Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Tipp 01.2 Die volle Sparzulage nur mit dem Sockelbetrag kassieren

Anlage AV / Riester

Nicht jeder hat Anspruch auf die Riester-Förderung. Zunächst wird unterschieden zwischen unmittelbar und mittelbar begünstigten Personen. Letztere sind über ihren Ehegatten / Lebenspartner begünstigt.

Zu den unmittelbar begünstigten Personen gehören im Wesentlichen alle Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung, aber auch Beamte, Richter, Soldaten, Wehr- und Zivildienstleistende etc. Mittelbar begünstigt ist der andere Ehegatte / Lebenspartner, weil er Nicht-Verdiener ist.

⇒    Ehepartnerregelung

Eine nette Besonderheit haben die Erfinder der Riester-Rente für Ehepartner geschaffen. Als nicht unmittelbar - also nur mittelbar - begünstigter Ehepartner, weil selbständig oder nicht berufstätig, steht Ihnen ein abgeleiteter Zulageanspruch zu.

Der nur mittelbar Begünstigte (z. B. Nicht-Verdiener-Ehegatte) braucht lediglich den Sockelbetrag von 60 € als Eigenbeitrag aufzubringen, um die volle Sparzulage zu erhalten. Sein Vorsorgekonto wird dann nur aus den Sockelbeträgen und den Sparzulagen gespeist:

Beispiel:

Ehepaar mit einem Kind, nur der Mann ist berufstätig mit einem Jahresbruttolohn im Vorjahr von 50.000 €. Das Ehepaar schließt einen gemeinsamen Ehepartnervertrag ab mit jeweils getrennter Kontoführung für Mann und Frau. Die Kinderzulage erhält automatisch die Frau.

Das Ehepaar hat als Eigenleistung aufzubringen 4 % von 50.000 € =  2.000,00 €
Abzüglich Zulagen: Grundzulage 2 × 154 € = - 308,00 €
Kinderzulage  - 185,00 €
Als Mindesteigenbeitrag zu leisten 1.507,00 €

Dem Konto des Mannes werden gutgeschrieben:
 
Der geleistete Eigenbeitrag von 1.507,00 €
Grundzulage des Mannes + 154,00 €
Insgesamt 1.661,00 €

Dem Konto der Frau werden gutgeschrieben:
 
Eigenbeitrag (Sockelbetrag) 60,00 €
Grundzulage der Frau + 154,00 €
Kinderzulage + 185,00 €
Insgesamt 399,00 €

Wie Sie sehen, werden die Zulagen auf den Mindestbeitrag angerechnet, so dass weniger als 4 % vom Einkommen des Vorjahres aufzubringen sind.

Quelle: § 10a EStG, §§ 79 bis 99 EStG