Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.12 Die kleine Steufa / Flankenschutzfahnder

Steuerfahndung

→ Flankenschutzfahnder

Der Flankenschutz ist eine Einrichtung im Rahmen der aktuellen am Risiko orientierten Arbeitsweise der Finanzämter.

Die stereotypischen Veranlagungsfälle werden ohne nähere Prüfung abgewickelt (durchgeschleust, programmgesteuert erledigt). A-typische Fälle werden indessen nach bestimmten Kriterien herausgepickt und personell überprüft (lt. Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens / Risikomanagement-System).

Die Überprüfung dieser Fälle übernimmt ein zentraler Sachverhaltsermittler, der bei einem Anfangsverdacht auf Steuerverkürzung einen „Flankenschutzfahnder“ hinzuziehen kann. Der Flankenschutzfahnder arbeitet als „Kleine Steufa“ mit dem Sachverhaltsermittler unter einem Dach, vielfach sogar in ein und demselben Arbeitszimmer.

Aufgabe des Sachverhaltsermittlers ist die Unterstützung der Veranlagungsbezirke im Finanzamt bei der Ermittlung von Besteuerungsgrundlagen in risikogeneigten Bereichen. Dies kann z. B. durch Ermittlungen vor Ort (§§ 98, 99 AO), durch Auswertung von Kontrollmitteilungen, Kontenabfragen, Internetrecherchen, Auskunftsersuchen oder Buchführungsauswertungen geschehen.

Neben den Sachverhaltsermittler tritt der Flankenschutzfahnder. Letzterer  ist ein Steuerfahndungsbeamter, der personell zu einem Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung / STRAFA – FA oder einer Steuerfahndungsstelle gehört.

Nach dem Konzept des Flankenschutzes arbeiten Sachverhaltsermittler und Flankenschutzfahnder im Besteuerungsverfahren eng zusammen, was durch Nutzung eines gemeinsamen Arbeitszimmers gefördert wird. Der Flankenschutzfahnder ist insbesondere für Ermittlungen zuständig, wenn gegen einen Steuerpflichtigen ein Anfangsverdacht auf Steuerverkürzung besteht (§ 152 Abs. 2 StPO).

Bei dessen Ermittlungen ergibt sich dann oft eine Überrumpelungssituation, die Missfallen auslöst. Dazu mehr im Beitrag Spontanbesuch.