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Tipp 60 Lebensversicherung / Basis

Anlage Vorsorgeaufwand / Zeilen 8, 51 und 52

⇒   Lebensversicherung

Beiträge in eine Lebensversicherung sind private Ausgaben, weil sie ein Risiko abdecken, das in der Person des Steuerzahlers begründet ist. Die Beiträge können gleichwohl bei der Berechnung des Einkommens abgezogen werden (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG). Sie  gehören zwar zu den nicht abzugsfähigen Kosten der privaten Lebensführung, sind aber steuerlich abzugsfähig, weil das Einkommensteuergesetz den Abzug ausdrücklich zulässt (§ 12 Satz 1 Halbs. 1 EStG).

Je nach Art und Abschlusszeitpunkt werden Lebensversicherungen bei der Einkommensteuer unterschiedlich behandelt. Dazu Hinweis auf den nächsten Beitrag.

Das Konzept

Lebensversicherungen haben an Attraktivität eingebüßt. Aber das Konzept der Lebensversicherung wirkt immer noch überzeugend: Der abgeschlossene Vertrag zwingt die Versicherten zum regelmäßigen Sparen, Profis legen das Geld sicher und ertragreich an, garantieren sogar eine Mindestverzinsung. Das Risiko des frühen Todes ist für die Erben abgesichert und am Ende winkt, steuerlich gefördert, eine erkleckliche Kapitalauszahlung oder eine hübsche Rente.

Der 01.01.2005 stellt indessen mit dem Alterseinkünftegesetz einen Wendepunkt dar. Seitdem wird bei den Lebensversicherungen unterschieden zwischen Vertragsabschluss vor oder ab dem 01.01.2005.

⇒   Vertragsabschluss vor dem 01.01.2005

Abzug der Beiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen sind möglich für

a) Risikolebensversicherungen

b) Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht

c) Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht bei einer Vertragsdauer von mindestens 12 Jahren (max. 88 % der Beiträge / § 10 Abs. 1 Satz 2 EStG 2004).

d) Kapitallebensversicherungen bei einer Vertragsdauer von mindestens 12 Jahren (max. 88 % der Beiträge / § 10 Abs. 1 Satz 2 EStG 2004).

Sonstige Vorsorgeaufwendungen bedeutet: Abzug im Rahmen der Höchstbeträge von 1.900 / 3.800 € oder 2.800 / 5.600 € (Alleinstehende / Ehepartner), zusammen mit anderen sonstigen Vorsorgeaufwendungen (Haftpflicht, Unfall etc.).

⇒   Vertragsabschluss ab 01.01.2005

Risikolebensversicherung / Sterbekasse

Für Risikolebensversicherungen hat sich nichts geändert. Deren Beiträge sind nach wie vor im Rahmen der sonstigen Vorsorgeaufwendungen absetzbar.

Der Vertrag ist praktisch die Wette des Versicherungsnehmers mit dem Versicherungsunternehmen auf frühen Tod, denn der Vertrag endet mit seinem Tode. Erst im Falle seines Todes erhält er bzw. seine Erben die vereinbarte Leistung. Deshalb gehört eine Risikolebensversicherung zur Gruppe der Sterbegeldversicherungen.

Andere Lebensversicherungen

Was die Vertragsabschlüsse der anderen Lebensversicherungen betrifft, sind ab 01.01.2005 einschneidende Änderungen zu verzeichnen:

Gefördert werden nur noch Rentenversicherungen (Rürup-Rente): Der Vertrag muss die Zahlung einer monatlichen lebenslangen Leibrente vorsehen, die nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres beginnen darf. Gefördert werden somit nur Rentenversicherungen, die den Aufbau einer kapitalgedeckten Altersversorgung beinhalten  (sog. Basisrente-Alter / Rürup-Rentenversicherung).

Für den Abzug der Beiträge gelten Höchstbeträge, zusammen mit anderen Altersvorsorgebeiträgen (z. B. gesetzliche Altersrente) von 23.712 / 47.424 (Wert für 2018 / Alleinstehende / Ehepartner), absetzbar in Höhe von höchstens 86 % (Wert für 2018).

Quelle: § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG