Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.1.1 Verheiratet seit....Güterstände Zeile 18

Ehepartner, die beide unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, können zwischen der Zusammenveranlagung und der Einzelveranlagung) wählen (§ 26 Abs. 1 EStG). Dies geschieht durch Ankreuzen in Zeile 29. Mit der Zusammenveranlagung ist der Splittingtarif verbunden (§ 32a Abs. 5 EStG).

Hauptvordruck

 

♦   Splittingtarif - ein Tag verheiratet genügt

Der Splittingtarif steht Ihnen bereits zu, wenn Sie nur einen Tag im Kalenderjahr verheiratet sind (§ 26 Abs. 1 EStG). Dies bedeutet: Lässt sich ein Paar kurz vor Sylvester trauen, gilt dies steuerlich so, als wären sie im ganzen Jahr verheiratet gewesen.

Hauptvordruck

Das Paar erhält also den Splittingtarif für das ganze Kalenderjahr. Der Splittingvorteil ist besonders hoch, wenn ein Ehepartner keine oder nur geringe Einkünfte bezogen hat.

Die Ehepartner müssen dazu in der Steuererklärung lediglich im Hauptformular die Zusammenveranlagung ankreuzen und eine gemeinsame Adresse angeben, schon ist alles geritzt. Denn für die Zusammenveranlagung ist lediglich maßgebend, dass die Ehe zu Beginn des Jahres bestanden hat oder im Laufe des Jahres eingegangen wurde.

Als Arbeitnehmer können Sie sich den Splittingvorteil gleich nach der Hochzeit sichern, indem Sie beim Finanzamt entweder die Steuerklassenkombination III / V oder IV / IV beantragen.

  • Trennungsjahr mit Splittingtarif

Geht eine Ehepartnerschaft in die Brüche, können beide Partner den Splittingvorteil noch einmal im Jahr der Trennung wählen, weil sie zu Beginn des Jahres verheiratet waren und zu Beginn des Jahres nicht dauernd getrennt gelebt haben.

Hauptvordruck

♦   Lohnt sich Heiraten wegen der Steuer?

Ein steuerlicher Vorteil kann bei Zusammenveranlagung eintreten, wenn die Einkünfte beider Partner unterschiedlich hoch sind. Beziehen indessen beide in etwa gleich hohe Einkünfte, ist der Steuervorteil gleich Null. 

Dazu mehr: ? Suchen anklicken und den Begriff >Einkommensteuertarif< eintragen 

⇒   Traut Euch aus anderen Gründen!

Bürgerlichrechtliche und steuerrechtliche Vorteile sind gute Argumente für eine Eheschließung. Eine Ehe sichert den Partner finanziell ab, während der Ehe, aber auch bei Tod des Partners durch Witwenrente, verbunden mit hohen Freibeträgen bei der Erbschaftsteuer.

⇒    Die ehelichen Güterstände

Durch Eheschließung entstehen zwischen den Ehepartnern auch vermögensrechtliche Beziehungen, die im ehelichen Güterrecht in Form von bestimmten Güterständen geregelt sind. Die Ehegatten können es bei dem gesetzlichen Güterstand der „Zugewinngemeinschaft“ belassen oder einen der beiden Wahlgüterstände „Gütertrennung“ oder „Gütergemeinschaft“ wählen (§ 1408 BGB).

♦   Zugewinngemeinschaft

Die Zugewinngemeinschaft ist eine Unterart der Gütertrennung im BGB, weil die Ehepartner ihr Vermögen getrennt verwalten. Zugleich ist die Zugewinngemeinschaft der gesetzliche Güterstand. Bei Auflösung der Ehe durch Tod oder Scheidung wird jedoch ein Zugewinnausgleich durchgeführt (§ 1363 BGB).

Die Zugewinngemeinschaft tritt bei einer Heirat automatisch per Gesetz in Kraft, wenn die Ehepartner nicht durch einen Vertrag eine andere Vereinbarung getroffen haben.

  • Zugewinnausgleich

Bei Tod oder Scheidung wird das während der Ehezeit hinzugewonnene Vermögen = Zugewinn zu gleichen Teilen auf beide Partner aufgeteilt. Dabei werden das Anfangsvermögen und das Endvermögen der Ehepartner gegenübergestellt. Die Differenz wird ausgeglichen.

In der Zugewinngemeinschaft verwalten die Ehepartner ihr Vermögen zwar allein, unterliegen dabei jedoch gewissen Verfügungsverboten (§ 1364, § 1365, § 1369 BGB). Verfügt ein Ehepartner allein bzw. einseitig über sein Vermögen, obwohl diese Verfügung laut Gesetz der Zustimmung des anderen Partners bedarf, so hängt ihre Wirksamkeit von dessen Genehmigung ab. Verweigert der andere Partner die Genehmigung, kann er im eigenen Namen einen Anspruch auf Rückgabe des mittlerweile fremden Eigentums geltend machen.

Ausgleichsforderung 

Übersteigt der Zugewinn des einen Ehegatten den Zugewinn des anderen, so steht die Hälfte des Überschusses dem anderen Ehegatten als Ausgleichsforderung zu (§ 1378 BGB). 

  • Versorgungsausgleich

Der Ausgleich bestimmter Anrechte auf Versorgung im Alter ist im Versorgungsausgleichsgesetz (VersAusglG) gesondert geregelt. Im Versorgungsausgleich sind die in der Ehezeit erworbenen Anteile von Anrechten (Ehezeitanteile) ebenfalls jeweils zur Hälfte zwischen den geschiedenen Ehepartnern zu teilen (§ 1 VersAusglG).

Anrechte im Sinne des VersAusglG sind bestehende Anwartschaften und Ansprüche auf laufende Versorgungen insbesondere aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus der Beamtenversorgung oder der berufsständischen Versorgung, aus der betrieblichen Altersversorgung oder aus der privaten Alters- und Invaliditätsvorsorge (§ 2 VersAusglG).

Über den Versorgungsausgleich wird vom Familiengericht - im Rahmen der Scheidung - entschieden.  (§ 1378 BGB) ab.

  • Haftung als Bürge?

Ehepartner haften auch nicht für die Schulden, die der andere macht, es sei denn, sie haben für die Schulden des Ehepartners gebürgt, was vielfach auf drängen der Bank vorkommt, die damit zusätzlich einen Kredit absichern will. Für die Schulden des Ehepartners zu bürgen sollte allerdings gründlich überlegt sein, denn die Bürgschaftsverpflichtung besteht nach Auflösung der Ehe fort. 

♦   Gütergemeinschaft 

Für die Gütergemeinschaft ist prägend, dass das Vermögen der beiden Partner grundsätzlich gemeinschaftliches Vermögen der beteiligten Partner ist, führt also zu Gesamtgut der Ehepartner. Für diesen Güterstand interessiert sich der Fiskus deshalb besonders, weil die Ehepartner in diesem Güterstand auch gemeinsame Einkünfte haben können.

Wurde zwischen Ehepartnern die Gütergemeinschaft vereinbart und gehört zum Vermögen eines der Ehepartner ein Gewerbebetrieb, werden die Ehepartner Mitunternehmer dieses Betriebs (BFH Urteil vom 04.11.1997 - VIII R 18/95). Arbeitsverträge zwischen den Ehepartnern werden dann nicht mehr anerkannt.

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