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Tipp 01 Abgabefrist für die Steuererklärung: 14 Monate

Allgemeine Steuertipps

⇒   Abgabe einer Steuererklärung

Sie können in bestimmten Fällen zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sein (§ 56 EStDV). Wenn Sie nicht zur Abgabe verpflichtet sind, können Sie durch freiwillige Abgabe einer Steuererklärung eine Veranlagung zur Einkommensteuer beantragen (§ 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG). Für Pflichtabgabe haben Sie 14 Monate Zeit (§ 149 Abs. 2 AO), für die freiwillige Abgabe 48 Monate (§ 169 AO).

Zur Abgabe einer Steuererklärung ist auch verpflichtet, wer hierzu von der Finanzbehörde aufgefordert wird (§ 149 Abs. 1 AO).

Abgabefristen 2017

Wenn Sie zur Abgabe verpflichtet sind:  Bis 31. Mai 2018
Wenn sie nicht zur Abgabe verpflichtet sind: Bis 31. Dez. 2021
Wenn Sie die Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage beantragen: Bis 31. Dez. 2021
Wenn Sie beantragen, einen Verlust festzustellen: Bis 31. Mai 2018

Abgabefristen 2018

Wenn Sie zur Abgabe verpflichtet sind:  Bis 31. Juli  2019
Wenn sie nicht zur Abgabe verpflichtet sind: Bis 31. Dez. 2022
Wenn Sie die Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage beantragen: Bis 31. Dez. 2022
Wenn Sie beantragen, einen Verlust festzustellen: Bis 31. Juli  2019

⇒   Pflichtabgabe

Eine Einkommensteuererklärung müssen Sie abgeben, wenn Sie vom Finanzamt dazu aufgefordert werden. Aber auch ohne Aufforderung können Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sein (§ 46 EStG, § 56 EStDV). Dazu unten mehr.

Die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung ist in § 56 EStDV geregelt. Danach gibt es drei wichtige Gründe:

1. Höhe der Einkünfte

Eine Steuererklärung müssen Sie abgeben, wenn der >>Gesamtbetrag der Einkünfte<< den Grundfreibetrag von 9.000 / 18.000 € (Werte für 2018 / Alleinstehende / Ehepartner) übersteigt.

Einkommensteuer zahlen Sie aber erst, wenn Ihr >>zu versteuerndes Einkommen<< höher ist als der Grundfreibetrag (§ 32a EStG).

Beispiel:                                 

  Alleinstehende Ehepartner
Gesamtbetrag der Einkünfte 10.000 € 20.000 €
- Sonderausgaben 2.000 € 4.000 €
Zu versteuerndes Einkommen 8.000 € 16.000 €

In beiden Fällen ist eine Steuererklärung abzugeben, weil der Gesamtbetrag der Einkünfte den Grundfreibetrag übersteigt. Das Finanzamt wird aber keine Veranlagung durchführen, weil nach Abzug von Sonderausgaben / Vorsorgeaufwendungen das zu versteuernde Einkommen nicht höher sein wird als der Grundfreibetrag und deshalb keine Einkommensteuer festzusetzen ist.

2. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit

Für Arbeitnehmer gelten besondere Abgabepflichten, die in § 46 Abs. 2 Nr. 1 bis 7 EStG geregelt sind: Bei Nebeneinkünften von mehr als 410 €; bei einem Freibetrag auf der elektronischen Lohnsteuerkarte, wenn der Arbeitslohn 11.000 € / 21.250 € (Alleinstehende / Ehepartner) übersteigt; bei den Steuerklassen IV mit Faktor oder Steuerklassen V oder VI.

3. Aufforderung zur vorzeitigen Abgabe

Die Finanzverwaltung behält sich vor, Erklärungen vorzeitig  anzufordern. Wenn die dabei gesetzte Frist nicht eingehalten wird, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen.

Sind Sie zur vorzeitigen Abgabe aufgefordert worden, können Sie aber noch einen Antrag auf Fristverlängerung stellen. Schicken Sie einfach das Originalschreiben des Finanzamts zurück mit einer handschriftlichen Bemerkung, z. B:

"Urschriftlich zurück. Ich bitte wegen Erkrankung um Fristverlängerung bis zum 30. September. Wenn Sie meinem Antrag entsprechen, erübrigt sich ein Bescheid".

