Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Tipp 10.5 Mieteinkünfte auf Kinder verlagern

Anlage V

Es geht hier darum, die steuerlichen Freibeträge der Kinder auszuschöpfen, indem Einkünfte von den Eltern auf Kinder verlagert werden.

Bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung gelingt dies am besten durch Übertragung einer Wohnung, abgesegnet vom BFH im Urteil vom 30.06.1999 - IX R 83/95.

⇒   Steuerersparnisse erzielen 

Mit einem solchen Manöver können Sie als Eltern Ihre steuerpflichtigen Einkünfte verringern und damit der Steuerprogression die Spitze brechen. Auch gehen dann nicht mehr die steuerlichen Freibeträge für Kinder sang- und klanglos den Bach runter. Das sind pro Kind der Grundfreibetrag von 9.000 € (Wert für 2018) und der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 €.

⇒ Nettorendite nach Steuern verdoppeln

Zugleich verdoppelt sich bei den Kindern die Nettorendite nach Steuern.

Beispiel:

Die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung aus einer für 100.000 € erworbenen Eigentumswohnung betragen 4.000 €. Die Nettorendite vor Steuern beträgt somit (4.000 € : 100.000 € x 100 =) 4 %. Beträgt Ihr persönlicher Steuersatz 50 %, bleiben Ihnen 2.000 €. Damit vermindert sich die Nettorendite nach Steuern auf (2.000 € : 100.000 € x100 =) 2 %.

Wenn Sie die Eigentumswohnung auf Ihr Kind überschreiben lassen, bleibt der Familie die Nettorendite von 4 % erhalten.

Ergänzungspfleger kein Problem

Bei minderjährigen Kindern hat ein Ergänzungspfleger den notariellen Vertrag mit zu unterschreiben (BFH 23.4.1992  IV R 46/91), weil Grundbesitz finanzielle Belastungen mit sich bringt, wie z. B. Reparaturaufwand (§§ 107 ff BGB). Den Ergänzungspfleger können Sie selbst aus Ihrem Bekanntenkreis bestimmen.

Übertragung grunderwerbsteuerfrei

Grundstückserwerbe unter Verwandten in gerader Linie (Großeltern, Eltern, Kinder) sind grunderwerbsteuerfrei (§ 8 Nr. 6 GrEStG).

Schenkungsteuer Fehlanzeige

Schenkungen an leibliche Kinder sind alle 10 Jahre bis 400.000 € schenkungssteuerfrei (§§ 14 und 16 ErbStG). Die Übertragung von Vermögen auf Kinder hat seit 2012 an Attraktivität gewonnen, nachdem die Höhe der eigenen Einkünfte von volljährigen Kindern für Kindergeld und Kinderermäßigung keine Rolle mehr spielen.

Quelle: § 21 Abs. 1 EStG