Helfer in Steuersachen

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Tipp 090 Überkreuzvermietung unzulässig, aber …

Anlage V

Bei einer wechselseitigen Vermietung werden die betreffenden Mietverträge steuerrechtlich nicht anerkannt, wenn in etwa gleichwertige Wohnungen von Angehörigen angeschafft werden, um sie sofort wieder dem anderen zu vermieten (FG Münster Urteil vom 20.01.2010 - 10 K 5155/05 E).

Auch der BFH hat ähnliche Mietverträge nicht anerkannt (BFH Urteil vom 22.01.2013 - IX R 18/12).

Beispiel:

Drei einander nahestehende Personen haben gemeinsam drei in sich abgeschlossene Wohneinheiten errichtet und sich gegenseitig zum Teileigentum übertragen und die Wohnungen sodann wechselseitig untereinander zu Wohnzwecken vermietet. Mietverträge dieser Art werden, weil rechtsmissbräuchlich, nicht anerkannt.

Aber:

Wer sein Haus an seine Eltern vermietet, selbst aber ein Haus seiner Eltern unentgeltlich nutzt, kann die Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehen (BFH 14.1.2003 – IX R 5/00).

Worum geht es im Streitfall? Die Eltern des Steuerpflichtigen sind Eigentümer eines Wohngrundstücks, das sie bislang selbst nutzten. Zum 1. Juli 01 erwarb der Sohn Wohngrundstück und vermietete es an die Eltern, deren Haus er seitdem unentgeltlich bewohnt. Der von seinen Eltern zu zahlende Mietzins beträgt nach dem schriftlichen Mietvertrag 1.500 € pro Monat; Nebenkosten sind von den Eltern selbst und unmittelbar zu tragen. Im Streitjahr erzielte der Steuerpflichtige aus der Vermietung seines Hauses an die Eltern einen Werbungskostenüberschuss (Verlust) in Höhe von 88.719 €, weil auf seine Kosten das Haus umfassend renoviert hatte. Der Verlust wurde anerkannt.

Quelle: § 21 EStG