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Tipp 25 Einnahmen aus Unterhaltsansprüchen

Anlage SO Zeile 6

Sicherlich war Ihnen klar, als Sie die Anlage U Ihres Ex unterschrieben haben, dass die Unterhaltsleistungen von Ihnen versteuert werden müssen, soweit sie von Ihrem Ex als Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG abgezogen werden können.

Hier in Zeile 6 sind die Unterhaltsleistungen einzutragen, die Sie von Ihrem geschiedenen Ehegatten, Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten / Lebenspartner erhalten haben. Der Abzugsbetrag ist auf 13.805 € im Jahr begrenzt. 

Steuerpflichtig sind also  höchstens 13.805 €. Zahlt der Expartner mehr als 13.805 €, ist der übersteigende Betrag steuerfrei.

Krankenkassenbeiträge

Der Höchstbetrag von 13.805 € ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Wenn der Ex-Partner auch noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung übernommen hat, kann er diese zusätzlich abziehen, sind aber von Ihnen zusätzlich zu versteuern.

Beispiel: 

Ihr Ex-Partner zahlt mtl. 1.150 € für den regelmäßigen Unterhalt und zusätzlich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von mtl. 230 €. Sie haben übers Jahr gerechnet (1.150 € + 230 € = 1.380 € mal 12 =) 16.560 € zu versteuern. Ihr Ex-Partner kann in derselben Höhe Sonderausgaben absetzen.

Nach Einführung des Meldeverfahrens für Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ist ein Abzug als Sonderausgaben nur zulässig, wenn Ihr Ex-Partner die Beiträge als Versicherungsnehmer übernimmt. Ihr Ex-Partner gibt die Beiträge in seiner Anlage Vorsorgeaufwand in den > Zeilen 40 bis 45 an.

Ausgleich fordern

Durch die steuerliche Zurechnung der Unterhaltseinkünfte kann nicht nur eine Einkommensteuerbelastung entstehen; sie kann auch zum Verlust von staatlichen Förderleistungen führen. Sie sollten deshalb, bevor Sie die Anlage U unterschreiben, einen Ausgleich für die anfallenden Steuern und auch einen Ausgleich für den Wegfall von staatlichen Leistungen fordern. Hierauf haben Sie einen zivilrechtlichen Anspruch. Die Ausgleichszahlung müssen Sie versteuern, Ihr Ex-Partner kann sie absetzen, wobei auch hierfür der Höchstbetrag von 13.805 € gilt.

Sind Ihnen im Streit mit Ihrem Ex-Partner Aufwendungen entstanden, z. B. wegen Unterhaltsleistungen, Kosten für Rechtsberatung oder Mahn- und Gerichtskosten, können Sie diese Beträge hier absetzen. Sofern Sie keine höheren Werbungskosten haben, berücksichtigt das Finanzamt automatisch den Pauschbetrag nach § 9a EStG von 102 €, soweit dieser nicht bereits bei den Renteneinkünften (Anlage R) abgezogen worden ist.

Quelle: § 22 EStG