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Tipp 16 Kosten der Repräsentation / Drittaufwand

Allgemeine Steuertipps

Kosten der Repräsentation sind durch die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen veranlasst (§ 12 Nr. 1 Satz 2 EStG).  Diese Kosten sind nicht absetzbar und dürfen auch nicht in privat und beruflich veranlasste Kosten aufgeteilt werden.

⇒   Kosten der Repräsentation

Kosten der Repräsentation sind Aufwendungen für die Lebensführung, die zwar der Förderung des Berufs dienen können, die aber nach dem Willen des Steuergesetzgebers nicht absetzbar sind. Hierbei handelt es sich um Aufwendungen, die mit dem persönlichen Ansehen des Steuerpflichtigen in Zusammenhang stehen, d.h. der Pflege der sozialen Verpflichtungen dienen (sog. Repräsentationsaufwendungen).

Unter Repräsentation fällt jedwede aufwendige Lebenshaltung, die aus Sicht des Steuerzahlers geeignet ist, um seine berufliche Reputation zu stützen. Das sind insbesondere Aufwendungen für luxuriöse Kraftfahrzeuge / Reisemobile, Aufwendungen bei Einkehr in teuren Gaststätten, Übernachtung in teuren Hotels oder das Tragen von aufwändiger Kleidung.

Luxuriöse Kraftfahrzeuge

Fahrzeugkosten sind nicht als beruflich veranlasst und somit nicht absetzbar, soweit sie nach allgemeiner Verkehrsauffassung als unangemessen anzusehen sind (§ 4 Abs. 5 Nr. 7 EStG).

Beispiel:

Der Steuerzahler ist Liebhaber teurer Kraftfahrzeuge.

Beim Erwerb und Halten solcher Fahrzeuge, deren Kostenlast in einem unausgewogenen Verhältnis zum Umfang der tatsächlichen betrieblichen Nutzung steht, ist bei typisierender Betrachtung regelmäßig davon auszugehen, dass die Anschaffung privat veranlasst war. So hat das FG Nürnberg den betrieblichen Ferrari eines Tierarztes mangels Bezug zur freiberuflichen Tätigkeit dem notwendigen Privatvermögen zugeordnet und die "nur" aufgrund des ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuchs ermittelten angemessenen  Betriebskosten anerkannt. Die Fahrzeugkosten pro beruflich gefahrenen km wurden nur in Höhe von 1 Euro anerkannt  (FG Nürnberg Urteil vom 27.01.2012 - 7 K 966/2009).

Für "Oldtimer" gilt:  Das FG Baden-Württemberg vertrat die Auffassung, es handle sich bei Oldtimern um reine Lebensführungskosten und nicht um beruflich veranlasste Kosten (FG Baden-Württemberg Urteil vom 28.02.2011 - 6 K 2473/09).

Quelle: § 12 Abs. 2 EStG

⇒   Drittaufwand

Aufwendungen für Arbeitsmittel, die ein Dritter für den Steuerzahler geleistet hat, können nicht als Werbungskosten abgezogen werden (BFH Beschluss vom 23.08.1999 - GrS 2/97). Absetzbar sind jedoch Aufwendungen aus Geldmitteln, die dem Steuerzahler von einem Dritten (z. B. einem nahen Angehörigen) geschenkt worden sind. Dasselbe gilt entsprechend, wenn ein naher Angehöriger für den Steuerzahler ein Arbeitsmittel erwirbt und selbst die Rechnung begleicht. Man spricht hier vom sog. abgekürzten Vertragsweg. Der Vertragsweg ist abgekürzt, weil keine Geldschenkung vorangegangen ist (H 4.7 EStH).