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Tipp 06.1 Kapitallebensversicherung ade?

Anlage Vorsorgeaufwand Zeilen 7, 51 und 52

Durch das zum 01.01.2005 in Kraft getretene Alterseinkünftegesetz hat die Kapitallebensversicherung alle bis dato bestehenden Steuervorteile eingebüßt.

So gibt es Versicherer, die die Kapitallebensversicherung nicht mehr empfehlen mit der Begründung: Bei der heutigen Kapitalmarktsituation sei die Kombination aus Kapitalbildung und Hinterbliebenenschutz in einem Vertrag nicht mehr zeitgemäß (Cosmos).

Die Versicherer empfehlen zur Absicherung der nahen Angehörigen eine reine Risikolebensversicherung abzuschließen. Sie sei die günstigste Möglichkeit, die nahen Angehörigen finanziell abzusichern.

→ Risiko Todesfall / Gesundheitsprüfung

Ohne Steuervorteile ist die Kapitallebensversicherung nicht mehr zeitgemäß. Die Beiträge des Versicherten fließen nicht komplett in den Sparanteil ein, sondern werden auch für den Fall entrichtet, dass der Versicherte vor Ablauf der vereinbarten Vertragszeit verstirbt. Der Risikoanteil in den Beiträgen verteuert die Kapitallebensversicherung gegenüber anderen Anlageprodukten.

Ein weiterer Nachteil der Kapitallebensversicherung liegt in der notwendigen Gesundheitsprüfung. Die Gesellschaften möchten natürlich kein erhöhtes Risiko eingehen und eine kranke Person absichern, die weit vor Ablauf der vereinbarten Vertragszeit verstirbt. Also sind die wahrheitsgemäße Beantwortung von Gesundheitsfragen und möglicherweise sogar die ärztliche Untersuchung erforderlich, um überhaupt zu einem Vertrag zu gelangen.

→ Direktversicherung empfehlenswert

Wenn man nach Vorteilen einer Kapitallebensversicherung sucht, so liegen diese im Bereich der Altersversorgung für Arbeitnehmer. Arbeitnehmer können ihre Steuerlast senken, wenn sie im Wege der Entgeltumwandlung* eine kapitalbildende Direktversicherung **abschließen und möglichst den Arbeitgeber mit einer Beitragsleistung in diesen Vertrag einbinden. Der Beitrag des Arbeitnehmers wird vom Bruttolohn abgezogen, also vor der Berechnung der Lohnsteuer und der Sozialabgaben.

*Entgeltumwandlung bedeutet:

Jeder Arbeitnehmer kann steuerpflichtigen Arbeitslohn bis zu einer bestimmten Höhe in steuerfreien Arbeitslohn umwandeln, der als Beiträge für eine Kapitallebensversicherung eingesetzt wird. Durch Entgeltumwandlung wird so mit steuerfreien Beträgen aus dem Arbeitsverhältnis eine zusätzliche – betriebliche – Altersversorgung aufgebaut (§ 3 Nr. 63 EStG). Der Arbeitnehmer muss weniger Lohnsteuer und Sozialabgaben zahlen. Arbeitslohn bis zu 8 % der Bemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung West (78.000 € x 8 % = 6.240 € / Wert für 2018) ist dann steuerfrei.

Auch die Umlage im System der Zusatzversorgung des Bundes und der Länder zählt zur Entgeltumwandlung (VBL-Satzung), weil die Umlage weitgehend steuerpflichtig ist (§ 19 Abs. 1 Nr. 3 EStG; § 3 Nr. 56 EStG).

** Direktversicherung bedeutet:

Eine Direktversicherung dient der Altersvorsorge der Arbeitnehmer. Dazu leistet der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer Beiträge in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder in einen Vertrag mit einem Unternehmen der Lebensversicherung. Die Versorgungsleistungen müssen in Form einer lebenslangen Rente oder eines Auszahlungsplans mit Restverrentung erfolgen (§ 3 Nr. 63 EStG).

Versicherungsnehmer ist der Arbeitgeber, bezugsberechtigt ist indessen der Arbeitnehmer, dem die Versicherungsleistungen >>direkt<<, also nicht über den Arbeitgeber, ausgezahlt wird.

⇒   Vertrag nicht kündigen, aber optimieren

Wenn Sie den Vertrag kündigen, verlieren Sie viel Geld. Da ist es schon besser, zu versuchen, den Vertrag zu verkaufen. Aber vielleicht gelingt es Ihnen, Ihren alten Vertrag zu optimieren, so dass Sie wieder Freude an ihm haben. Versuchen Sie Änderungen durchzudrücken, wie z. B.:

 - Zahlung des Jahresbeitrags in einer Summe,

- Verzicht auf Unfallzusatzversicherung,

- Verzicht auf Dynamik,

- Beitragsbefreiung für den Fall der Berufsunfähigkeit.