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Tipp 01.0 >> Vorsorgeaufwendungen

Anlage Vorsorgeaufwand

Vorsorgeaufwendungen sind bestimmte private Versicherungsbeiträge, die  als Sonderausgaben absetzbar sind (§ 10 Abs. 1 Nr. 1 bis 3a und Abs. 2 bis 4a EStG). Sie dienen dem Schutz vor existenziellen Risiken des Lebens.

Private Ausgaben dürfen zwar steuerlich nicht abgezogen werden, als Sonderausgaben / Vorsorgeaufwendungen sind sie aber vom Abzugsverbot ausdrücklich ausgenommen (§ 12 Satz 1 EStG).

Die steuerlich abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) werden aufgeteilt in Aufwendungen zur Altersvorsorge (Zeile 4–10) und sonstige Vorsorgeaufwendungen (ab Zeile 11). Die Aufteilung wird vorgenommen, weil die Aufwendungen unterschiedlich absetzbar sind.

Die sonstigen Vorsorgeaufwendungen werden gegliedert in Basis-Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge und übrige Vorsorgeaufwendungen. Während die Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und zur Pflichtpflegeversicherung in voller Höhe absetzbar sind, gelten für die übrigen Vorsorgeaufwendungen Höchstbeträge.

Auch Beiträge zu einer Riester-Rentenversicherung (Anlage AV) gehören zu den Vorsorgeaufwendungen.

Dazu eine

Übersicht: Vorsorgeaufwendungen / Versicherungsbeiträge

→ Historie Rentenversicherung 

Zum besseren Verständnis der Regelungen zu Vorsorgeaufwendungen ab 2005 durch das Alterseinkünftegesetz folgendes:

Bis 2005 wurden die Altersrenten im Schnitt mit etwa 27 % besteuert, die Pensionen indessen nahezu mit 100 %. 

Die ungleiche Besteuerung wird dadurch beseitigt, dass die Altersrenten - langfristig - ebenfalls mit 100 % besteuert werden. Im Gegenzug steigen die absetzbaren Beiträge in die Rentenkassen von 60 % im Jahr 2005 bis zum Jahre 2025 auf 100 % an.

Die Einnahmen aus Altersrenten teilen sich in der Übergangsphase bis 2040 in 2 Teile auf, und zwar in den

  • Besteuerungsanteil (abhängig vom Beginn der Rente) und
  • steuerfreien Anteil (als Rentenfreibetrag)

Die neue Regelung wird nicht in einem Schritt vollzogen.

  • Steuerpflichtig ab 2005

Der steuerpflichtige Anteil der Altersrenten steigt schrittweise von 50 % im Jahre 2005 auf 100 % im Jahre 2040 an. Für jeden in den Jahren nach 2005 hinzukommenden Rentnerjahrgang erhöht sich der Besteuerungsanteil um 2 % bis zum Jahre 2020, ab dem Jahr 2021 um jährlich 1 %, so dass erstmalig im Jahr 2040 die volle Besteuerung erreicht wird. Man spricht von nachgelagerter Besteuerung.

Bei Renten, die in 2018 begonnen haben, beträgt der Besteuerungsanteil bereits 76 % (§ 22 EStG Tabelle 1). Die höhere Besteuerung drückt sich in einem geringeren Rentenfreibetrag aus.

  • Absetzbar ab 2005

Im Gegenzug steigen die absetzbaren Beiträge in die Rentenkassen von 60 % im Jahr 2005 bis zum Jahre 2025 auf 100 % an. Sie steigen aktuell von 88 % im Jahr 2019 bis zum Jahre 2025 jeweils um 2 % (§ 10 Abs. 3 EStG), allerdings begrenzt durch Höchstbeträge.

→ Historie Krankenversicherung

Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und zur Pflichtpflegeversicherung sind seit 2010 besonders begünstigt, indem sie bei der Ermittlung des Einkommens in voller Höhe abgezogen werden können (BürgerEntlG 2010). Wohingegen  Beiträge zu Wahlleistungen in der Krankenversicherung und auch andere sonstige  Versicherungsbeiträge wie Haftpflicht-, Unfall-, Risikolebensversicherung etc. nur im Rahmen eines bestimmten Höchstbetrages absetzbar sind.

Der absetzbare Höchstbetrag für sämtliche sonstigen Vorsorgeaufwendungen (Basiskranken-, Pflegepflicht- und andere Versicherungen) beträgt 2.800 € oder 1.900 € je Person (Ehepartner doppelte Beträge).

Welcher von diesen Höchstbeträgen für Sie gilt, wird über die Angaben in Zeile 11 gesteuert.

Die Aufwendungen für die Basisabsicherung (Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung) fallen indessen nicht unter den Höchstbetrag, sind also immer in voller Höhe abzugsfähig, auch soweit sie über dem Höchstbetrag liegen. Hierbei handelt es sich um eine Mindestvorsorge, die jeder Steuerzahler einrichten muss und deshalb voll absetzbar ist.

Wichtig zu wissen:

Beiträge zu Wahlleistungen in der Krankenversicherung und auch die anderen sonstigen Vorsorgeaufwendungen wirken sich allerdings in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht aus, da der Höchstbetrag für diese Vorsorgeaufwendungen bereits durch die Beiträge zur Basis-Kranken- und Pflegeversicherung "verbraucht" ist.

Quelle: § 10 EStG