Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Tipp 05.4 Lebte in meinem Haushalt / Zeile 36

Anlage Unterhalt Zeile 36

Gemeinsamer Haushalt

Lebt die unterstützte Person bei Ihnen im Haushalt, wird – auch ohne nachgewiesene Zahlungen – von Aufwendungen in Höhe des Höchstbetrags von 9.000 € (Wert für 2018) jährlich ausgegangen. Tragen Sie ein 1 = Ja, falls dies zutrifft und geben Sie den Zeitraum an (0101-3112). In diesem Fall sind keine Nachweise erforderlich.

Beispiel:

Der Steuerzahler hat seine mittellose Schwester in seinen Haushalt aufgenommen.

Nicht eingetragene Lebenspartnerschaft

Partner einer nicht eingetragenen Lebenspartnerschaft sind steuerlich den gesetzlich unterhaltsberechtigten Personen gleichgestellt, wenn eine sozialrechtliche Bedarfsgemeinschaft / Haushaltsgemeinschaft mit dem Steuerzahler besteht (§ 7 Abs. 3 Nr. 3c i.V. mit Abs. 3a SGB II und § 20 SGB XII).

Geben Sie als Verwandtschaftsverhältnis an: Lebenspartner.

Beispiel: Nicht eingetragene Lebenspartnerschaft mit Kind (VZ 2018):

Alfred Muster und Berti Fuchs leben zusammen in Haushaltsgemeinschaft (nicht eingetragene Lebenspartnerschaft) mit dem leiblichen Kind von Berti aus einer vorherigen Beziehung. Im Kalenderjahr hat Alfred Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit in Höhe von 30.000 € bezogen und kann einen Verlust aus privaten Veräußerungsgeschäften in Höhe von 5.000 € ausweisen. Hierauf entfallen Steuern in Höhe von 5.000 € und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 6.200 €. Des Weiteren hat Alfred im April 01 eine Einkommensteuererstattung in Höhe von 1.000 € erhalten. Berti erhält Kindergeld und hat darüber hinaus keine eigenen Einkünfte und Bezüge.

Für die Ermittlung der maximal abziehbaren Unterhaltsaufwendungen sind die verfügbaren Nettoeinkommen des Unterhaltsleistenden und der unterhaltenen Person(en) zusammenzurechnen und dann nach Köpfen auf diese Personen zu verteilen (BFH-Urteil vom 17.12.2009, BStBl 2010 II S. 343).

Berechnung der außergewöhnlichen Belastung nach § 33a Abs. 1 EStG / BMF, 7.6.2010, IV C 4 - S 2285/07 für 2018:

Bei der Ermittlung und Verteilung des verfügbaren Nettoeinkommens ist das Kind nicht zu berücksichtigen, weil für das Kind Kindergeld bezogen wird. 

Aufwendungen = Höchstbetrag

 9.000 €

 9.000 €

Nettoeinkommen des  Alfred

 

 

Arbeitslohn

30.000 €

 

- Werbungkosten-Pauschbetrag

  1.000 €

 

- Verlust aus privatem Veräußerungsgeschäft

  5.000 €

 

+  Einkommensteuererstattung

  1.000 €

 

- Sozialversicherung

  6.200 €

 

- Lohnsteuer

  5.000 €

 

Nettoeinkommen des Alfred

13 .800 €

 

Nettoeinkommen von Berti

         0 €

 

Gemeinsames Einkommen

13.800 €

 

- Einkünfte von Berti = 50 %

  6.900 €

 

- Anrechnungsfreier Betrag      

    624 €

 

Verbleiben anzurechnen

  6.276 €  

-  6 .276 €

Absetzbar bei Alfred

 

2.724 

Bei der Ermittlung und Verteilung des verfügbaren Nettoeinkommens ist das Kind von Berti nicht zu berücksichtigen, weil Berti für das Kind Kindergeld erhält.  

Quelle: § 33a Abs. 1 EStG; BMF, 7.6.2010, IV C 4 - S 2285/07