Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Tipp 03.1 Verspätungszuschlag ein Papiertiger

Allgemeine Steuertipps

Im Zusammenhang mit der Abgabe einer Einkommensteuererklärung brauchen Sie einen Verspätungszuschlag nicht zu befürchten. Denn zu dessen Festsetzung bedarf es eines formellen Verfahrens, das sehr langwierig sein kann und deshalb vom Finanzamt nur sehr selten angewendet wird.   

So ordnet der Finanzminister des Landes Baden-Württemberg in seiner AO-Kartei an:

Bei verspäteter Abgabe der Steuererklärung soll ein Verspätungszuschlag  regelmäßig nur festgesetzt werden, wenn zuvor die Festsetzung eines Zwangsgelds oder die Schätzung der Besteuerungsgrundlagen angedroht oder die Steuererklärung erst nach dem 28. Februar des zweiten Folgejahres oder die Steuererklärung nicht innerhalb der durch Vorabanforderung ­gesetzten Frist abgegeben wurde (§ 152 Abs. 2 AO i. V. mit AO-Kartei Baden-Württemberg zu § 152 Kartei 1 Nr. 3). Gegen jede der Maßnahmen können Sie noch kostenlos Beschwerde einlegen, über die das Finanzamt entscheiden muss, bevor der Verspätungszuschlag fällig wird.

Sie können sich also für die Pflichtabgabe mindestens 14 Monate Zeit (bis zum 28.02. des zweiten Folgejahres) lassen, wenn das Finanzamt keine der beschriebenen Maßnahmen gegen Sie vorgenommen hat.

Quelle: § 152 AO