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Tipp 03.3 Höchstbetrag für die Altersvorsorge

Anlage Vorsorgeaufwand

⇒   Höchstbetrag für die Altersvorsorge

Der Höchstbetrag für Beiträge zur Altersvorsorge (Basis-Rentenversicherung) ist an zwei Werte gekoppelt: Erstens an die Werte der knappschaftlichen Rentenversicherung und an die Prozentsätze aus §  10 Abs. 3 Satz 6 EStG.

Die Berechnung des Höchstbetrages geschieht in zwei Schritten mit jeweils einem ZwischenergebnisDas niedrigere Zwischenergebnis ist als Endergebnis maßgebend.

Zwischenergebnis 1

Das erste Zwischenergebnis ergibt sich anhand des Beitragssatzes  der knappschaftlichen Rentenversicherung von 24.7 % ( Wert für 2018 und 2019) und der knappschaftlichen Beitragsbemessungsgrenze von 96.000 / 98.400 € (Wert für 2018 / 2019 Alte Bundesländer) und von 85.800 / 91.200 € ( Wert für 2018 / 2019 Neue Bundesländer).

Maßgebend sind die für das jeweilige Kalenderjahr geltenden Höchstsätze in Prozenten (2018 = 86 %, 2019 = 88 % / § 10 Abs. 3 Satz 4 EStG)

Zwischenergebnis 2

Das zweite Zwischenergebnis ergibt sich aus den Prozenten auf die Beitragsleistung gem. § 10 Abs. 3 Satz 4 EStG / 2018 = 86 %, 2019 = 88 %.

Übersicht 1 / Gang der Berechnung

Beispiel: Der Steuerzahler hat in die Rentenkasse eingezahlt: 2018 = 13.840 € / 2019 = 14.500 €

Berechnung der Höchstbeträge 2018 2019
Beitragsbemessungsgrenze Knappschaft Rentenversicherung    
Alte Bundesländer 96.000 € 98.400 €
Neue Bundesländer 85.800 € 91.200 €
Beitragssatz Knappschaft Rentenversicherung 24.7 % 24.7 %
Höchstbetrag für Alleinstehende*    
Alte Bundesländer 24.7 % von 96.000 / 98.400 € = 23.712 € 24.305 €
Neue Bundesländer 24.7 % von 85.800 € / 91.200 € = 21.193 € 22.527 €
Davon    
Alte Bundesländer 86 / 88 % (Zwischenergebnis 1)  20.393 € 21.389 € 
Neue Bundesländer 86 / 88 % (Zwischenergebnis 1)  18.226 € 19.824 € 
Beitragsleistung / Einzahlung in die Rentenkasse 13.840 € 14.500 € 
Davon 86 /  88 % (Zwischenergebnis 2) 11.903 € 12.760 € 
Endergebnis (Der niedrigere Betrag von Zwischenergebnis 1 und Zwischenergebnis 2 ist maßgebend) 11.903 € 12.760 € 

* Für Ehepartner, die zusammenveranlagt werden, gelten doppelte Beträge.  

Übersicht Prozente aus § 10 Abs. 3 Satz 4EStG

Die Prozente entwickeln sich wie folgt:

Jahr                    2014     2015    2016     2017   2018   2019   2020 ...   2025

v.H.-Satz            78 %     80 %     82 %     84%    86 %   88 %   90 % ...   100 %    

  • Musterfall

Dr. med. K., wohnhaft in Bayern,  wird mit seiner Ehefrau zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Er hat in 2019 an die kassenärztliche Versorgungseinrichtung der örtlichen Ärztekammer Pflichtbeiträge in Höhe von 15.469 € und freiwillige Beiträge in Höhe von 12.000 € geleistet, insgesamt also 27.469 €.

