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Tipp 01.8 Welche Anlageform ist die Beste für mich?

Anlage AV / Riester

Für die spätere Riester-Rente werden verschiedene Lösungen angeboten.

⇒    Die Rentenversicherung

Zur Rendite einer Rentenversicherung lassen sich leider keine genauen Aussagen machen. Die Versicherten belastet besonders, die neue Sterbetafel, die eine wesentlich höhere Lebenserwartung ausweist als die Tafel davor. Je höher indessen die angenommene Lebenserwartung, desto niedriger die monatliche Rentenzahlung. Auch nicht gut zu wissen: Versicherte, die früh sterben, finanzieren die Renten derjenigen mit, die lange leben. Deshalb ist das Sparkapital verloren, wenn die Rente zu laufen begonnen hat und der Sparer stirbt. Im Gegensatz zum Banksparplan gehen die Erben leer aus.

Ein weiterer Grund für niedrigere Renten ist dem Umstand zu schulden, dass die Versicherer heute 25 % des erwirtschafteten Gewinns einbehalten dürfen, bislang waren es nur 10 %. Nach einer Studie des DIW aus 2011 muss eine 35jährige Frau, die heute einen Riester-Vertrag abschließt, mindestens 77 Jahre alt werden, um ab ihrem 60. Lebensjahr das herauszubekommen, was sie an Beiträgen gezahlt und der Staat an Zulagen geleistet hat. Erwartet sie noch einen Inflationsausgleich und Zinsen, muss sie 109 Jahre alt werden. Diese negative Prognose gilt indessen nicht für Geringverdiener und Familien mit mehreren Kindern.

Ergebnis: Die Höhe der späteren Rente ist also sehr ungewiss. Außerdem ist ungewiss, was man sich von einer Rente leisten kann, die nach z. B. 30 inflationären Jahren zu laufen beginnt. Eine Rentenversicherung eignet sich wohl nur für junge Sparer, die den Vertrag auf jeden Fall durchhalten können, was viele nicht schaffen. Ein frühzeitiger Um- oder Ausstieg ist wegen der hohen Anfangskosten teuer. Deshalb ist eine Rentenversicherung eigentlich nichts für Ältere.

⇒    Der Banksparplan

Ein Banksparplan ist eine völlig risikolose Kapitalanlage, zudem gut kalkulierbar. In der Auszahlungsphase erhalten Sie lebenslange rentenähnliche Zahlungen, bis zum Alter von 85 in gleich bleibenden oder steigenden Raten und danach als Rente.

Ergebnis: Ein Banksparplan ist völlig risikolos und eignet sich besonders für ältere Sparer ab etwa 50 Jahre, weil keine Abschluss- und Vertriebskosten anfallen. Was vom Kapital nicht entnommen ist, fällt an die Hinterbliebenen. So sind auch der Ehepartner und die Kinder abgesichert.

Während alle, die einen normalen Banksparplan abschließen, die Abgeltungsteuer am Hals haben, bleiben Sparer mit Riester-Banksparplan davon verschont.

⇒    Der Fondssparplan

Ein Fondssparplan hat durch mögliche Börsengewinne die größten Ertragschancen. Bei schwacher Börse zu Beginn der Auszahlungsphase muss die Fondsgesellschaft mindestens ein Kapital in Höhe der eingezahlten Beiträge plus Zulagen bereitstellen. Ein Fondssparplan hat also einen Risikopuffer nach unten.

Im Alter lässt sich das Aktienkapital auf die sichere Seite bringen, indem in einen Fonds mit festverzinslichen Wertpapieren umgeschichtet wird. In der Auszahlungsphase bis zum 85. Lebensjahr erhält der Sparer gleichbleibende oder steigende Raten nach einem vorgegebenen Entnahmeplan, danach wird das Restkapital auf Lebenszeit verrentet.

Fondssparen: Die Mischung macht`s

Ein Fondssparplan funktioniert denkbar einfach. Der Anleger überweist monatlich einen festen Betrag an eine Investmentgesellschaft oder an eine dazwischen geschaltete Bank. Dafür bekommt er auf sein Depotkonto die von ihm ausgewählten Fonds-Zertifikate gutgeschrieben. Die Investmentgesellschaft ihrerseits kauft mit dem gebündelten Geld ihrer Kunden Rentenpapiere oder Aktien. Auf diese Weise beteiligt sich der Sparer an einer ganzen Palette von Unternehmen und vermindert so das Risiko. Nach dem Investmentgesetz ist das Fondsvermögen in einer Depotbank getrennt zu verwahren (§ 24 Investmentgesetz). Die Investmentgesellschaft mag Pleite gehen, das Fondsvermögen bleibt unangetastet.

