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Tipp 70 Verlustabzug: Verschenken Sie keine Verluste

Hauptvordruck Zeilen 2, 94 und 95 

Der Abzug von Verlusten nimmt im Steuerrecht einen breiten Raum ein. Hier das Grundsätzliche:

Verluste werden bei der Einkommensteuer im Rahmen des Verlustausgleichs oder der Verlustabzugs berücksichtigt.

⇒   Verlustausgleich

Verlustausgleich ist der Ausgleich von positiven und negativen Einkünften innerhalb eines Jahres (§ 2 Abs. 3 EStG). Der Verlustausgleich geschieht automatisch im Rahmen der Veranlagung, erfährt indessen einige Einschränkungen. So dürfen Verluste aus Kapitalvermögen nicht mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden. Desgleichen dürfen Verluste aus Aktienverkäufen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen ausgeglichen werden (§ 20 Abs. 6 EStG). Ferner dürfen Verluste aus privaten Spekulationsgeschäften nur mit Gewinnen aus Spekulationsgeschäften ausgeglichen werden (§ 23 Abs. 3 EStG). Der Ausgleich von Verlusten im Ausland wird durch § 2 a EStG eingeschränkt.

⇒   Verlustabzug

Sind die Verluste eines Kalenderjahres höher als die positiven Einkünfte, wird der verbleibende Verlust automatisch mit positiven Einkünften des Vorjahres verrechnet (Verlustrücktrag). Hierfür ist von Ihnen keine Eintragung erforderlich.

Sofern die Verluste nicht oder nicht ganz mit positiven Einkünften des Vorjahres verrechnet werden konnten, wird der verbleibende Verlust vom Finanzamt gesondert festgestellt und auf Antrag in den folgenden Kalenderjahren im Wege des Verlustvortrags abgezogen (§ 10d EStG).

Wie Sie dies in der Steuererklärung auf den Weg bringen, dazu folgendes:

Hauptvordruck Zeile 80 - Verbleibender Verlustvortrag

Wurde für Sie oder für Ihren Ehepartner zum 31.12.2016 ein verbleibender Verlustvortrag festgestellt, kreuzen Sie in > Zeile 94 des Hauptvordrucks das entsprechende Auswahlfeld an. Der Verlustvortrag wird dann automatisch vom Finanzamt bei der Veranlagung für 2017 berücksichtigt.

Hauptvordruck Zeile 95 – Antrag auf Beschränkung des Verlustrücktrags

Der Verlustrücktrag nach 2016 für nicht ausgeglichene Verluste 2017 kann der Höhe nach beschränkt werden. Falls Sie den Verlustrücktrag der Höhe nach beschränken möchten, geben Sie in > Zeile 95 an, mit welchem Betrag die Verluste zurückgetragen werden sollen. Durch die Beschränkung des Verlustrücktrags können Sie erreichen, dass Verluste nur insoweit zurückgetragen werden, als sie sich steuerlich auswirken.

Zur Beschränkung des Verlustabzugs mehr im Beispiel 1 unten.

Sollen die Verluste nur in künftigen Jahren berücksichtigt werden, weil sie sich durch Rücktrag ins Vorjahr steuerlich nicht auswirken, beantragen Sie den Verlustvortrag, indem Sie in  Zeile 95 eine 0.- € eintragen.

Nochmals: Den Verlustvortrag beantragen Sie, indem Sie in > Zeile 95 des Hauptvordrucks 0.- € eintragen.

Quelle: § 10d EStG