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Tipp 50 Als Zahlvater auf seine Rechte achten

Anlage Kind, Zeilen 38 bis 42

Zahlväter leben entweder von der leiblichen Mutter getrennt oder sind von ihr geschieden oder sind nicht mit ihr verheiratet. Einem Zahlvater steht die Hälfte des Kinderfreibetrages in Höhe von 4.788 € (Wert für 2018) zu. .

Betreuungsfreibetrag in voller Höhe

Den Betreuungsfreibetrag von 2.640 € erhält auf Antrag die Mutter in voller Höhe, weil das Kind in deren Haushalt lebt.

Eintragungshinweis

Anlage Kind Zeile 40 ausfüllen

- Volle Kinderermäßigung steht zu, wenn...

Als Zahlvater haben Sie indessen keinen Anspruch auf Kinderermäßigung, wenn Sie Ihrer Unterhaltspflicht nicht ausreichend nachgekommen sind. In diesem Fall kann die Mutter auf Antrag den vollen Kinderfreibetrag beanspruchen.

Wenn Sie aber so geringe Einkünfte haben, dass Sie für Ihr Kind keinen oder nur einen minimalen Unterhalt zahlen müssen, werden Sie steuerlich so gestellt, als ob Sie Ihrer Unterhaltspflicht nachgekommen sind. Deshalb steht Ihnen der halbe Kinderfreitrag zu. Eine Übertragung des halben auf die Mutter ist nicht zulässig. Auch eine einvernehmliche Übertragung ist in diesen Fällen nicht möglich.

Wenn Sie indessen ohnehin nur geringe Einkünfte haben und deshalb keine Einkommensteuer zahlen müssen, können Sie ohne Weiteres der Übertragung der halben Kinderermäßigung an die Mutter zustimmen.

- Anrechnung des halben Kindergeldes auf Unterhaltszahlung

Wenn Sie Unterhalt zahlen, lassen Sie sich die Hälfte des Kindergeldes auf die Unterhaltsverpflichtung anrechnen.

Da es eine Aufteilung des Kindergeldes nicht gibt, landet das Kindergeld immer bei einem Elternteil, meistens bei der Mutter, weil das Kind in deren Haushalt lebt. Sie als sog. Zahlvater haben aber auch Anspruch auf das Kindergeld, erhalten dieses aber nur auf einem Umweg. In Höhe von 50 % des Kindergeldes dürfen Sie Ihre Unterhaltsverpflichtung kürzen. Sie haben also in Höhe des halben Kindergeldes einen zivilrechtlichen Ausgleichsanspruch. Achten Sie beim Aushandeln des Unterhalts darauf, dass diese Gegenrechnung für Sie nicht unter den Tisch fällt.

Quelle: § 1612b BGB