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Tipp 26 Thesaurierte Investmenterträge

Anlage KAP, Zeile 7, 17 

⇒   Erträge ausschütten oder thesaurieren

Es gibt Fonds, die laufend Erträge an die Anleger ausschütten und solche, die sie im Fondsvermögen behalten.

Letztere nennen sich thesaurierende Fonds, die Erträge dementsprechend als thesaurierte Erträge. Thesaurierende Fonds haben den Vorteil, dass Sie sich als Anleger nicht um die Wiederanlage der Erträge kümmern müssen.

⇒   Inländische thesaurierte Erträge

Die inländische depotführende Bank kann für thesaurierte Erträge keine Kapitalertragsteuer einbehalten, weil keine Zahlung erfolgt. Deshalb hat der Gesetzgeber inländische thesaurierende Fonds verpflichtet, selbst die Abgeltungsteuer auf diese - ausschüttungsgleichen Erträge i. S. des § 2 Investmentsteuergesetz - einzubehalten und dem Anleger eine entsprechende Steuerbescheinigung auszustellen. Die Erträge sind in > Zeile 7 der Anlage KAP anzugeben.

Wenn der Anleger Anteile an einem thesaurierenden Fonds mit Gewinn verkauft, werden die laufenden und bereits versteuerten Erträge mit einem Schlag aufgedeckt. In diesem Fall darf die inländische Depotbank auf den Verkaufsgewinn keine Abgeltungsteuer erheben, weil die Erträge bereits abgeltend versteuert sind. Dementsprechend braucht der Verkaufsgewinn auch nicht in der Steuererklärung angegeben zu werden (§ 8 InvStG).

Bei ausländischen thesaurierenden Fonds ist das anders.

⇒   Ausländische thesaurierte Erträge

 Haben Sie Anteile an einem ausländischen Fonds (zu erkennen an dem Kürzel ISIN zu Beginn der Wertpapiernummer: Nicht DE, sondern z. B. LU, FR, GB oder US / § 5 InvStG), wird es kompliziert, weil ausländische Fonds keine Abgeltungsteuer an den deutschen Fiskus abführen.

Deshalb müssen deutsche Anleger selbst die Erträge aus dem ausländischen Fonds in ihrer Steuererklärung angeben, zu entnehmen aus der Bescheinigung der depotführenden Bank. Die Erträge sind in > Zeile 17 der Anlage KAP zu erklären, auch wenn diese in einem inländischen Depot verwahrt werden. Alle Veräußerungstatbestände tragen Sie zusätzlich in die > Zeilen 18 bis 21 ein.

Soweit so gut, doch beim Verkauf der Anteile heißt es aufgepasst. Dann werden die thesaurierten und bereits versteuerten Erträge in Form von Zinsen oder Dividenden mit einem Schlag als Verkaufsgewinn aufgedeckt. Wird das Depot bei einer deutschen Bank geführt, zieht diese vom Verkaufsgewinn Abgeltungsteuer ab. In diesem Falle tritt eine doppelte Besteuerung der Erträge ein, einmal während der Laufzeit und einmal am Ende beim Verkauf. Damit es nicht bei der doppelten Besteuerung bleibt, muss der Anleger sich zu viel gezahlte Steuer über die Abgabe einer Steuererklärung zurückholen. Hier muss der Anleger aber nachweisen, dass er die laufenden Erträge bereits versteuert. Nur dann bekommt er die Abgeltungsteuer auf den Verkaufsgewinn erstattet. Der Nachweis kann nur dadurch erbracht werden, dass der Anleger alle Steuerbescheide und Bescheinigungen der Vorjahre beifügt.

Guter Rat: Bewahren Sie alle Unterlagen zu Ihren Investmentfonds gut auf. So sind Sie gewappnet, wenn das Finanzamt für den Verkaufsgewinn zu hohe Steuern verlangt.

Quelle: § 20, § 32d EStG, InvStG