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Tipp 10.0 >> Schulgeld / Zeile 61

Anlage Kind Zeile 61

⇒   Schulgeld als Sonderausgaben

Schulgeld ist absetzbar, wenn das Kind eine (Privat-)Schule in Deutschland, im EU- bzw. EWR-Ausland (Island, Liechtenstein, Norwegen) oder eine deutsche Schule im Ausland besucht.  Absetzbar sind 30 % des Schulgeldes bis zu einem Höchstbetrag von 5.000 € je Kind (§ 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG).

Sie tragen das volle Schulgeld in Zeile 61 ein, das Finanzamt kürzt auf 30 %. 

Tragen Sie bitte das von Ihnen an die Schule/ den Schulträger entrichtete Entgelt, gemindert um Beträge für Beherbergung, Betreuung und Verpflegung, in Zeile 61 ein. Belege sind nicht beizufügen.

Auskünfte über die Zulassung des Trägers erteilen z. B. das jeweilige Bildungs- und Kultusministerium eines Bundeslandes, die Kultusministerkonferenz der Bundesländer, eine Zeugnisanerkennungsstelle oder eine Schulbehörde. 

Neben dem Schulgeld sind auch Investitionsbeiträge, Ergänzungsbeiträge und ähnlich bezeichnete Beiträge, die die Kosten des laufenden Schulbetriebs decken sollen, als Sonderausgaben abziehbar. Entgelte an Hochschulen und Fachhochschulen sowie Entgelte für den Besuch einer Berufsakademie / Dualen Hochschule, mit dem im Anschluss an den Erwerb der Hochschul- oder Fachhochschulreife ein akademischer Abschluss (z. B. Bachelor) erreicht werden soll, sind nicht abziehbar. 

Beachten Sie bitte, dass der Höchstbetrag für jedes Kind, bei dem die Voraussetzungen vorliegen, je Elternpaar nur einmal gewährt wird. 

Dies bedeutet: Eltern, deren Kind ein Internat oder eine Privatschule besucht, steht ein Freibetrag in Höhe von 30 % des Schulgeldes zu, höchstens 5.000 €, der als Sonderausgaben abgezogen wird (§ 10 Abs. Nr. 9 EStG). Tragen Sie den vollen Betrag - bis zu (5.000 € : 30 % x 100 % =) 16.666 € - in Zeile 61 ein. Die Kürzung auf 30 % wird vom Finanzamt vorgenommen. Begünstigt sind Internate und Schulen in der EU in freier Trägerschaft, die zu einem allgemein bildenden oder berufsbildenden Abschluss führen.

Sie tragen bei Zusammenveranlagung ein:

Zeile 61   Bodelschwingh-Gymnasium in Ahaus       Kennziffer   24   3.600 €

Kürzung auf 30 %

⇒   Schulgeld als außergewöhnliche Belastungen

Wenn der Besuch eines Internats für das Kind medizinisch notwendig ist, können die Aufwendungen alternativ als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden (Hauptformular Zeile 67). Dies hat z. B. der BFH im Falle einer Hochbegabung des Kindes entschieden (BFH-Urt. vom 12.05.2011 - VI R 37 10). Bei einem Aufwand pro Jahr von 25.000 € - wie im Urteilsfall - kann der Abzug als außergewöhnliche Belastung günstiger sein als der Sonderausgabenabzug.

⇒   Schulgeld als Kinderbetreuungskosten

Wenn das Internat zusätzlich einen Posten für die Hausaufgabenbetreuung ausweist und die übrigen Voraussetzungen vorliegen (Alter des Kindes bis 14 Jahre), können diese Kosten zusätzlich als Kinderbetreuungskosten (Hauptvordruck Zeile 71) abgezogen werden (§ 35a EStG).

Kinderbetreuungskosten für zu Ihrem Haushalt gehörende Kinder, für die Ihnen Kindergeld oder ein Freibetrag für Kinder zusteht, können ab Geburt des Kindes bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres berücksichtigt werden. Darüber hinaus können solche Aufwendungen für Kinder berücksichtigt werden, die wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande sind, sich selbst finanziell zu unterhalten. Das gilt auch für Kinder, die wegen einer vor dem 1.1.2007 in der Zeit ab Vollendung des 25. Lebensjahres und vor Vollendung des 27. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten. 

Kinderbetreuungskosten sind in Höhe von zwei Drittel der Aufwendungen, höchstens 4.000 € je Kind und Kalenderjahr abziehbar. 

Für im Ausland lebende Kinder wird der Höchstbetrag ggf. gekürzt (vgl. die Tabelle in den Erläuterungen zur Anlage Unterhalt).  .

⇒   Privatschulen in Zahlen

Knapp 10 % aller Schüler in Deutschland gehen in eine allgemeinbildende Privatschule, im OECD-Durchschnitt sind es gut 14 %. Privatschulen werden zwischen 33 % und 75 % aus öffentlichen Kassen finanziert (§ 7 Abs. 4 GG). In NRW sind es 75 %. Die restlichen Mittel zum Unterhalt der Schule werden anderweitig aufgebracht. Je nach Höhe der öffentlichen Mittel ist das Schulgeld unterschiedlich hoch. Im Schnitt betragen die Gebühren 120 bis 200 € monatlich. Viele Schulen staffeln die Gebühren nach dem Einkommen der Eltern oder vergeben Stipendien. Die meisten Privatschulden werden durch Kirchen betrieben. Rund die Hälfte der Katholischen Schulen nimmt kein Schulgeld.