Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Tipp 04.1 Steuersätze

Die tarifliche Einkommensteuer bemisst sich nach dem zu versteuernden Einkommen, auf das der Steuertarif angewendet wird. Unterschieden wird zwischen dem Grundtarif und dem Splittingtarif.

⇒   Die verschiedenen Steuersätze

Innerhalb des Tarifs sind unterschiedliche Steuersätze möglich:

- Eingangssteuersatz

Der Eingangssteuersatz ist der Anteil, den man vom ersten zu versteuernden Euro oberhalb des Grundfreibetrages als Steuer abführen muss. Es handelt sich also um den niedrigsten Steuersatz.

- Durchschnittssteuersatz

Der Durchschnittssteuersatz sagt aus, wie viel Prozent des gesamten zu versteuernden Einkommens zu bezahlen sind. Er gilt also ist für die Beurteilung einer Mehr- oder Minderbelastung des gesamten Einkommens.

- Grenzsteuersatz

Der Grenzsteuersatz dient der Beurteilung der Belastung des zusätzlichen Einkommens.

- Spitzensteuersatz

Beim Spitzensteuersatz handelt es sich um den höchsten Grenzsteuersatz. Dieser bleibt in der Regel für höhere Einkommen konstant.

Abgabenrechner hilft

Haben Sie keine Einkommensteuertabelle zur Hand, können Sie die Höhe der Einkommensteuer schnell und zuverlässig feststellen, indem Sie einen Abgabenrechner aufrufen und das zu versteuernde Einkommen dort eingeben (www.abgabenrechner.de).

⇒   Aufbau des Einkommensteuertarifs

Der Tarif enthält mehrere Zonen.

Zone Grundfreibetrag

Steuerfrei sind zunächst das zu versteuernde Einkommen bis zum Grundfreibetrag von 9.000 / 18.000 € (Alleinstehende / Ehepartner / Wert für 2018). Durch den Grundfreibetrag soll das notwendige Existenzminimum von der Steuer freigestellt werden. Es folgt der Progressionsbereich.  

Progressionszone

Progression bedeutet hier: Mit wachsendem Einkommen steigt der Durchschnittssteuersatz. Die Progression beginnt mit einem Eingangssteuersatz von 14 %. Sodann steigt der Tarif bis zu dem Grenzsteuersatz von 42 % progressiv an.

Ab einem bestimmten Einkommen beträgt der Grenzsteuersatz 45 %. Der Aufschlag von 3 % wird als Reichensteuer bezeichnet.

Tarifentwicklung in der Grundtabelle

Durch Gesetz v. 20.12.2016 sind die Grundfreibeträge für 2017 und 2018  erhöht worden. Zum weiteren Abbau der sog. kalten Progression ist eine weitere Rechtsverschiebung aller übrigen Tarif-Eckwerte für 2017 um 0,73 % und für 2018 um 1,65 % erfolgt.

  2017 2018
Grundfreibetrag 8.820 € 9.000 €
Eingangssteuersatz 14 % 8.821 € bis 13.769 € 9.001 bis 13.996 €
Progressionszone 14 bis 42 % 13.770 € bis 54.057 € 13.997 bis 54.949 €
Spitzensteuersatz 42 % 54.058 € bis 256.303 € 54.950 bis 260.532 €
Reichensteuer 45 % ab 256.304 € 256.533 €

Beim Splittingtarif verdoppeln sich die Beträge. 

Kalte Steuerprogression

Die kalte Steuerprogression entwickelt sich im Zusammenspiel von Inflation und den mit den Lohnerhöhungen wachsenden Steuersätzen.

Lohnerhöhungen gleichen oft nur den Preisanstieg aus. Der Arbeitnehmer hat zwar mehr Geld auf dem Konto, kann sich aber wegen Inflation nicht mehr leisten. Die dadurch bedingte höhere Einkommensteuer / Lohnsteuer führt dann zum Kaufkraftverlust. Weil dieser Effekt nicht sofort sichtbar wird, sondern sich erst nach und nach aufbaut, spricht man von einer kalten / heimlichen Steuererhöhung.

Der Effekt der kalten Progression ändert sich von Jahr zu Jahr. Fallen die Lohnabschlüsse vergleichsweise hoch aus, während die Inflation niedrig ist, ist keine kalte Steuerprogression zu verzeichnen, im umgekehrten Fall schlägt die kalte Progression zu. Im Prinzip interessiert den Fiskus die Inflation nicht. Er beruft sich auf das so genannte Nominalwertprinzip (Euro ist gleich Euro). Danach darf die Inflation bei der Berechnung der Steuer nicht berücksichtigt werden (BFH-Urteil vom 27.7.1967 - IV 300/64).

Zum Ausgleich der kalten Steuerprogression erfolgt regelmäßig eine Rechtsentwicklung des Tarifs in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes.   Quelle: §§ 2, 25 bis 26b, 32a EStG