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Tipp 05.1 Schwarzgeld im Schließfach

Anlage KAP

Viele wünschen sich - zumindest für bestimmte Lebenslagen -, sie hätten etwas im Rücken, das sie wirklich stützt. Von dem sie sagen können: Keiner weiß, keiner weiß ..., auch der Fiskus nicht. Dazu gehört Schwarzgeld, das im Schließfach einer Bank schlummert.

⇒   Letztes Geheimnis

Ob Gold oder wichtige Dokumente, was im Schließfach einer Bank lagert ist absolute Privatsache. Auch Bargeld lässt sich dort gut bunkern, das man vor wem auch immer verbergen möchte.

Ein Schließfach in der Größe eines Aktenordners kostet zwischen 20 und 60 € im Jahr.

Gefahr im Verzuge? Schließfach räumen!

Jährlich an die 100.000 Mal fragen die Finanzämter Konto- und Depotdaten von Privatpersonen für steuerliche Zwecke ab (Kontenabruf / § 93b AO). In diesen Fällen geht das Finanzamt davon aus, dass die Steuerzahler nicht alle seine Bankverbindungen angegeben haben.

War der Kontenabruf erfolgreich, muss das Finanzamt zunächst den Steuerzahler darüber in Kenntnis setzen, fordert Kontoauszüge an und bittet vielleicht auch um Mitteilung, ob ein Schließfach gemietet wurde.

Jetzt heißt es für den Steuerzahler je nach den Umständen Vorsorge zu treffen, denn bei >>Gefahr im Verzuge<< kommt ganz schnell die Steuerfahndung ins Haus und beschlagnahmt auch den Inhalt des Schließfaches. Also ist es - je nach den Umständen - höchste Zeit, das Schließfach zu >>inspizieren<<.

⇒   Nostalgie: Wertpapiere im Schließfach

Früher schlummerten in den Schießfächern der Banken auch jede Menge Wertpapiere. Sie wurden Tafelpapiere genannt, weil sie über den Banktresen, die Tafel, gegen Bares erworben und dann zusammen mit dem Kupon-Bogen im Schließfach deponiert wurden. Die fällig gewordenen Kupons konnte der Kunde anonym in der Bank gegen Bargeld eintauschen.

Diese Zeiten sind leider vorbei. Wertpapiere mit angehefteten Kupons gibt es als körperliche Stücke nur noch ganz selten. Zu unpraktisch und auch der Reiz des Anonymen ist verflogen, denn...

Kupons zum Inkasso

Kommt ein Kunde dennoch mit Kupons, werden diese von der Bank nur zum Inkasso angenommen, d. h., Zinsen oder Dividenden werden nicht sofort bar ausbezahlt, auch nicht sofort gutgeschrieben werden, sondern werden der DWP-Bank in Frankfurt zur Prüfung vorgelegt. Die DWP-Bank wickelt die Auszahlung ab, indem sie Kapitalertragsteuer einbehält und den Nettobetrag an die Hausbank des Kunden überweist. Die Hausbank schreibt den Erlös dem Kundenkonto gut. Wie selbstverständlich erscheint der Erlös auf der Steuerbescheinigung des Kunden. Der gläserne Steuerzahler lässt grüßen.

Ist er fündig geworden, muss die Bank auf Anfrage auch mitteilen, ob Sie ein Schließfach gemietet haben. Gottlob kennt die Bank den Inhalt des Schließfaches nicht.

Also heißt es je nach den Umständen Vorsorge treffen, denn bei >>Gefahr im Verzuge<< kommt Ihnen ganz schnell die Steuerfahndung ins Haus und beschlagnahmt auch den Inhalt des Schließfaches. Also ist es höchste Zeit, das Schließfach zu räumen und auch zu überlegen, zur Vermeidung eines Strafverfahrens eine Selbstanzeige nach § 371 AO z→ Echtes Gold im Schließfach?

Viele Schließfächer sind mit echtem Gold gefüllt, nach der Finanzkrise um so mehr. Denn wer schon immer geglaubt hatte, Geld werde sowieso bald nichts mehr wert sein, hat sich wahrscheinlich im Sommer 2012 bestätigt gesehen. In der damaligen Finanzkrise war der Goldpreis rasant gestiegen. Von 2008 bis 2012 hatte sich der Goldpreis von 800 € je Unze glatt verdoppelt. Eine Feinunze wiegt bekanntlich 31.10 Gramm, also kostete 1 Gramm Gold in 2012 (1 600 € : 31.10 =) etwa 50 €. Gold ist inzwischen eine Reservewährung, in Form von Münzen und kleinen Goldbarren, aber auch in Form von Goldschmuck.

Zur Erinnerung: Der im Jahre 1944 in Bretton Woods (USA) beschlossene Goldstandard von 35 US-Dollar je Feinunze, was in etwa einem Preis von 1 Dollar je Gramm entsprach, wurde im Jahr 1971 wieder aufgegeben.

Spekulation mit echtem Gold?

Wer in Gold investieren will, kann sich entscheiden zwischen der Anschaffung von echtem Gold oder der Investition in einen Gold-Fonds. Während beim Verkauf von echtem Gold nur eine Spekulationsfrist von einem Jahr gilt (§ 23 EStG), nach deren Ablauf ein Gewinn steuerfrei wäre, unterliegen Kursgewinne aus dem Verkauf von Gold-Fonds grundsätzlich der Abgeltungsteuer, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt die Zertifikate angeschafft wurden (§ 20 EStG). 

Einen Vorteil hat die Investition in Gold-Fonds gegenüber echtem Gold: Verluste lassen sich ohne Einschränkungen gegen Zinsen und Dividenden aus anderen Anlagen aufrechnen. Wohingegen Verluste aus dem Verkauf von echtem Gold nicht verrechenbar sind.

Quelle: § 42 AO