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Tipp 01.0 >> Vorsorgeaufwendungen / Historie

Anlage Vorsorgeaufwand

In der Anlage Vorsorgeaufwand sind alle diejenigen Versicherungsbeiträge einzutragen, aus denen sich ein späterer Rentenanspruch ergibt, z. B. der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung, Beiträge in berufsständische Versorgungswerke oder in private (Rürup-)Rentenversicherungen.

Vorsorgeaufwendungen sind bestimmte Versicherungsbeiträge als Sonderausgaben absetzbar sind (§ 10 Abs. 1 Nr. 1 bis 3a und Abs. 2 bis 4a EStG). Sie lassen sich wie folgt aufteilen:

⇒   Übersicht Vorsorgeaufwendungen

Beiträge zur Daseinsvorsorge:

Für die Beiträge zur privaten Altersvorsorge (Beiträge in Rentenkassen) gelten Höchstbeträge, die an die Werte der Knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt sind.

⇒   Historie Renten und Pensionen 

Zum besseren Verständnis der Regelungen von Altersrenten und Pensionen ab 2005 durch das Alterseinkünftegesetz sei deren Verhältnis zueinander kurz dargestellt:

Bis 2005 wurden die Altersrenten im Schnitt mit etwa 27 % besteuert, die Pensionen indessen nahezu mit 100 %. 

Die ungleiche Besteuerung wird dadurch beseitigt, dass die Altersrenten - langfristig - mit 100 % besteuert werden. Im Gegenzug steigen die absetzbaren Beiträge in die Rentenkassen von 60 % im Jahr 2005 bis zum Jahre 2025 auf 100 % an.

Die Einnahmen aus Altersrenten teilen sich in der Übergangsphase bis 2040 in 2 Teile auf, und zwar in den

  • Besteuerungsanteil (abhängig vom Beginn der Rente) und
  • steuerfreien Anteil (als Rentenfreibetrag)

Die neue Regelung wird nicht in einem Schritt vollzogen.

  • Steuerpflichtig ab 2005

Der steuerpflichtige Anteil der Altersrenten steigt schrittweise von 50 % im Jahre 2005 auf 100 % im Jahre 2040 an. Für jeden in den Jahren nach 2005 hinzukommenden Rentnerjahrgang erhöht sich der Besteuerungsanteil um 2 % bis zum Jahre 2020, ab dem Jahr 2021 um jährlich 1 %, so dass erstmalig im Jahr 2040 die volle Besteuerung erreicht wird. Man spricht von nachgelagerter Besteuerung.

Bei Renten, die in 2018 begonnen haben, beträgt der Besteuerungsanteil bereits 76 % (§ 22 EStG Tabelle 1). Die höhere Besteuerung drückt sich in einem geringeren Rentenfreibetrag aus.

  • Absetzbar ab 2005

Im Gegenzug steigen die absetzbaren Beiträge in die Rentenkassen von 60 % im Jahr 2005 bis zum Jahre 2025 auf 100 % an. Sie steigen aktuell von 86 % im Jahr 2018 bis zum Jahre 2025 jeweils um 2 % (§ 10 Abs. 3 EStG), allerdings begrenzt durch Höchstbeträge.

Übersicht Altersvorsorge

Arten der Altersvorsorge Art der Förderung Quelle
1. Gesetzliche Altersvorsorge Vorsorgeaufwendungen § 10 Abs. 1 EStG
    Gesetzliche Rentenversicherung    
    Berufsständische Versorgungskassen    
    Rentenversicherung (Rürup-Rente)    
2. Betriebliche Altersvorsorge    
    Lohn-/ Entgeltumwandlung Steuerfreier Arbeitslohn § 3 Nr. 63 EStG
    Pensionszusage Pensionsrückstellung § 6a EStG
3. Private Altersvorsorge    
    Vermögenswirksame Leistungen Arbeitnehmer-Sparzulage 5. VermBG
    Prämien-Bausparen Bausparprämie WoPG
    Riester-Sparen Altersvorsorgezulage + Steuerermäßigung §§ 79 ff EStG. § 10a EStG

⇒   Historie Krankenversicherung

Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung sind seit 2010 gegenüber den anderen Versicherungsbeiträgen begünstigt, indem sie bei der Ermittlung des Einkommens in voller Höhe abgezogen werden (BürgerentlG 2010). Wohingegen  Beiträge zu Wahlleistungen in der Krankenversicherung und andere Versicherungsbeiträge wie Haftpflicht-, Unfall-, Risikolebensversicherung etc. nur im Rahmen eines bestimmten Höchstbetrages absetzbar sind.

Der Höchstbetrag  (§ 10 Abs. 4 EStG) beträgt: Alleinstehende 1.900 € / 2.800 €/ Ehepartner doppelte Beträge.  

Der Höhe nach wirken sich die Beiträge allerdings in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht aus, da der Höchstbetrag bereits durch die Beiträge zur Basis-Kranken- und Pflegeversicherung "verbraucht" ist.

Quelle: § 10 EStG