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Tipp 20 Versorgungsausgleich

Anlage SO Zeile 4

⇒  Versorgungsausgleich nach Ehescheidung

Im Rahmen des Versorgungsausgleichs sind eine interne Teilung und eine externe Teilung vorgesehen. Die interne Teilung ist steuerneutral. Weder sind Zahlungen absetzbar noch empfangene Leistungen zu versteuern.

Interne Teilung bedeutet: Das Familiengericht überträgt für die ausgleichsberechtigte Person zulasten des Anrechts der ausgleichspflichtigen Person ein Anrecht in Höhe des Ausgleichswerts bei dem Versorgungsträger, bei dem das Anrecht der ausgleichspflichtigen Person besteht.

Anders hingegen bei der externen Teilung nach der Scheidung. Dann richtet sich der Ausgleich nicht mehr gegen den Versorgungsträger, sondern gegen den ausgleichspflichtigen Partner. Der Ausgleich erfolgt somit unter den Parteien selbst. Betroffen vom schuldrechtlichen Ausgleich sind vor allem Anrechte, die zum Zeitpunkt der Scheidung noch nicht ausgleichsreif sind (§ 19 VersAusglG).

Hier wird nach § 20 VersAusglG ein schuldrechtlicher  Ausgleich  vereinbart. Es wird eine schuldrechtliche Ausgleichsrente vereinbart, wenn die ausgleichspflichtige Person bereits eine laufende Versorgung bezieht.

Beim schuldrechtlichen Ausgleich bezieht die ausgleichsverpflichtete Person die Einkünfte unverändert in voller Höhe, muss aber einen Teil davon an die ausgleichsberechtigte Person weiterleiten (§ 10 Abs. 1a Nr. 4 EStG).

Dies bedeutet: Zahlungen im externen Versorgungsausgleich führen beim Ausgleichverpflichteten zu Sonderausgaben (§ 10 Abs. 1a Nr. 4 EStG / Hauptvordruck Zeile 38) und beim Ausgleichsberechtigten zur Versteuerung als sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 1a EStG / Anlage SO Zeile 4).

Vom Finanzamt zu berücksichtigen ist, in welchem Umfang die der Leistung zugrunde liegenden Einnahmen der Besteuerung unterliegen.

  • Einnahmen aus Rentenansprüchen

Liegt der Leistung eine nur mit einem Teil steuerpflichtige Leibrente des Ausgleichsverpflichteten zugrunde (Besteuerungsanteil nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG)/ Ertragsanteil § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG), sind die Leistungen des Verpflichteten nur i. H. d. steuerpflichtigen Anteils als Sonderausgaben absetzbar, und in dieser Höhe hat der Ausgleichsberechtigte die Leistung zu versteuern.

  • Einnahmen aus Versorgungsansprüchen

Soweit die Leistung hingegen auf Versorgungsbezügen beruht, die nach § 19 EStG grundsätzlich in voller Höhe der Besteuerung unterliegen, kommt der Abzug als Sonderausgaben bei ihm in voller Höhe in Betracht. Korrespondierend hierzu hat der Ausgleichsberechtigte nach § 22 Nr. 1c EStG die Leistung in voller Höhe zu versteuern

Quelle: § 22 Nr. 1c EStG