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Tipp 28 Stückzinsen als Kapitalerträge

Anlage KAP, Zeile 7

Zu den Werten aus der Steuerbescheinigung zu > Zeile 7 gehören auch die Zinsen aus festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen, Pfandbriefe und Obligationen. Sie übernehmen die Werte aus der Steuerbescheinigung.

⇒    Stückzinsen

In der Steuerbescheinigung sind die so genannten Stückzinsen zur Eintragung in Zeile 7 der Anlage KAP gesondert enthalten. Das sind Erträge aus dem Verkauf von festverzinslichen Wertpapieren vor dem Zinszahlungszeitpunkt. Die Erträge ergeben sich aus dem Anspruch, den der Verkäufer auf die bis dahin angefallenen Zinsen hat.

⇒    Was hat es mit Stückzinsen auf sich?

Werden festverzinsliche Wertpapiere gekauft, hat der Erwerber dem Verkäufer die bis dahin aufgelaufenen Zinsen als Stückzinsen zu vergüten. Gezahlte Stückzinsen sind keine Anschaffungskosten für die Wertpapiere, gelten vielmehr als negative Einnahmen, die mit vereinnahmten Stückzinsen (positiven) im selben Jahr oder in späteren Jahren verrechnet werden.

Von den positiven Stückzinsen behält die Bank Abgeltungsteuer ein. Allerdings werden die positiven Stückzinsen in Höhe der zum Ausgleich anstehenden negativen Stückzinsen von der Abgeltungsteuer freigestellt. Dazu bildet die Bank im Depot einen Merkposten, »Stückzinstopf« genannt. Fallen positive Stückzinsen an, werden diese so lange mit den negativen Stückzinsen gegengerechnet, bis der Stückzinstopf rechnerisch leer ist. Erst dann darf die Bank Abgeltungsteuer auf Stückzinsen einbehalten.

Quelle: §§ 20 und 32d EStG