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Tipp 11 Veräußerungsgeschäfte / Totalverlust

Anlage KAP

⇒   Veräußerungsgewinne / -verluste

Veräußerungsgewinne sind als Kapitalerträge steuerpflichtig. Beim Verkauf von Wertpapieren und Kapitalforderungen sowie bei Termingeschäften wird der Gewinn abzüglich der Veräußerungskosten angesetzt. Von diesen Ertrag  wird der Sparer-Pauschbetrag abgezogen, welcher allerdings nicht zum Verlust führen darf.

Verluste aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 6 EStG)

Aktienveräußerungsverluste dürfen nur mit Aktienveräußerungsgewinnen ausgeglichen bzw. verrechnet werden (eigenständiger Verlustvortrag).

Verbleibende Verluste aus Kapitalvermögen dürfen nicht mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden. Diese dürfen nur im Rahmen des Verlustvortrags mit anderen Kapitaleinkünften verrechnet werden.

n Zeile 8 sind zusätzlich die in Zeile 7 enthaltenen Gewinne aus Kapitalerträgen i. S. d. § 20 Abs. 2 EStG (Veräußerungsgewinne) einzutragen. Dazu gehören auch die Stückzinsen.

Tragen Sie die Beträge entsprechend den Angaben in der Steuerbescheinigung ein. Das Finanzamt benötigt die Angaben der bereits in Zeile 7 enthaltenen Veräußerungsgewinne noch einmal als Einzelbetrag, weil mögliche Veräußerungsverluste nur mit Veräußerungsgewinnen verrechnet werden dürfen (§ 20 Abs. 6 EStG).

Muster einer Steuerbescheinigung
Steuerbescheinigung für 20.. (Auszug für Privatkonten)
Herrn / Frau ....werden für das Kj. 20.. folgende Angaben bescheinigt:  
Zeile 7 Höhe der Kapitalerträge 4.122.85 €
Zeile 8 In Zeile 7 enthaltene Gewinne i. S. d. § 20 Abs. 2 Satz 1 EStG 549.09 €
Zeile 12 Höhe des in Anspruch genommenen Sparer-Pauschbetrages 801.00 €
Zeile 14 oder 15 EStG Kapitalertragsteuer 830.46 €
Zeile 51 Solidaritätszuschlag                                     45.47 €
Krüppelbank AG, Lügenhausen den 18.2.20..  
Dieses Schreiben wurde automatisch erstellt und versendet  

Folgen Sie beim Ausfüllen der Anlage KAP hinsichtlich der Zeilen den Angaben in der Steuerbescheinigung.

Verkauf von Aktien: First in first out

Wenn Sie Aktien verkaufen, werden Sie überlegen, ob ein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn anfällt, von dem die Bank dann Abgeltungssteuer einbehält. Haben Sie mehrfach Aktien von demselben Unternehmen erworben, gilt die Regel: First in first out. Dies bedeutet: Die Bank wird bei der Berechnung des Veräußerungsgewinns die zuerst – vielleicht preisgünstig - gekauften Aktien als zuerst wieder verkauft behandeln. Auf diese Weise könnte dann ein hoher Veräußerungsgewinn zu versteuern sein.

⇒   Auch Wechselkursgewinne sind steuerpflichtig

Nahezu alles, was dem Sparer zum Vorteil gereicht, unterliegt der Abgeltungsteuer. Auch Wechselkursgewinne sind ins Visier des Fiskus geraten. Zunächst hatte der Fiskus hier vom BFH eine Abfuhr erhalten (Urt. vom 24.10.2000 - VIII R 28/99). Ein Wechselkursgewinn sei nicht steuerpflichtig. Doch der Finanzminister hält mit einem Nichtanwendungserlass dagegen

⇒   Ausfall einer privaten Darlehensforderung

Der Verlust eines privaten Darlehens kann bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen nicht berücksichtigt werden. Bei der Überlassung von Kapitalvermögen zur Nutzung wird nicht das Kapital selbst, sondern seine Nutzungsmöglichkeit eingesetzt. Nur in diesem Rahmen besteht bei Aufwendungen auch ein wirtschaftlicher Zusammenhang mit den Zinserträgen. Das gilt auch bei risikobehafteten Darlehen, denn selbst ein im Hinblick darauf erhöhter Zins lässt den Darlehensverlust nicht als Aufwendungen erscheinen, die zur Erwerbung dieses Zinses gemacht werden.

Es sind zwar bei den Einkünften aus Kapitalvermögen auch Veräußerungsverluste zu berücksichtigen. Ein Forderungsausfall ist indessen keine Veräußerung i.S. des § 20 Absatz 2 Satz 2 EStG, der Totalausfall einer Kapitalforderung infolge einer Insolvenz des Darlehensnehmers keinen der in § 20 Abs.2 Satz 2 EStG aufgeführten Tatbestände erfüllt (BMF-Schreiben vom 18.1.2016 IV C 1 - S 2252/08 Rz 60, FG Düsseldorf 11.3.2015 – 7 K 3661/14).