Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

Tipp 50 Stundung von Steuerschulden

Drei Tage Schonfrist billigt Ihnen der Fiskus zu. Solange dürfen Sie die Zahlung hinauszögern, ohne dass Säumniszuschläge anfallen (§ 240 Abs. 3 AO). Da die Säumniszuschläge von 1 % für jeden angefangenen Monat berechnet werden, müssen Sie die Schonfrist genau einhalten, also für die Überweisung einen Vorlauf einplanen.

Doch was bringen schon drei Tage? Einen längeren Zahlungsaufschub können Sie aber erwirken, indem Sie einen Stundungsantrag (§ 222 AO) bewusst kurz vor Ende der Zahlungsfrist stellen, auch wenn Sie wissen, dass der Antrag abgeschmettert wird.

Wenn nun der Bearbeiter den Stundungsantrag wie von Ihnen erwartet ablehnt, muss er Ihnen einen neuen Zahlungstermin nennen. Dieser neue Zahlungstermin muss mindestens eine Woche nach Zugang des ablehnenden Stundungsbescheids liegen. Nun können Sie sich denken, wie lange es dauern kann, bis der ablehnende Stundungsbescheid in Ihrem Briefkasten liegt. Darüber können zwei bis drei Wochen vergehen. Dann haben Sie aber noch eine weitere Woche, bis Sie zahlen müssen.

Aber aufgepasst! Der Computer im Finanzamt weiß von Ihrem Stundungsantrag zunächst noch nichts, mahnt also die ausstehende Steuerforderung an und berechnet auch gleich Säumniszuschläge. Stellen Sie deshalb sofort einen Antrag auf Erlass der Säumniszuschläge mit der Begründung: »Ich habe vor Fälligkeit einen Stundungsantrag gestellt, und dieser wurde nach Fälligkeit abgelehnt. Die neue Zahlungsfrist habe ich eingehalten«. Dann müssen Ihnen die Säumniszuschläge erlassen werden (Erlass NRW vom 02. 01. 1984 - S 0480 - I VA 1).

Quelle: § 222, § 240 AO