Wenn Sie daraufhin nichts vom Finanzamt hören und die Steuererklärung wie angekündigt einreichen, darf das Finanzamt keinen Verspätungszuschlag festsetzen.

⇒  Freiwillige Abgabe

Die freiwillige Abgabe ist sinnvoll, wenn Verluste aus einzelnen Einkunftsarten mit positiven Einkünften verrechnet werden können oder wenn sogar der Gesamtbetrag der Einkünfte negativ ist und ein Verlustabzug nach § 10a EStG möglich ist (Verlustrücktrag oder Verlustvortrag).

Wer somit keine Steuererklärung abgeben muss, sollte gleichwohl - freiwillig - eine Steuererklärung abgeben, wenn z. B. Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder Verluste geltend gemacht werden können. Dann wird im Wege der Veranlagung einbehaltene Lohnsteuer erstattet.

Verlustabzug

Haben Sie keine Steuererstattung zu erwarten, weil sie in dem betreffenden Jahr keine Steuern gezahlt haben, sollten Sie gleichwohl eine Steuererklärung abgeben, wenn Sie Verluste hatten, die das Finanzamt für den Verlustabzug gesondert feststellen soll. Hierfür müssen Sie in Zeile 2 des Hauptvordrucks das entsprechende Kästchen ankreuzen und in der Anlage N Angaben machen, die zum Verlust führen, z. B. in Zeile 46 Bewerbungskosten eintragen.

⇒  Steuerberaterfrist maßgebend

  • Für die Pflichtabgabe Ihrer Steuererklärung haben Sie 14 Monate Zeit.

Die steuerberatenden Berufe einschließlich Lohnsteuerberatungsvereine haben für die Pflichtabgabe der Steuererklärungen ihrer Mandanten Frist bis zum 28. Februar des zweiten Folgejahres, also bis zum 28. 02. 2019 für die Steuererklärung 2017 und bis zum 28.02.2020 für die Steuererklärung 2018. 

Diese Frist gilt nun gerechterweise auch für diejenigen Steuerzahler, die nicht steuerlich beraten werden. Wer, ohne steuerlich beraten zu sein, seine Steuererklärung bis dahin abgegeben hat, muss keinerlei Nachteile befürchten, erst recht nicht die Festsetzung von Verspätungszuschlägen. Dazu unten: Verspätungszuschlag ein Papiertiger.

  • Für die freiwillige Abgabe haben Sie 48 Monate Zeit.

Für die freiwillige Abgabe Ihrer Steuererklärung haben Sie 48 Monate (vier Jahre) Zeit. So lange dauert die reguläre Festsetzungsfrist nach den §§ 169 und 170 AO. Die freiwillige Steuererklärung für 2018 muss also bis zum 31.12.2022 im Finanzamt eingegangen sein.

⇒   Verspätungszuschlag ein Papiertiger

Einen Verspätungszuschlag brauchen Sie nicht zu befürchten, denn zu dessen Festsetzung bedarf es eines formellen Verfahrens, das sehr langwierig sein kann und deshalb vom Finanzamt nur selten angewendet wird.    

Bei verspäteter Abgabe der Steuererklärung soll ein Verspätungszuschlag  regelmäßig nur festgesetzt werden, wenn zuvor die Festsetzung eines Zwangsgelds oder die Schätzung der Besteuerungsgrundlagen angedroht oder die Steuererklärung erst nach dem 28. Februar des zweiten Folgejahres oder die Steuererklärung nicht innerhalb der durch Vorabanforderung ­gesetzten Frist abgegeben wurde (§ 152 Abs. 2 AO i. V. mit AO-Kartei Baden-Württemberg zu § 152 Kartei 1 Nr. 3). Gegen jede der Maßnahmen können noch kostenlos Beschwerde einlegen, über die das Finanzamt entscheiden muss.

Sie können sich also für die Pflichtabgabe mindestens 14 Monate Zeit lassen, wenn das Finanzamt keine der beschriebenen Maßnahmen gegen Sie unternommen hat.

Quelle: §§ 149 bis 152 AO, § 56 EStDV