Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Tipp 02.2 Die Identifikationsnummer

Hauptvordruck, Zeile 7

Die Identifikationsnummer (IdNr) ist eine  steuerliche Kennzahl fürs ganze Leben. Sie sollte deshalb sorgfältig aufbewahrt werden, auch die der Kinder.

Die Identifikationsnummer findet man in den Steuererklärungen und Steuerbescheiden der Vorjahre. Finden Sie Ihre Identifikationsnummer nicht, können Sie diese beim Bundeszentralamt für Steuern anfordern (identifikationsmerkmal.de). Sie können Ihre Steuererklärung aber auch ohne Identifikationsnummer abgeben, denn dem Finanzamt ist Ihre Identifikationsnummer bekannt.

⇒    Identifikationsnummer

Mit der IdNr und den zusätzlich zur IdNr im Bundeszentralamt für Steuern gespeicherten Daten kann jeder Bundesbürger genau „identifiziert“ werden.

Zur elfstelligen IdNr sind im Bundeszentralamt für jeden Bundesbürger die wichtigsten persönlichen Daten wie Name, Anschrift, Geschlecht, Geburtsdatum, Geburtsort und das zuständige Finanzamt hinterlegt. Die Daten werden ständig über die Meldebehörden aktualisiert. Die IdNr erhöht die Transparenz und die Kontrollmöglichkeiten im Besteuerungsverfahren und führt zu technischen Erleichterungen des Finanzamts im Umgang mit den Steuerzahlern, auch bei der Erfassung der dem Progressionsvorbehalt unterliegenden steuerfreien Leistungen wie Arbeitslosengeld, Krankengeld etc.

Steuerbetrug, aber auch Leistungsmissbrauch im Sozialbereich, können mit Hilfe der IdNr. wirksamer bekämpft werden.

Der Fiskus hat damit seine Kontrollmöglichkeiten erheblich ausgeweitet, insbesondere Mini-Jobber, Hatz-IV-Empfänger, Rentner, Sparer und Arbeitnehmer sind zu gläsernen Steuerbürgern geworden. Auch verspricht sich der Fiskus von der IdNr eine höhere Effizienz in der Verwaltung.  

Rentenbezüge

Nach § 22a Abs. 2 S. 1 EStG sind die Bezieher einer Rente verpflichtet, den Rentenkassen  ihre IdNr mitzuteilen, um so eine einfache Zuordnung der gezahlten Rente zu ermöglichen.

Die Träger der Rentenkassen informieren die Finanzämter über den Bezug von gesetzlichen und privaten Renten. Mit Hilfe der IdNr können die Renten dem jeweiligen Bezieher zugeordnet werden.

Kranken- und Pflegekassen

Dasselbe geschieht mit den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung. Auch wenn Sie privat versichert sind, werden Ihre Beiträge automatisch dem Finanzamt gemeldet.

Kapitalerträge

Banken und Versicherungen melden dem Bundeszentralamt für Steuern die Zahlung von Kapitalerträgen nebst einbehaltener Abgeltungsteuer (§ 32d EStG). Auf diese Weise wird kontrolliert, ob über abgegebene zu hohe Freistellungsaufträge zu niedrige Abgeltungsteuer einbehalten wurde (§ 45d EStG). Die Freistellungsaufträge werden per Datenfernübertragung an die Steuerverwaltung übermittelt.

Arbeitslöhne

Die elektronische Datenverarbeitung vereinfacht das Lohnsteuerabzugsverfahren. Nun wird den Arbeitnehmern für das abgelaufene Jahr lediglich eine elektronische Lohnsteuerkarte mit den entsprechenden Eintragungen, auch der IdNr,  über die Steuerberechnung in die Hand gedrückt, wobei sich die Daten bereits beim Finanzamt befinden.

Unterhaltsleistungen

Der Abzug von Unterhaltszahlungen an geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehegatten erfordert zusätzlich die Angabe der IdNr (§ 139b AO) der unterhaltenen Person. Wird diese IdNr vom Unterhaltsempfänger nicht herausgegeben, kann sie der Zahlende beim BZSt erfragen. Damit wird auch eine Versteuerung der Zahlungen beim Empfänger als Sonstige Einkünfte - das sog. Korrespondenzprinzip - abgesichert.

Quelle: § 139a und b AO