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Tipp 04.0 >> Einzelveranlagung oder Zusammenveranlagung / Zeile 24

Hauptvordruck, Zeilen 15 und 24

Ehepartner können zwischen der Einzelveranlagung (§ 26a EStG)  und der Zusammenveranlagung (§ 26b EStG) wählen.

⇒    Welche Veranlagungsform ist günstiger?

Schwer zu sagen, welche Veranlagungsform im Einzelfall günstiger ist. Meistens ist die Zusammenveranlagung günstiger, weil damit der Splittingtarif verbunden ist.

⇒   Wann ist die Einzelveranlagung günstiger?

 Die Einzelveranlagung kann günstiger sein, z. B.

1. wenn ein Ehepartner  mit steuerpflichtigen Einkünften zusätzlich Lohnersatzleistungen wie z. B. Arbeitslosengeld, Krankengeld etc. bezogen hat. Die Lohnersatzleistungen sind zwar steuerfrei, unterliegen aber dem Progressionsvorbehalt. Progressionsvorbehalt bedeutet: Die steuerfreien Einkünfte werden bei der Berechnung des Steuersatzes berücksichtigt, d. h. sie wirken sich steuererhöhend aus (§ 32b EStG/ Anlage N > Zeile 27 bis 29);

2. wenn für einen Teil der Einkünfte eine Tarifermäßigung infrage kommt, z. B.im Falle einer Abfindung die Fünftelregelung nach § 34 EStG;

3. wenn ein Ehepartner einen Verlust erlitten hat. Der Verlust kann durch Rücktrag oder Vortrag in andere Kalenderjahre mit positiven Einkünften verrechnet werden (verbleibender Verlustvortrag nach § 10d EStG);

4. wenn einer der Partner hohe Krankheitskosten hat, die nun über der zumutbaren Belastung liegen (§ 33 Abs. 3 EStG).

Ob die Einzelveranlagung tatsächlich günstiger ist, lässt sich nur anhand einer Kontrollrechnung feststellen.

⇒   Schikane nicht erlaubt

Wenn es in der Ehe knistert, wird auch schon mal zu unlauteren Mitteln gegriffen, dem Partner zu schaden. Dies kann durch Antrag auf Einzelveranlagung geschehen. Hat indessen der die Einzelveranlagung begehrende Ehegatte keine Einnahmen oder nur Einnahmen in geringer Höhe, so ist sein einseitig gestellter Antrag auf Einzelveranlagung steuerlich unbeachtlich, wenn der andere Ehegatte wegen seiner Einkünfte die Zusammenveranlagung begehrt (BFH-Urteil vom 12.08.1977 - VI R 61/75).

Quelle: §§ 26 bis 26 EStG