Der Steuerzahler trägt ein:

Zeile 5        Kennziffer 301            27.469 €           

Berechnung 2019

Höchstbetrag für Ehepartner (2019) 48.610 €
Davon 88 % (Zwischenergebnis 1) 42.777 €
Beiträge in Rentenkassen 27.469 €
Davon 88 % (Zwischenergebnis 2) 24.173 €
Endergebnis (der niedrigere Betrag ist absetzbar) 24.173 €

Erläuterung:

Der Höchstbetrag für Basis-Rentenbeiträge in den alten Bundesländern beträgt für zusammenveranlagte Ehepartner (24.305 € x 2 =) 48.610 €. Als Rentenbeiträge sind absetzbar 88 % des Höchstbetrages = 42.777 €, höchstens aber 88 % seiner Beiträge von 27.469 € = 24.173 €

Bei einem Steuersatz von ca. 50 % beträgt die Steuerersparnis (24.173 € x 50 % =) 12.087 €. In dieser Höhe beteiligt sich der Fiskus an der Altersversorgung des Steuerzahlers.

Letztlich hat Dr. K. für seine Altersversorgung bei einer Gesamtleistung von 27.469 € nur (27.469 € ./. Steuerersparnis 12.087 € =) 15.382 € aufgewendet.

→ Kürzung des Höchstbetrages bei Arbeitnehmern

Der Höchstbetrag für Beiträge zur Basis-Altersvorsorge ist um den steuerfreien Arbeitgeber-Anteil zur gesetzlichen Rentenversicherung (§ 3 Nr. 62 EStG) zu kürzen (§ 10 Abs. 3 Satz 5 EStG). 

In Zeile 4 wird der Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung aus Nr. 23 der Lohnsteuerbescheinigung eingetragen. Bei der Berechnung des abzugsfähigen Betrages wird auch noch der Arbeitgeberanteil benötigt. Der Arbeitgeberanteil aus Nr. 22 der Lohnsteuerbescheinigung wird in Zeile 8 oder 9 eingetragen. Beide werden zunächst bei der Höchstbetragsberechnung mit einem Teilbetrag angesetzt (§ 10 Abs. 1 Nr. 2a EStG).

Allerdings wird der Arbeitgeberanteil anschließend wieder zu 100 % abgezogen, weil steuerfrei (§ 3 Nr. 62 EStG / § 10 Abs. 3 Satz 5 EStG, abgesegnet durch BFH 18.11.2009 - X R 6/08).

Beispiel:

In Nr. 23 der Lohnsteuerbescheinigung sind Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 2.985 € ausgewiesen. Der Arbeitgeberanteil in Nr. 22 der Lohnsteuerbescheinigung beträgt ebenfalls 2.985 €.

Der Steuerzahler trägt ein:

Zeile 4               Kennziffer 300        2.985 €

Zeile 9               Kennziffer 304        2.985 €

Berechnungsbeispiel 2019

Der Steuerzahler ist Arbeitnehmer und ledig. Als Beiträge zur Altersvorsorge werden angesetzt der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung. Der Arbeitgeberanteil wird zunächst mit erfasst (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a EStG), dann aber wieder in voller Höhe abgezogen (§ 10 Abs. 3 Satz 3 EStG).

Berechnungsschema

Höchstbetrag für Alleinstehende (2019) 24.305 €
Davon 88 % (Zwischenergebnis 1) 21.389 €
Aufwendungen  
Arbeitnehmeranteil lt. Nr. 23 der Lohnsteuerbescheinigung              2.985 €
+ Arbeitgeberanteil lt. Nr. 22 der Lohnsteuerbescheinigung             2.985 €
Aufwendungen insgesamt 5.970 €
Davon 88 % 5.254 €
- Arbeitgeberanteil 100 % 2.985 €
Verbleiben (Zwischenergebnis 2) 2.269 €
Absetzbar ist der niedrigere Betrag (Endergebnis) 2.269 €

Kürzung des Höchstbetrags für Beamte

Bei Beamten und anderen rentenversicherungsfreien Personen wird der Höchstbetrag von 24.305 € (Wert 2019 Alte Bundesländer) zunächst um einen fiktiven Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung gekürzt und erst dann mit 88 % angesetzt. Der Kürzungsbetrag beträgt 18,6 % (Wert ab 2019).

Dazu im Einzelnen Zeile 53 Ergänzende Angaben