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Tipp 20.0 >> Kindschaftsverhältnis, Dreh- und Angelpunkt

Anlage Kind Zeile 10

Kindergeld oder Kinderfreibeträge werden nicht für jedes Kind gewährt, das der Steuerzahler fürsorglich betreut. Steuerzahler und Kind müssen in einem sog. Kindschaftsverhältnis stehen.

Mit dem Begriff »Kindschaftsverhältnis« grenzt der Fiskus den Personenkreis ein, der Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibeträge  hat (§ 32 Abs. 1 und 2 EStG).

Welche Kinder werden berücksichtigt?

Meistens ist die Frage, ob Eltern Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibeträge haben, nicht problematisch. Allerdings sind die Sachverhalte zwischen Eltern und Kindern vielgestaltig, was steuerlich berücksichtigt werden muss. Den sich ergebenden Fragen geht der Fiskus in den Zeilen 11 bis 14 der Anlage Kind nach.

Berücksichtigt werden:

1. Leibliche Kinder, sofern sie nicht adoptiert worden sind.

2. Adoptivkinder.

3. Pflegekinder. Dazu gehören nicht Kostkinder, die aus finanziellen Gründen in den Haushalt aufgenommen worden sind.

4. Stiefkinder und Enkelkinder, wenn sie im Haushalt der Stiefeltern oder Großeltern leben und diesen von den leiblichen Eltern der Kinderfreibetrag ausdrücklich übertragen wird.

Dies bedeutet im Einzelnen: Ein Kindschaftsverhältnis besteht zwischen Eltern und ihrem leiblichen Kind, ihrem angenommenen Kind (Adoptivkind) und ihrem Pflegekind. Ist das Kindschaftsverhältnis zu einem leiblichen Kind durch Adoption erloschen, dürfen die leiblichen Eltern dieses Kind nicht mehr in der Steuererklärung angeben.

Haben Sie ein Kind im Laufe zur Adoption angenommen, teilen Sie bitte dem Finanzamt das Datum mit. 

Entsprechendes gilt, wenn Ihr leibliches Kind im Laufe des Jahres bei einer anderen steuerpflichtigen Person Pflegekind geworden ist, teilen Sie dies bitte ebenfalls dem Finanzamt unter Angabe des Datums mit 

Pflegekinder sind Kinder, mit denen Sie durch ein familienähnliches, auf längere Dauer berechnetes Band verbunden sind und die Sie nicht zu Erwerbszwecken (z.B. als Tagesmutter) in Ihren Haushalt aufgenommen haben. Voraussetzung ist, dass das Obhuts- und Pflegeverhältnis zu den leiblichen Eltern nicht mehr besteht.

Ist der andere Elternteil verstorben, haben Sie Anspruch auf die vollen Freibeträge für Kinder. Entsprechendes gilt, wenn der andere Elternteil im Ausland lebte und nicht unbeschränkt steuerpflichtig war. Hierzu reichen die Angaben in den Zeilen 11 und 14 aus. 

Zur Berücksichtigung von Stief- und Enkelkindern beachten Sie bitte Erläuterungen zu den Zeilen 38 bis 43. 

Anmerkung:

Stiefkinder und Enkelkinder fallen nicht unter den steuerlichen Kindbegriff (§ 32 Abs. 1 und 2 EStG), wohl aber unter den Kindbegriff für den Bezug von Kindergeld (§ 63 EStG). In > Zeile 10 der Anlage Kind werden notwendigerweise auch diese Kindbegriffe angesprochen.

Quelle: § 32 EStG