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Tipp 20.2 Kinderfreibeträge für ein Pflegekind

Anlage Kind, Zeile 10

Pflegeeltern erhalten vorrangig vor den leiblichen Eltern die Freibeträge. Den leiblichen Eltern stehen demzufolge die Freibeträge nicht zu.

Beispiel:

Die Eheleute Hannelore und Heribert Muster haben den am 10. 03. 2012 geborenen Maximilian Schmidt durch Vermittlung des Jugendamtes als Pflegekind aufgenommen, weil die leibliche ledige Mutter Hedwig Schmidt das Kind nicht hinreichend betreuen kann. Das natürliche Obhutsverhältnis zur Mutter besteht nicht mehr. Maximilian lebt also auf Dauer bei den Pflegeeltern und diese haben das Kind nicht zu Erwerbszwecken in ihren Haushalt aufgenommen. Ein Pflegeverhältnis zu Erwerbszwecken wird nur unterstellt, wenn mehr als sechs Pflegekinder im Haushalt der Pflegeeltern leben.

Der amtliche Pflegesatz des örtlichen Jugendamtes beträgt 500 €, hinzu kommt die Erstattung von Sachaufwendungen wie Kleidung, Bettzeug, Mobiliar, ggfs. auch eine neue Waschmaschine (SGB VIII). Diese Umstände sind aber für den Bezug von Kindergeld oder die Kinderermäßigung ohne steuerliche Bedeutung.

Die Pflegeeltern erhalten die volle Kinderermäßigung. Die leibliche Mutter Hedwig Schmidt darf für ihren Sohn Maximilian keine Steuerermäßigung beantragen, da das leibliche Kindschaftsverhältnis zu Maximilian erloschen ist. Das Pflegekindschaftsverhältnis bei den zusammenveranlagten Eheleuten Muster hat Vorrang (§ 32 Abs. 6 EStG).

Eintragungshinweis

Zeile 10 Kennziffer 02    2 = Pflegekind  Kennziffer 03     2 = Pflegekind

Zeile 11 Hedwig Schmidt, Geburtsdatum 11.12.1990 Kennziffer 04 0101 bis 3112

Zeile 12 Münster, Maikottenweg 115, Art des Kindschaftsverhält. 1 = leibliches KInd

Quelle: § 32 Abs. 1 EStG