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Tipp 65 Eigentlich ein Muss: Die private Berufsunfähigkeitsversicherung

Anlage Vorsorgeaufwand Zeile 49

Zu unterscheiden ist die gesetzliche und die private Unfallversicherung.

Die gesetzliche  Unfallversicherung ist ein Versicherungszweig der Sozialversicherung, denn jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist gesetzlich unfallversichert. Die Beitragszahlung erfolgt ausschließlich durch den Arbeitgeber, der hierdurch Versicherungsschutz seiner Beschäftigten bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten erhält. Die Steuerfreiheit der Beiträge des Arbeitgebers ist in § 3 Nr. 62 EStG geregelt. Was steuerfrei ist, kann nicht als Vorsorgeaufwendungen abgezogen werden (§ 3c EStG).

Daneben kann der Arbeitnehmer eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Die Beiträge sind in Zeile 49 einzutragen.

Weil sich die Arbeit mit den Beiträgen unbedingt bezahlt machen soll, hier noch ein Hinweis, der nicht unmittelbar das Steuerrecht betrifft:

⇒    Private Berufs-Unfallversicherung - eigentlich ein Muss

Deutsche lieben es, alle möglichen Risiken abzusichern, doch beim größten Risiko, dem Verlust der eigenen Arbeitskraft, da sind sie zurückhaltend, obwohl jeder 5. vorzeitig arbeitsunfähig wird.

Dabei ist die Berufsunfall-Versicherung eigentlich ein Muss, denn beim Verlust der Arbeitskraft hat ein Arbeitnehmer nur dann einen Anspruch auf die gesetzliche >>Erwerbsminderungsrente<<, wenn er nahezu komplett erwerbsunfähig ist. Dann gibt es im Schnitt aber auch nur pro Monat gerade einmal 800-900 € (West) bzw. 600-700 € (Ost). Nur Erwerbstätige, die vor 1961 geboren sind, erhalten eine etwas höhere Teilrente. Berufsanfänger sind oft gar nicht abgesichert, da sie eine Wartezeit von fünf Jahren erfüllen müssen. Mit einer BU-Police können sich Arbeitnehmer und Selbständige dagegen absichern, dass sie ihren Beruf wegen einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr ausüben können.

Die Deutschen sind aber zurecht zögerlich. Wer eine BU-Versicherung abschließen will, muss sich durch einen Katalog voller Gesundheitsfragen quälen. Jede Vorerkrankung führt zu Ausschlüssen oder einem Aufpreis. Und die Prämien sind gesalzen. So zahlt ein 30-jähriger kaufmännischer Angestellter eine monatliche Prämie zwischen 75 und 100 €, wenn er eine Rente von 1 500 € erhalten will. Ein gleichaltriger Krankenpflege muss dagegen schon 175 bis 250 € berappen. Ist der Abschlusswillige nicht hundertprozentig gesund, kommt es noch ärger. 

Hinzu kommt aber noch ein weiterer Umstand: Eine solche Versicherung abzuschließen ist eine Sache, eine ganz andere, im Versicherungsfall in den Genuss einer Leistung zu gelangen. Mit Gefälligkeitsgutachten lassen sich die Versicherten mürbe machen und sehen erst nach jahrelangem Prozessieren Geld, wenn überhaupt. Wenn Sie also an eine Berufsunfähigkeitsversicherung denken, sprechen Sie vorher mit einem Versicherungsexperten und machen einen wasserdichten Vertrag.

Eine Alternative zur BU-Versicherung ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, bei der die Gesundheitsprüfung des Versicherten weniger umfangreich ausfällt. Sie ist um die Hälfte preiswerter, weil sie sich nicht auf bestimmte Erkrankungen beschränkt, sondern die Fähigkeiten des Versicherten im Ganzen beurteilt. Die Versicherung leistet allerdings nur, wenn der Versicherte überhaupt nicht mehr arbeiten kann, also zu 100 Prozent Invalide ist.

Quelle: § 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG