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Tipp 05 Vorsorgeaufwendungen reformiert

Anlage Vorsorgeaufwand

Mit dem Alterseinkünftegesetz 2005 hat der Gesetzgeber die Besteuerung der Renten und die Absetzbarkeit von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung völlig neu geregelt. Wer sich in dieser Historie auskennt, findet sich bei den Vorsorgeaufwendungen besser zurecht.

⇒   Historie zu Renten und Pensionen 

Bis 2005 wurden die Altersrenten im Schnitt mit etwa 27 % besteuert, die Pensionen / Versorgungsbezüge indessen nahezu in voller Höhe. Die ungleiche Besteuerung wird seitdem dadurch beseitigt, dass die Altersrenten ebenso einer vollen Besteuerung unterworfen werden. Die neue Regelung wird aber nicht in einem Schritt vollzogen (AlterseinkünfteG 2005).

⇒   Der Besteuerungsanteil der Altersrente

Die Altersrente teilt sich in der Übergangsphase bis 2039 in 2 Teile auf, und zwar in den

  • Besteuerungsanteil und
  • steuerfreien Anteil als Rentenfreibetrag

Zur Altersrente zählen die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der landwirtschaftlichen Alterskasse, einer berufsständischen Versorgungseinrichtung oder einer kapitalgedeckten Rentenversicherung (Rürup-Rente).

Ziel ist die Besteuerung der Renten in voller Höhe, man spricht von einer >>nachgelagerten<< Besteuerung in vollem Umfang. Dementsprechend sind die Beiträge in die Rentenkassen immer höher absetzbar, aber nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen.

Die neue Regelung wird nicht in einem Schritt vollzogen.

Der steuerpflichtige Anteil

Der steuerpflichtige Anteil der Altersrenten steigt schrittweise von 50 % im Jahre 2005 auf 100 % im Jahre 2040 an. Für jeden in den Jahren nach 2005 hinzukommenden Rentnerjahrgang erhöht sich der Besteuerungsanteil um 2 % bis zum Jahre 2020, ab dem Jahr 2021 um jährlich 1 %, so dass erstmalig im Jahr 2040 die volle Besteuerung erreicht wird. Man spricht von nachgelagerter Besteuerung.

Bei Renten, die in 2018 begonnen haben, beträgt der Besteuerungsanteil bereits 76 % (§ 22 EStG Tabelle 1). Die höhere Besteuerung drückt sich in einem geringeren Rentenfreibetrag aus.

Absetzbare Beiträge

Im Gegenzug steigen die absetzbaren Beiträge in die Rentenkassen von 60 % im Jahr 2005 bis zum Jahre 2025 auf 100 % an. Sie steigen aktuell von 76 % im Jahr 2013 bis zum Jahre 2025 jeweils um 2 % (§ 10 Abs. 3 EStG 2017). Für 2018 beträgt der absetzbare Teil der Aufwendungen bereits 86 %, allerdings begrenzt durch Höchstbeträge.

⇒   Historie zur Basis-Krankenversicherung

Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung sind gegenüber den anderen Versicherungsbeiträgen begünstigt, indem sie bei der Ermittlung des Einkommens in voller Höhe abgezogen werden (BürgerentlG 2010). Wohingegen  Beiträge zu Wahlleistungen in der Krankenversicherung und andere Versicherungsbeiträge wie Haftpflicht-, Unfall-, Risikolebensversicherung etc. nur im Rahmen von Höchstbeträgen absetzbar sind.

Quelle: § 10 EStG