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Tipp 80 Kapitallebensversicherung – ein Zwitter, den keiner braucht

Anlage Vorsorgeaufwand Zeilen 7, 51 und 52

Über die Kapitallebensversicherung deckt sich der Kunde gleich doppelt ab. Denn sie besteht grundsätzlich aus zwei Verträgen: aus einer Risikoabsicherung für den Fall des vorzeitigen Todes – dann erhalten die Angehörigen Geld; und aus einem Sparvertrag, dessen Geld der Kunde nach Ablauf des Vertrags ausbezahlt erhält.

Mit zwei Verträgen in einem lässt sich so einiges verschleiern. Keinem Kunden wird gesagt, wie viel Geld genau in die Risikovorsorge und wie viel in den Sparvertrag fließt. Wer sich aber schlau macht, der erfährt, wie die Assekuranz in etwa kalkuliert: 15 % gehen für den Abschluss und für die Verwaltung drauf, weitere 15 % für das Todesfallrisiko. Der Rest von 70 % ist der Sparbeitrag, auf den sich auch der Garantiezins bezieht. Vernünftiger ist eigentlich, die Risikovorsorge und die Geldanlage getrennt zu verfolgen.

Was der Gesetzgeber von den einzelnen Versicherungen hält, lässt sich aus den steuerlichen Bestimmungen ablesen (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 und 3 EStG). Manche fördert er, manche nicht. Ab 2005 fördert er Neuverträge für eine Kapitallebensversicherung nicht mehr.