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Tipp 03.7 Aufteilung der Steuerschuld durch Aufteilungsantrag

Hauptvordruck, Zeilen 15 und 24

Scheidung und Getrenntleben haben durch Wegfall des Splittingtarifs große Auswirkungen auf die zu zahlende Einkommensteuer.

Gleichwohl wählen viele demnächst Geschiedene bereits für das Jahr der Trennung die Einzelveranlagung, obwohl in diesem Jahr noch die Zusammenveranlagung mit Splittingtarif möglich wäre, weil sie zu Beginn des Jahres noch nicht getrennt gelebt haben (§ 26b EStG).

Der Grund dafür: Ein Ehepartner oder sogar beide wollen keinen gemeinsamen Steuerbescheid mehr. Denn bei einer Einzelveranlagung erhält jeder für sich einen Steuerbescheid, versteuert nur die Einkünfte, die er bezogen hat und kassiert die Steuererstattung, die er beanspruchen kann. Auch entfällt z. B. bei der Einzelveranlagung die gesamtschuldnerische Haftung für die – anteiligen - Schulden des Ehepartners. Dieser Vorteile wegen nehmen oftmals Eheleute die steuerlichen Nachteile der Alleinstehenden in Kauf, nämlich die Besteuerung nach dem Grundtarif.

⇒    Aufteilungsbescheid beantragen

Das Gesetz bietet indessen an, zunächst die Splitting-Zusammenveranlagung zu wählen und anschließend beim Finanzamt die Aufteilung der gemeinsamen Steuerschuld zu beantragen (§ 268 ff AO).

Zwar sind Ehegatten Gesamtschuldner 44 Abs. 1 Satz 1 AO), wenn sie zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden und dabei schuldet jeder aus dem gemeinsamen Steuerbescheid die Steuer in voller Höhe. Es kann aber auch jeder Ehegatte beantragen, dass die Vollstreckung wegen dieser Steuern jeweils auf einen sich bei einer Aufteilung der Steuern ergebenden Betrag beschränkt wird.

Jeder zahlt oder erhält dann die Steuern, die nach dem Aufteilungsbescheid auf seine eigenen Einkünfte entfallen.

Anmerkung: Der Erlass des LfSt Bayern, 2.3.2016, S 0520.1.1 - 1/7 St 42 nennt als Voraussetzungen für die Erteilung eines Aufteilungsantrags: 

Die Aufteilung ist nur statthaft bei Personen, die Gesamtschuldner sind, weil sie zusammen zur Einkommensteuer (§§ 26, 26b EStG) veranlagt wurden. ...Weitere Voraussetzung für die Aufteilung einer Gesamtschuld ist, dass Steuerbeträge (Vorauszahlungen oder Abschlusszahlungen) rückständig  sind und ein ordnungsgemäßer Antrag auf Aufteilung gestellt wird

Quelle: §§ 268 und 269 AO