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Tipp 02.1 Geburtsdatum / Zeile 8

Hauptvordruck Zeile 8 
Tragen Sie Ihr Geburtsdatum in Zeile 8 ein.
Das Geburtsdatum hat Bedeutung für den Versorgungsfreibetrag und für den Altersentlastungsbetrag.
→ Versorgungsfreibetrag
Versorgungsempfänger / Pensionäre haben im Vergleich zu aktiven Arbeitnehmern Vorteile und Nachteile. Einen Vorteil haben sie durch den Versorgungsfreibetrag. Der Versorgungsfreibetrag ist ein Ausgleich für den Altersentlastungsbetrag, der für Versorgungsbezüge nicht zusteht. Der Freibetrag steht zu ab Alter 63 (§ 19 Abs. 2 EStG). Einen Nachteil haben sie, weil ihnen nur ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 € zusteht, wohingegen aktive Bezüge durch einen Werbungskosten-Pauschbetrag von1.000 € begünstigt sind (§ 9a EStG).  
Von Versorgungsbezügen ist ein nach einem Prozentsatz ermittelter, auf einen Höchstbetrag begrenzter Betrag (Versorgungsfreibetrag) und ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag steuerfrei. Der Versorgungsfreibetrag wird vom Finanzamt automatisch anhand der Angaben in der Lohnsteuerbescheinigung berücksichtigt.

 

Auszug aus der Tabelle in § 19 Abs. 2 EStG

Beginn der Versorgung % der Bezüge Höchstbetrag Zuschlag
Vor 2005 40 % 3.000 € 900 €
2017 20.8 % 1.560 € 468 €
2018 19.2 % 1.440 € 432 €
2019 17.6 % 1.320 € 396 €
2020 16.0 % 1.200 € 360 €
 
Beispiel: Versorgungsbezüge 2019
Der Versorgungsfreibetrag berechnet sich nach der Höhe der Versorgungsbezüge im ersten Jahr nach Beginn der Versorgung.
Beginn der Versorgung 2018: Bei einer Werkspension in 2019 in Höhe von 10.000 € beträgt der Versorgungsfreibetrag 19.2 % von 10.000 € = 1.920 €, höchstens 1.440 € + Zuschlag  432 € = 1.872 €.

Wichtig: Dieser so erstmals festgestellte Versorgungsfreibetrag wird für die gesamte Dauer der Versorgung  festgeschrieben, d. h. er ändert sich betragsmäßig in den Folgejahren nicht.

→ Altersentlastungsbetrag (§ 24a EStG)

Der Altersentlastungsbetrag soll Altersbezüge entlasten, die keine Leibrenten sind.

Der Altersentlastungsbetrag berechnet sich mit einem gesetzlich festgelegten Prozentsatz

a) zum einen aus dem Bruttoarbeitslohn (nur Einnahmen, ohne Abzug von Werbungskosten) aus einem aktiven Dienstverhältnis (ohne Versorgungsbezüge) und

b) zum anderen aus der positiven Summe aller anderen Einkünfte (ohne Renten).

Für jeden Geburtsjahrgang sind die Werte (Prozentsatz und Höchstbetrag) lebenslang unverändert anzuwenden.

Wer hat Anspruch?

Steuerzahler, die das 64. Lebensjahr vollendet haben (bezogen auf 2019 geboren vor dem 2.1.1955).

Auszug aus der Tabelle in § 24a EStG

Das auf Vollendung des 64. Lebensj. folgende Kj. % / Einkünfte Höchstbetrag
2016 22.4 % 1.064 €
2017 20.8 % 988 €
2018 19.2 % 912 €
2019 17.6 % 836 €
2020 16.0 % 760 €

Beispiel: Altersentlastungbetrag 2019

Der Steuerzahler hat vor Beginn des Jahres 2019 das 64.  Lebensjahr vollendet (geb. vor dem 02.01.1955. Der  Freibetrag wird automatisch berücksichtigt. Bei einem Bruttoarbeitslohn von 10.000 € in 2019 beträgt der Altersentlastungsbetrag 17.6 % von 10.000 € = 1.760 €, höchstens 836 €.

Wichtig:
Sowohl der Prozentsatz als auch der Höchstbetrag werden bis zum Jahr 2040 jahrgangsweise auf "Null" abgebaut.