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Tipp 11.0 >> Behindertenpauschbetrag übertragen / Zeile 64

Anlage Kind, Zeilen 64-66

Zum Pauschbetrag für behinderte Menschen siehe Hauptvordruck.

Wenn sich beim Kind der Behinderten-Pauschbetrag nicht auswirkt, weil es keine oder nur geringe Einkünfte hat, sollte ein Antrag auf Übertragung auf die Eltern gestellt werden (§ 33b Abs. 5 EStG / Anlage Kind Zeile 64).  

Dies bedeutet: Steht Ihrem Kind, für das Sie Anspruch auf einen Freibetrag für Kinder oder auf Kindergeld haben, ein Behinderten-Pauschbetrag zu, können Sie diesen geltend machen, wenn das Kind den Pauschbetrag nicht selbst in Anspruch nimmt. Zur Höhe der Pauschbeträge vgl. Erläuterungen zu den Zeilen 61 bis 64 des Hauptvordrucks

Geben Sie bitte den Grad der Behinderung an und reichen Sie die Nachweise ein, falls diese dem Finanzamt nicht bereits vorgelegen haben. Die notwendigen Nachweise erhalten Sie bei Behinderung von der für die Durchführung des Bundesversorgungsgesetzes zuständigen Behörde (z. B. Versorgungsamt). Der Behinderten-Pauschbetrag von 3.700 € kann auch bei Vorlage des Bescheids über die Einstufung als Schwerstpflegebedürftiger (Pflegestufe III) gewährt werden

⇒   Welcher Elternteil hat Anspruch?

Bei geschiedenen, dauernd getrennt lebenden oder Eltern nichtehelicher Kinder steht jedem Elternteil der Behinderten-Pauschbetrag, der zu übertragen ist, je zur Hälfte zu.

Zeile 66 Kennziffer 28 der Anlage Kind: Auf gemeinsamen Antrag beider Eltern kann der Pauschbetrag in einem beliebigen Verhältnis aufgeteilt werden.

Wichtig

Kindergeld oder Kinderfreibeträge erhalten Eltern auch für bereits erwachsene behinderte Kinder, deren Anspruch auf den Pauschbetrag auf die Eltern übertragen werden kann, wenn das Kind sich nicht selbst unterhalten kann (§ 32 Abs. 4 Nr. 3 EStG).

⇒   Sucht als Behinderung

Auch eine Suchtkrankheit des Kindes kann eine Behinderungen darstellen. Wird eine solche Behinderung für ein Kind festgestellt, kann der Behinderten-Pauschbetrag des Kindes auf die Eltern übertragen werden. Der Nachweis einer  Behinderung (§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG) muss nicht unbedingt durch das Versorgungsamt festgestellt, sondern kann auch auf andere Weise erbracht werden, z. B. durch ein Zeugnis des behandelnden Arztes (BFH Urteil vom 16.04.2002 - VIII R 62 / 99). Auch dann, wenn Ihr volljähriges Kind drogenabhängig ist oder an Magersucht leidet und sich deswegen nicht selbst unterhalten kann, sollten Sie Kindergeld beantragen, auch über das 25. Lebensjahr des Kindes hinaus und sich darüber hinaus den Behinderten-Pauschbetrages übertragen lassen.

Quelle: § 32 Abs. 4 Nr. 3, § 33b Abs. 5 EStG