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Tipp 01.4 Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Hauptvordruck Zeile 2

Kreuzen Sie in Zeile 2 an: Erklärung zur Festsetzung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge, wenn Sie kirchensteuerpflichtig sind und dem Datenabruf des Instituts (Bank, Versicherung) widersprochen haben. Dann ist eine Anlage KAP abzugeben und dort die Zeile 6 auszufüllen.

Das Institut (Bank, Versicherung) hält automatisch Kirchensteuer auf abgeltungssteuerpflichtige Kapitalerträge ein, wenn der Kunde kirchensteuerpflichtig ist. Dazu wird von der Bank einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern das so genannte "Kirchensteuerabzugsmerkmal" des Kunden abgefragt (§ 51a EStG).

Abzug als Sonderausgabe

Die in der Steuerbescheinigung ausgewiesene Kirchensteuer auf Kapitalerträge ist nicht als Sonderausgaben absetzbar, weil bereits bei der Abgeltungsteuer von 25 % ein Abschlag wegen des gesetzlichen Sonderausgabenabzugs vorgenommen wird. (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Dies führt bei einem Kirchensteuersatz von 9 % zu einem Abgeltungssteuersatz von 24.45 % = Divisor 4.09, bei einem Kirchensteuersatz von 8 % (Bayern und Baden-Württemberg) von 24.51 % = Divisor 4.08.

Beispielsrechnung:

Zinseinkünfte bei Kirchensteuer von 9 %   1.000.00 €
Kapitalertragsteuer (1.000.00 € : 4.09) 244.49 €  
Solidaritätszuschlag (5.5 % von 244.49 €) 13.44 €  
Kirchensteuer (9 % von 244.49 €) 22.00 €  
Summe 279.93 € > 279,93 €
Gutschrift der Bank   720.07 €

Soweit die Einkommensteuer auf Kapitalerträge im Ausnahmefall in Höhe der tariflichen Einkommensteuer erhoben wird, kann die darauf entfallende Kirchensteuer indessen im Jahr der Zahlung als Sonderausgabe nach § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG abgezogen werden, wenn der Steuerzahler z. B.  einen Antrag auf Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG stellt.  

Quelle: § 32d EStG