Ergebnis: Ein Fondssparplan eignet sich besonders für Jüngere bis etwa 40 Jahre.

Aufgepasst: Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung sind in der Regel die Ertragschancen, aber auch die Risiken und Kosten höher. Teurer als mit einer solchen Versicherung lässt sich kaum vorsorgen, weil Versicherer, Versicherungsverkäufer und Fondsgesellschaften alle mitverdienen.

Für Riester-Fondssparpläne gilt die Abgeltungsteuer nicht. Kursgewinne sind nur zur Hälfte mit dem persönlichen Steuersatz steuerpflichtig.

⇒    Wohn-Riester

Renten haben in den letzten Jahren stark an Wert verloren. Mehrere Nullrunden und minimale Rentenanpassungen in Verbindung mit Kostensteigerungen im Gesundheitswesen und im Energiebereich machen den Rentnern stark zu schaffen. In dieser Lage spricht alles dafür, den Ruhestandstand mit einer Immobilie abzusichern. Mit dem sogenannten Wohn-Riester besteht die Möglichkeit, selbstgenutzte Häuser und Wohnungen in die staatliche Förderung der Altersvorsorge einzubeziehen.

Bausparkassen und Banken bieten Wohnriester-Verträge an. Dabei können Tilgungsleistungen steuerlich gefördert werden, wenn das zugrunde liegende Darlehen für eine selbstgenutzte Wohnimmobilie eingesetzt wurde (§ 92 a EStG).

Ergebnis: Wer Baupläne hat, sollte einen entsprechenden Vertrag abschließen.

Allerdings schöpft der Fiskus einen Teil der finanziellen Vorteile aus Wohnriester-Verträgen ab, wenn der Geförderte das Rentenalter erreicht. Bis dahin addiert das Finanzamt alle geflossenen staatlichen Förderbeträge sowie die Tilgungsleistungen von maximal 2.100 Euro im Jahr auf einem fiktiven Wohngeldkonto und verzinst dieses jedes Jahr mit zwei Prozent. Den Betrag, der so zustande kommt, muss der Geförderte zu Rentenbeginn versteuern.

Das Wohn-Förderkonto wird spätestens mit dem Erreichen des 60. Lebensjahres aufgelöst.

Wohn-Riester im Einzelnen

Wenn Sie Ihren Riester-Sparvertrag in die Finanzierung Ihres Eigenheims einbeziehen, wird dies als Wohn-Riester bezeichnet. Das Gesetz bietet dazu zwei Varianten: Die Tilgung eines zertifizierten Riester-Darlehens oder die Entnahme aus einem bereits bestehenden Riester-Vertrag. Sie können die Riester-Förderung für den Bau, den Umbau oder den Erwerb eines Wohn-Immobilie nutzen.  

Variante Tilgung

Sie nehmen zur Finanzierung Ihres Eigenheims ein zertifiziertes Riester-Darlehen auf. Dann erhalten Sie bei dessen Tilgung dieselben Zulagen und Steuervorteile wie für Beiträge in eine Riester-Banksparplan oder Riester-Fondssparplan. Auf diese Weise können Sie das Darlehen schneller tilgen und dadurch Zinsen einsparen. Sie können die Riester-Tilgung auch kombinieren mit einem Bausparvertrag. Lassen Sie sich beraten.

Variante Entnahme

Haben Sie bereits einen Riester-Vertrag gleich welcher Art und darauf bereits mindestens 3.000 € angespart, können Sie das Kapital während der Ansparphase aus dem Vertrag entnehmen - nach vorherigem Antrag bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen - und zur Finanzierung eines Eigenheims oder einer Wohnung nutzen.

Wird ein Riester-Vertrag fällig - gleich welcher Art - können Sie 30 % des Kapitals auf einen Schlag entnehmen und zur Finanzierung Ihrer Immobilie nutzen.

Quelle: § 10a EStG, §§ 79 bis 99 EStG