. Begünstigt sind sowohl Neubauten als auch der Erwerb von Bestandsimmobilien.

Im Falle eines Neubaus muss der Bauantrag nach dem 31.12.2017 und vor dem 01.01.2021 gestellt werden. Bei Erwerb einer Bestandsimmobilie muss der not. Kaufvertrag in diesem Zeitraum abgeschlossen werden. Damit ist der Zeitraum für den Erwerb einer begünstigten Immobilie durch Baukindergeld auf drei Jahre begrenzt.

  • Weitere Entschließungsanträge, die dem Bundesrat vorliegen

1. Übungsleiterpauschale von 2.400 € auf 3.000 € (§ 3 Nr. 26 EStG)

2. Ehrenamtspauschale von 720 € auf 840 € (§ 3 Nr. 27 EStG)

3. Höchstbetrag für Kinderbetreuungskosten von 4.000 € auf 6.000 € (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG)

4. Ausbildungsfreibetrag von 924 € auf 1.200 € (§ 33b Abs. 2 EStG)

5. Arbeitgeberleistungen für die Gesundheit der Arbeitnehmer von 500 € auf 1.200 € (§ 3 Nr. 34 EStG)

6. Pflegepauschbetrag von 924 € auf 1.200 € (§ 33a Abs. 6 EStG)

7. Pauschbeträge für behinderte Menschen um jeweils 30 % (§ 33b Abs. 3 EStG)

8. Rabattfreibetrag von 1.080 € auf 1.200 € (§ 10 Abs. 3 EStG)

9. Geringwertige Wirtschaftsgüter / Arbeitsmittel von 800 € netto auf 1.000 € netto (§ 6 Abs. 2 EStG)

10. Familienentlastung

Anhebung von Kindergeld ab 01.07.2019 um jeweils 10 € pro Monat auf 204 € (erstes und zweites Kind), 210 € (drittes Kind), 235 € für jedes weitere Kind

Anhebung von Kinderfreibeträgen von bisher 7.428 € auf 7.620 € (für 2019) und 7.812 € (für 2020)

Kinderfreibeträge / Kindergeld

2019

2020

Kinder- + Betreuungsfreibetrag

7.620 €

7.812 €

Kindergeld: 1. bis 2. Kind

 204 €

 204 €

                   3. Kind 

 210 €

 210 €

                   Ab 4. Kind

 235 €

 235 €

 

11. Tarif Anhebung des Grundfreibetrages von 9.000 € auf 9.168 € (für 2019) und auf 9.408 (für 2020)