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Tipp 03.0 Verluste aus Kapitalvermögen / Zeile 10-11

Anlage KAP / Zeile 8-11

→ Verluste aus Kapitalvermögen / Zeile 8-11

In Zeile 8–11 geht es um Verrechnungsverboten von Verlusten aus Kapitalvermögen. Die anzusetzenden Beträge entnehmen Sie der Steuerbescheinigung.

Verluste aus Kapitalvermögen (negative Einkünfte) dürfen nicht mit positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden (§ 20 Abs. 6 Satz 1 EStG).  Eine Verrechnung darf nur mit künftigen Gewinnen aus Kapitalvermögen erfolgen (§ 20 Abs. 6 Satz 2 EStG).

Verluste aus der Veräußerung von Wertpapieren dürfen zunächst nur mit Gewinnen aus Wertpapiergeschäften verrechnet werden. Dabei ist zwischen Verlusten aus der Veräußerung von Aktien (Eintragung in Zeile 11) und Verlusten aus anderen Wertpapieren  (Eintragung in Zeile 10) zu unterscheiden.

Verluste aus der Veräußerung von Aktien dürfen nur mit zukünftigen Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien verrechnet werden (Zeile 8 / § 20 Abs. 6 Satz 4 EStG).

  • Verrechnungsverbote

Dies bedeutet: Weil Kapitalerträge nur mit 25 % steuerpflichtig sind, besteht für Verluste aus Kapitalvermögen ein Verrechnungsverbot mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten. Der Fiskus lässt die Verrechnung von Verlusten nur innerhalb der Kapitaleinkünfte zu (§ 20 Abs. 6 EStG). Und auch hier hat er noch eine Bremse eingebaut: Verluste aus Aktiengeschäften dürfen nur mit Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden (§ 20 Abs. 6 Satz 5 EStG).

Verluste, die in der Luft hängen, können in künftige Veranlagungsjahre vorgetragen werden. Ein Verlustrücktrag ist nicht möglich.

→ Verrechnung von Verlusten innerhalb der Bank

Um Veranlagungsfälle zu vermeiden wird zuerst eine Verlustverrechnung auf der Ebene der Bank vorgenommen. Dazu hat die Bank für jeden Kunden zwei Verlustverrechnungstöpfe zu führen:

Im Topf 1 werden nur die Verluste aus Aktienverkäufen verbucht, weil diese nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden dürfen.

Im Topf 2 werden alle anderen Verluste eingestellt.

Bereits im laufenden Jahr werden innerhalb der Töpfe die positiven Kapitalerträge mit den negativen einschließlich gezahlter Stückzinsen (§ 43 a Abs. 3 EStG) direkt verrechnet.

Können Verluste innerhalb des Jahres nicht vollständig verrechnet werden, hat der Kunde das Wahlrecht, entweder:

a) Die Verluste bei seiner Bank in den Verlusttopf des Folgejahres zu übertragen oder

b) Die Verluste im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung mit anderen Einkünften aus Kapitalvermögen, die der Kunde bei einer anderen Bank erzielt hat, zu verrechnen. Denn eine Verlustverrechnung zwischen verschiedenen Banken ist intern nicht möglich.

Übt der Kunde sein Wahlrecht unter b) aus, hat die Bank den nicht ausgeglichenen Verlust nach amtlich vorgeschriebenem Muster zu bescheinigen (§ 43 a Abs. 3 Satz 4 EStG). In diesem Fall darf die Bank keinen Verlust in den Verrechnungstopf des nächsten Jahres einbuchen, denn der Kunde wird nunmehr den Ausgleich mit anderen Kapitaleinkünften, die er außerhalb seiner Bank erzielt hat, im Rahmen der Steuerveranlagung vornehmen. Der Antrag auf die Bescheinigung ist unwiderruflich und muss bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres der auszahlenden Stelle zugegangen sein (§ 43 a Abs. 3 Satz 5 EStG). Ferner erhält der Kunde eine Steuerbescheinigung. Es werden somit zwei Bescheinigungen ausgestellt.

→ Verrechnung im Finanzamt

Wenn eine bankinterne Verlustverrechnung nicht möglich ist, weil zwei verschiedene Banken beteiligt waren, kann die Verrechnung solcher Verluste nur im Wege der Veranlagung durchgeführt werden. Hierzu stellen Sie einen Antrag auf Überprüfung des Steuerabzugs.

Anlage KAP
Zeile 5 Ich beantrage die Überprüfung.... Kennziffer 02               1   1 = Ja
Zeile 7 Kapitalerträge lt. Steuerbescheinigung Kennziffer 10                  3.500 € 
Zeile 10 Nicht ausgeglichener Verlust Kennziffer 25                  6.000 €

Das Finanzamt wird in diesem Fall für Sie einen Verlustvortrag von 2.500,00 € gesondert feststellen, der im nächsten Jahr berücksichtigt werden kann.

Tipp: Verluste im Ausland nicht vergessen

Wer in Deutschland (Inland) wohnt, muss auch seine ausländischen Kapitalerträge versteuern. Liegen die ausländischen Wertpapiere in einem inländischen Depot, wird die Abgeltungsteuer, wie bei inländischen Wertpapieren auch, unmittelbar von dem inländischen Kreditinstitut abgezogen.

Werden die Wertpapiere im Ausland verwahrt, muss der Anleger die erzielten Erträge in seiner Einkommensteuererklärung angeben (§ 32d Abs. 3 EStG). Dies gilt logischerweise auch für Verluste. Wollen Sie, dass Ihre ausländischen Verluste berücksichtigt werden, müssen Sie eine Anlage KAP abgeben.