Helfer in Steuersachen

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Tipp 25 Eigene Einkünfte der unterstützten Person

Anlage Unterhalt

⇒   Kürzung des Höchstbetrages

Hat die unterstützte Person eigene Einkünfte und Bezüge, wird der Höchstbetrag von 9.000 € (Wert für 2018)  und die absetzbaren Basiskranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge gekürzt. BAföG-Zuschüsse (nicht Darlehen) werden dabei in voller Höhe angerechnet. Andere Bezüge und Einkünfte werden angerechnet, soweit sie den anrechnungsfreien Betrag von 624 € im Jahr übersteigen (§ 33a Abs. 1 Satz 5 EStG).

⇒   Einkünfte und Bezüge

Unter >>Einkünfte<< ist die Summe aller Einkünfte aus den sieben Einkunftsarten zu verstehen. Dazu gehören auch die Einkünfte aus Kapitalvermögen. Sie werden in Höhe der Kapitalerträge minus Sparer-Pauschbetrag als Einkünfte angesetzt, wenn sie der tariflichen Einkommensteuer unterliegen. Erfolgte die Besteuerung mit dem Abgeltungstarif, gehören die Zinsen ohne Abzug des Sparer-Pauschbetrags zu den Bezügen. Desgleichen gehören zu den Bezügen alle weiteren Einnahmen der unterstützten Person, die nicht versteuert werden und dem Lebensunterhalt zur Verfügung stehen, zu berücksichtigen, so z. B. der steuerfreie Betrag von Renten.

Zeilen 4 und 6 der Anlage Unterhalt

Lebt die unterhaltene Person mit anderen Personen, die nicht bedürftig sind, in einem gemeinsamen Haushalt, wird der Unterhaltshöchstbetrag gleichwohl - nach Köpfen - aufgeteilt, abgesegnet vom BFH Urteil vom 17.12.2009 - VI R 64/08.

Sie tragen ein:

Die gesamte Rente Ihres Schützlings tragen Sie in Zeile 47 Spalte 5 und den steuerpflichtigen Teil in Zeile 47 Spalte 6 ein. Aus der Differenz ergeben sich die sonstigen Bezüge, die in Zeile 51 unter Sozialleistungen und übrige Bezüge einzutragen sind.

Je nach Art der Rente ist der steuerpflichtige Teil der Rente den Tabellen 1 und 2 in § 22 EStG oder der Tabelle in § 55 EStDV zu entnehmen.

Vereinfachte Angaben

Es geht aber auch einfacher. Die Aufteilung der Rente in steuerfrei und steuerpflichtig ist nur deshalb erforderlich, weil der steuerpflichtige Teil um den Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 € und der steuerfreie Teil (die sonstigen Bezüge) um einen Abzugsbetrag von 180 € gekürzt werden müssen. Letztendlich ist es deshalb einerlei, wie hoch der steuerpflichtige und der steuerfreie Teil sind. Tragen Sie in Zeile 47 als steuerpflichtigen Teil mit 52 % der gesamten Rente und in Zeile 51 den Rest. Das Finanzamt errechnet daraus zutreffend die Einkünfte und Bezüge Ihres Schützlings.

Das Kästchen für Werbungskosten lassen Sie offen, weil es Werbungskosten bei Rentenbezügen praktisch nicht gibt.

⇒     Unterstützung beider Elternteile

Unterstützen Sie Ihre Eltern, die in Haushaltsgemeinschaft leben, verdoppeln sich alle Beträge. Es verdoppelt sich der Unterhaltshöchstbetrag von 9.000 € auf 18.000 € (Werte für 2018) und der anrechnungsfreie Betrag von 624 € auf 1.248 €. Angerechnet werden die gemeinsamen Einkünfte der Ehegatten.

Anlage Unterhalt Zeile 4 Anschrift des Haushalts

Anlage Unterhalt Zeile 6 Anzahl der Personen, die in dem Haushalt lt. Zeile 4 lebten

Beispiel:

Der Steuerzahler unterstützt seine betagten Eltern mit 800 € im Monat, damit sie besser über die Runden kommen. Sein Vater hat nur eine Rente von mtl. 500 € und seine Mutter von 400 €.

Berechnung des absetzbare  Betrages 

Aufwendungen im Kalenderjahr 9.600 €    
Unterhaltshöchstbetrag (Wert für 2018)     18.000 €
- Kürzung wegen eigener Einkünfte und Bezüge      
Steuerpflichtige Rente des Vaters 3.500 €    
- Werbungskosten-Pauschbetrag 102 €    
Einkünfte des Vaters 3.398 € >3.398 €  
+ Bezüge des Vaters 2.500 €    
- Kostenpauschale 180 €    
Verbleiben Bezüge des Vaters 2.320 € >2.320 €  
Steuerpflichtige Rente der Mutter 2.800 €    
- Werbungskosten-Pauschbetrag 102 €    
Einkünfte der Mutter 2.698 € >2.698 €  
+ Bezüge der Mutter 2.000 €    
- Kostenpauschale 180 €    
Verbleiben Bezüge der Mutter 1.820 € >1.820 €  
Summe   10.236 €  
- Anrechnungsfrei   1.246 €  
Schädliche Einkünfte und Bezüge   8.988 € >8.988 €
Verbleibt gekürzter Höchstbetrag     9.012 €
Absetzbar Aufwendungen 9.600 €, höchstens     9.012 €

Quelle: § 33a Abs. 1 EStG