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Tipp 05.3 Unfallversicherung

Anlage Vorsorgeaufwand / Zeile 50

Eine Unfallversicherung deckt im Allgemeinen die medizinischen Kosten der Heilbehandlung und Rehabilitation und auch unfallverbundene Kosten wie den Krankentransport sowie längerfristige Folgekosten ab.

Grundlegend unterscheidet man zwischen einer betrieblichen und einer privaten Unfallversicherung. Der Leistungskatalog ist meistens in etwa identisch, nur die Finanzierung ist anders.

⇒   Betriebliche Unfallversicherung

Als Vorsorgeaufwendungen absetzbare Beiträge ergeben sich an dieser Stelle nicht.

Das Siebte Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII) bildet die Rechtsgrundlage für die gesetzliche Unfallversicherung in Deutschland. Arbeitnehmer sind durch den Arbeitgeber gegen berufliche Unfälle gesetzlich unfallversichert. Die Kosten trägt folglich der Arbeitgeber, die Beitragsleistung ist für den Arbeitnehmer steuerfrei (§ 3 Nr. 62 EStG).

Die betriebliche Unfallversicherung versichert berufliche Risiken in Form eines Arbeitsunfalls während der Arbeitszeit ab,  wobei auch ein Unfall auf dem Weg zur Arbeit dem Arbeitsunfall gleichgestellt ist (§ 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII), obwohl der Arbeitsweg nicht zur Arbeitszeit zählt.

⇒   Private Unfallversicherung

Die Aufwendungen sind als sonstige Vorsorgeaufwendungen den Haftpflichtversicherungen etc. gleichgestellt und nur begrenzt absetzbar im Rahmen der Höchstbeträge von 1.900 € bzw. 2.800 € (§ 10 Abs. 1 Nr. 3a und Abs. 4 EStG / Anlage Vorsorgeaufwand Zeile 50). Der Höhe nach wirken sie sich allerdings in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht aus, da der bzw. die Höchstbetrag bereits durch die Beiträge zur Basis-Kranken- und Pflegeversicherung "verbraucht" ist.

Durch die private Unfallversicherung sind nur  Haushalts-, Freizeit-, Sport- oder Verkehrsunfälle ohne Bezug zu einer beruflichen Tätigkeit versichert, so aber auch die Unfallfolgen wie Invalidität, aber auch Tod durch Unfall, Krankenhausaufenthalt und vieles mehr.

Anders hingegen, wenn von der Unfallversicherung auch ein berufliches Risiko abgedeckt wird, z. B. für Unfälle auf Dienstreisen. Dann ist ein Anteil von mindestens 50 % in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten absetzbar, einzutragen in Zeile 46 der Anlage N.

Den Rest tragen Sie in Zeile 50 der Anlage Vorsorgeaufwand ein. Dieser Teil ist dann nur im Rahmen der Höchstbeträge absetzbar.