Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Tipp 04 Was ist günstiger, Kindergeld oder Kinderfreibeträge?

Anlage Kind

Eltern erhalten entweder Kindergeld (§§ 62 bis 78 EStG) oder den Abzug von Kinderfreibeträgen bei der Steuer (§ 32 Abs. 6 EStG). Was günstiger ist, stellt das Finanzamt bei der Veranlagung zur Einkommensteuer fest (§ 31 EStG / Familienleistungsausgleich).

Es kommt auf den Einzelfall, was günstiger ist, der Bezug von Kindergeld oder der Abzug von Kinderfreibeträgen bei der Steuer.

Die Jahres-Einkommensgrenze, bei der die Kinderfreibeträge günstiger sind, liegt für ein zusammen veranlagtes Ehepaar mit einem Kind bei etwa 60.000 €. Erst ab dieser Grenze - mit einem Spitzensteuersatz von etwa 31,5 % - ist die steuerliche Entlastung durch Freibeträge höher als das bereits bezogene Kindergeld. Kommen die Steuerfreibeträge zum Ansatz, rechnet das Finanzamt das bereits erhaltene Kindergeld der Einkommensteuer wieder hinzu. Ist der Bezug von Kindergeld günstiger, verbleibt es beim Kindergeld.

Vom dritten Kind ab verschiebt sich die Einkommensgrenze weiter nach oben.

Beispiel:

Zusammen veranlagte Eltern mit einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 € haben ein Kind. Der Vorteil aus Kindergeld oder Steuerfreibeträgen ist hier gleich hoch.

Probe:

Zu versteuerndes Einkommen 60.000 €, Steuersatz lt. Splittingtabelle 31.5 %, Steuervorteil aus Kinder- und Betreuungsfreibetrag von 7.428 € x 31,5 % = 2.337 €. Dieser Betrag entspricht nahezu der Höhe des jährlichen Kindergeldes von 2.328 € (Werte für 2018). Erst bei einem Einkommen von mehr als 60.000 € ergibt sich ein höherer Steuervorteil.

Quelle: § 32 Abs.6 EStG, Abschnitt X EStG