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Tipp 65 Behinderten-Pauschbetrag übertragen

Anlage Kind, Zeilen 64 bis 66

⇒    Behinderten-Pauschbetrag übertragen

Sie können den Behinderten-Pauschbetrag, der Ihrem Kind zusteht, auf sich übertragen lassen, wenn Ihr Kind wegen fehlender Einkünfte den Behinderten-Pauschbetrag selbst nicht in Anspruch nehmen kann (§ 33b Abs. 5 EStG). Den Antrag dazu stellen Sie in > Zeile 64 Anlage Kind.

- Suchkrankheit gilt als Behinderung

Eine Suchtkrankheit kann steuerlich als Behinderung gelten. Der Nachweis einer solchen Behinderung (§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG) muss nicht unbedingt durch das Versorgungsamt festgestellt, sondern kann auch auf andere Weise erbracht werden, z. B. durch ein Zeugnis der behandelnden Ärzte (BFH Urteil vom 16.04.2002 - VIII R 62/99). Ist Ihr Kind drogenabhängig oder leidet an Magersucht und kann sich deswegen nicht selbst unterhalten, sollten Sie Kindergeld beantragen, auch über das 25. Lebensjahr des Kindes hinaus.

⇒    Was gilt bei getrennt lebenden Eltern?

Der Behindertenpauschbetrag eines Kindes wird grundsätzlich zur Hälfte auf die Eltern aufgeteilt, wenn das Kind den Pauschbetrag nicht selbst in Anspruch nehmen kann. Bei der Einzelveranlagung können die Eltern hiervon eine abweichende Bestimmung treffen (FG Köln 26.10.2010 - 1 K 2939 / 10).

Quelle: § 32 Abs. 4 Nr. 3, § 33b Abs. 5 EStG