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Tipp 40 Steuertarif / Steuerprogression / Wie Steuern sparen?

Allgemeine Steuertipps

⇒   Der Einkommensteuertarif

Der Einkommensteuertarif ist in § 32a EStG geregelt. Zum Tarif gehören der Grundfreibetrag, mit dem das Existenzminimum steuerfrei gestellt wird und die Formel zur Berechnung des Grundtarifs.

Ausgangspunkt der tariflichen Einkommensteuer ist das zu versteuernde Einkommen. § 32a Abs. 5 EStG enthält die Vorschriften zum Splittingverfahren bei zusammenveranlagten Ehepartnern (§ 26b EStG)  sowie in Abs. 6 die Sonderfälle zur Anwendung des Splittingverfahrens bei Auflösung der Ehe durch Tod, Scheidung usw. und bei anschließender Wiederverheiratung.

Der Grundfreibetrag wird regelmäßig der Einkommensentwicklung angepasst. Zum Abbau der sog. kalten Progression findet eine Rechtsverschiebung aller übrigen Tarif-Eckwerte um die Inflationsratestatt, für 2017 um 0,73 % und für 2018 um 1,65 %.

Tarifübersicht

  2017 2018
Grundfreibetrag 8.820 € 9.000 €
Eingangssteuersatz 14 % 8.821 € bis 13.769 € 9.001 bis 13.996 €
Progressionszone 14 bis 42 % 13.770 € bis 54.057 € 13.997 bis 54.949 €
Spitzensteuersatz 42 % 54.058 € bis 256.303 € 54.950 bis 260.532 €
Reichensteuer 45 % ab 256.304 € 256.533 €

Grundfreibeträge

Beim Splittingtarif verdoppeln sich die Grundfreiträge. Die Grundfreibeträge werden für 2019 auf 9.168 € und für 2020 auf 9.408 € angepasst.

Tarifkurve                   

⇒   Die Steuerprogression

Der Steuerprogression können Sie nur entgehen, wenn Sie ein geringes Einkommen haben. Ihr Einkommen können Sie verringern, indem Sie z. B. auf die Erzielung von Einkünften verzichten, Einkünfte in das kommende Jahr verlagern oder Ihren Kindern Vermögen übertragen, aus denen Einkünfte fließen. Dazu unten ein Beispiel.

Wie heftig der Fiskus den Steuerzahlern mit der Steuerprogression in die Tasche langt, mag folgendes verdeutlichen:

Die Einkommensteuer wird nach dem verfassungsrechtlichen Prinzip der Leistungsfähigkeit erhoben, abgeleitet aus Art. 3 Grundgesetz. Das bedeutet, wer mehr verdient, muss auch einen größeren Teil seines Einkommens als Steuer abgeben. Dies kommt im progressiven Teil des Einkommensteuertarifs zum Ausdruck.

Der Einkommensteuertarif hat vier Zonen. Steuerfrei sind zunächst Einkommen bis zum Grundfreibetrag von 9.000 / 18.000 € (Werte für 2018 / Alleinstehende / Ehepartner).

Die Einkommen oberhalb des Grundfreibetrages werden sodann versteuert. Mit wachsendem Einkommen steigt der Steuersatz progressiv bis 42 % an.

⇒ Auswirkung der Steuerprogression

Wie sich die Steuerprogression auf die Einkommensteuer auswirkt, können Sie schnell anhand eines Steuerrechners feststellen, z. B. mit www.bmf-steuerrechner.de.

Beispiel:

Die Steuer nach der Grundtabelle (für Alleinstehende) beträgt:

Zu versteuerndes Einkommen 2018 20.000 € 40.000 €
Einkommensteuer 2.467 € 8.670 €
Durchschnittsbelastung 12.34 % 21.68 %
Grenzbelastung 26.61 % 35.41 %

Dies bedeutet:

Ein Alleinstehender zahlt bei einem Einkommen von 20.000 € = 2.467 € Steuern, im Schnitt 12.34 %.

Bei einem doppelt so hohem Einkommen, also bei 40.000 €, zahlt er bereits 8.670 €. Der Steuersatz beträgt damit schon im Schnitt 21.68 %.

Die progressive Besteuerung wird aber erst deutlich, wenn man die Steuerbelastung der letzten 20.000 € betrachtet. Dafür bittet der Fiskus mit 6.203 € zur Kasse. Das ist mehr als doppelt so viel wie für die ersten 20.000 € und entspricht einem Steuersatz im Schnitt von 31.01 %.

⇒   Das Prinzip des Steuersparens

Sie können Steuern sparen, indem Sie Einnahmen oder Ausgaben in andere Kalenderjahre verlagern. Oder bewusst im laufenden Jahr Ihre Einnahmen senken oder Ihre Ausgaben erhöhen oder Steuerfreibeträge erlangen.

Beispiel:

Sie haben durch eine zusätzliche Ausgabe von 4.000 € Ihr zu versteuerndes Einkommen in Höhe von 32.000 € auf 28.000 € vermindert. Ihre Steuerersparnis nach der Grundtabelle beträgt (5.799 € bei 32.000 € minus 4.736 € bei 28.000 € =) 1.063 €.

Quelle: § 32a EStG