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Tipp 03.2 Splittingtarif: Heiraten der Steuern wegen

Hauptformular, Zeile 15

Die Eheschließung hat Auswirkungen auf die zu zahlende Einkommensteuer. Denn Ehepartnern steht der günstige Splittingtarif zu.

⇒    Splittingtarif - ein Tag verheiratet genügt

Der Splittingtarif steht Ihnen bereits zu, wenn Sie nur einen Tag im Kalenderjahr verheiratet sind (§ 26 Abs. 1 EStG). Dies bedeutet: Lässt sich ein Paar kurz vor Sylvester trauen, gilt es steuerrechtlich wie für das ganze Jahr verheiratet. Das Paar erhält also den Splittingtarif für das ganze Kalenderjahr. Der Splittingvorteil ist besonders hoch, wenn ein Ehepartner keine oder nur geringe Einkünfte bezogen hat.

Sie müssen dazu in der Steuererklärung lediglich im Hauptformular die Zusammenveranlagung ankreuzen und eine gemeinsame Adresse angeben, schon ist alles geritzt. Denn für die Zusammenveranlagung ist lediglich maßgebend, dass die Ehe zu Beginn des Jahres bestanden hat oder im Laufe des Jahres eingegangen wurde.

Als Arbeitnehmer können Sie sich den Splittingvorteil gleich nach der Hochzeit sichern, indem Sie beim Finanzamt entweder die Steuerklassenkombination III / V oder IV / IV beantragen.

Geht eine Ehepartnerschaft in die Brüche, können beide Partner den Splittingvorteil noch einmal im Jahr der Trennung wählen. Sie kreuzen dann in der Steuererklärung noch einmal die Zusammenveranlagung an, weil sie im Jahr der Trennung mindestens an einem Tag zusammengelebt haben.

⇒   Lohnt sich Heiraten wegen der Steuer?

Ein steuerlicher Vorteil kann nur dann eintreten, wenn die Einkünfte beider Partner unterschiedlich hoch sind. Beziehen indessen beide ein in etwa gleich hohes Einkommen, ist der Steuervorteil gleich Null.

⇒   Traut euch aus anderen Gründen!

Dafür spricht natürlich zunächst die Liebe zueinander. Aber auch rechtliche und steuerliche Vorteile sind gute Argumente für eine Eheschließung. Eine Ehe sichert den Partner finanziell ab, während der Ehe, aber auch im Todesfalle, verbunden mit hohen Freibeträgen bei der Erbschaftsteuer.

An der Vermögenslage der Ehepartner ändert sich durch die Heirat zunächst nichts, wenn die Ehepartner als Güterstand die Gütertrennung gewählt haben. Dasselbe gilt für den gesetzlichen (automatischen) Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Jeder kann über das Vermögen, das er bei der Eheschließung hatte, allein verfügen. Auch wirtschaftet jeder während der Ehe in die eigene Tasche. Bei der Zugewinngemeinschaft findet allerdings im Scheidungsfalle ein Versorgungsausgleich* statt, der indessen durch einen entsprechenden Ehevertrag verhindert werden kann. In einem Ehevertrag können die Ehepartner auch Vereinbarungen zum Unterhalt treffen, die von den gesetzlichen Vorgaben abweichen können. Ehepartner haften auch nicht für die Schulden, die der andere macht.

Gegen eine Ehe spricht, wenn sie nicht hält. Dann ist bei Zugewinngemeinschaft ohne Ehevertrag ein Versorgungsausgleich fällig und die Pflicht zum weiteren Unterhalt führt oft zum Streit.

*Das Versorgungsausgleichsgesetz (VersAusglG) löst ab 2009 die Regelungen zum Zugewinnausgleich (§ 1378 BGB) ab.

Quelle: § 26 und § 32a EStG