Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Tipp 01.1 Keine Belege beifügen

Hauptvordruck

⇒   Keine Belege beifügen

Durch das Steuermodernisierungsgesetz (StModernG) v. 18.7.2016 wurden in der Abgabenordnung (§ 88 AO) die rechtlichen Möglichkeiten geschaffen, die Fallbearbeitung weitgehend automationsgestützt durchzuführen. Dazu gehört, dass Nachweise vom Finanzamt nur noch verlangt werden, wenn dazu Anlass besteht.

Sie müssen folglich Ihrer Einkommensteuererklärung keine Belege und Aufstellungen beifügen. Selbst auf Spendenquittungen und Bankbescheinigungen über Kapitalerträge wird verzichtet (Ausnahme: Verlustbescheinigung).
Um das Besteuerungsverfahren bürgerfreundlicher und transparenter zu machen, wurde die Belegvorlagepflicht in eine Belegvorhaltepflicht umgewandelt.

Belege einreichen ist nicht mehr nötig!
Sie brauchen somit grundsätzlich keine Belege und separate Aufstellungen an Ihr Finanzamt zu versenden. Es genügt, wenn Sie diese für eventuelle Rückfragen aufbewahren.

Kann das Finanzamt Ihre Belege anfordern?
Das Finanzamt verzichtet zunächst auf die Vorlage Ihrer Belege. Sind Ihnen beispielsweise erstmals Aufwendungen entstanden, kann für die Bearbeitung Ihrer Steuererklärung die Vorlage von Belegen erforderlich sein. Diese fordert Ihr Finanzamt im Bedarfsfall von Ihnen an.

Elektronische Steuerakte

Dies bedeutet: Die Finanzämter arbeiten seit 2017 nur noch mit der elektronischen Steuerakte. Im internen Verkehr und im Verkehr zu den Finanzgerichten gibt es kein Papier mehr.

⇒  Belege aufbewahren

Falls Sie gegen einen Einkommensteuerbescheid Einspruch eingelegt haben, sollten Sie die Belege zu Ihrer Steuererklärung bis zum Abschluss des Rechtsbehelfsverfahrens aufbewahren. Steht ein Steuerbescheid unter dem Vorbehalt der Nachprüfung (§ 164 AO), sollten Sie die Belege bis zur Aufhebung des Vorbehalts aufbewahren (Kapitel 13 Tipp 22). Belege, die für mehrere Jahre von Bedeutung sind (z. B. ärztliche Atteste), sollten entsprechend länger aufbewahrt werden.

⇒   Notwendige Belege nur mit Begleitschreiben Zeile 98

Wenn Sie auf einen steuerrelevanten Sachverhalt hinweisen möchten, für den Sie in der Steuererklärung keinen Platz finden, können Sie Ihr Anliegen in einem Begleitschreiben darlegen, müssen indessen in Zeile 98 des Hauptvordrucks ausdrücklich darauf hinweisen, indem Sie unter der Kennziffer 175 eine 1  (1 = J)  eintragen. Dann wird Ihre Steuererklärung nicht vollautomatisch bearbeitet, sondern gelangt zunächst auf den Tisch des Sachbearbeiters.

In dem Zusammenhang können Sie auch Unterlagen beifügen, die Ihre Ansicht bekräftigen.