Helfer in Steuersachen

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Tipp 50 Einnahmen aus Pflegschaft oder Ehrenamt?

Anlage SO, Zeilen 8 bis 11

Aufwandsentschädigungen aus Pflegschaften sind steuerpflichtige Einnahmen nach § 22 Nr. 3 EStG, soweit sie den Ehrenamtsfreibetrags nach § 3 Nr. 26a EStG von 720 € und ggf. höherer Werbungskosten übersteigen. Werbungskosten sind nur insoweit absetzbar, als sie den Freibetrag übersteigen (§ 3c Abs. 1 EStG). 

Beispiel:

Ein ehrenamtlicher Betreuer (z. B. gesetzlicher Vertreter in Familiensachen) erhält für jede Pflegschaft im Jahr eine Aufwandsentschädigung von 323 €. Auch wenn der Betreuer keine Werbungskosten hat, steht ihm gleichwohl ein pauschalierter Werbungskostenabzug von 25 % der Einnahmen zu.

  • Mehrere Pflegschaften

Wie hoch sind seine Einkünfte aus dieser Tätigkeit, wenn er 2, 3 oder 7 Pflegschaften hat?

Die Einkünfte betragen:

2 Pflegschaften:

Die Einnahmen betragen 646 €. Die Werbungskosten von (25 % von 646 % =) 163 € übersteigen nicht den Ehrenamtsfreibetrag von 720 €. Die Einkünfte betragen (646 € minus 720€ =) 0 €. Sie sind nicht anzugeben, weil unterhalb der Bagatellgrenze von 256 €. 

3 Pflegschaften:

Die Einnahmen betragen 969 €. Die Werbungskosten von (25 % von 969 € =) 243 € übersteigen nicht den Ehrenamtsfreibetrag, kommen also nicht zum Zuge. Die Einkünfte betragen (969 € minus 720 € =) 249 €. Sie sind nicht anzugeben, weil unterhalb der Bagatellgrenze.

7 Pflegschaften:

Die Einnahmen betragen 2.261 €. Die tatsächlichen Werbungskosten von (25 % von 2 261 € =) 566 € übersteigen den Ehrenamtsfreibetrag von 720 € nicht. Es sind also keine als Werbungskosten absetzbar. Die Einkünfte betragen (2.261€ minus 720 € =) 1 541€. 

Quelle: § 3 Nr. 26a, § 22 Nr. 3 EStG