Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.4.6 Ambulante Pflege durch Minijobber Zeile 32

Anlage Außergew. Belastungen

Pflegebedürftige können selbst darüber entscheiden, wie und von wem sie gepflegt werden. Die Pflegeversicherung unterstützt Sie deshalb auch, wenn Sie sich dafür entscheiden, statt im Heim von einem ambulanten Pflegedienst, von Angehörigen, Freunden oder anderen ehrenamtlich Tätigen versorgt zu werden. Hierfür zahlt Ihnen die Pflegeversicherung das sogenannte Pflegegeld.

Tritt der Pflegefall ein, haben Sie die Wahl: Sie können sich für Pflegesachleistungen entscheiden. Das sind zum Beispiel Pflegeeinsätze zugelassener ambulanter Pflegedienste oder Geldleistungen wie das Pflegegeld in Anspruch nehmen, das Ihnen von der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen ausgezahlt wird. Das Pflegegeld ist nach § 3 Nr. 1a steuerfrei. Mit dem Pflegegeld können Sie einen Angehörigen entschädigen, der Sie persönlich pflegt. 

  • Haushaltsnahe Aufwendungen nachrangig

Auch wenn die Pflegekosten die Voraussetzungen für den Abzug als haushaltsnahe Aufwendungen erfüllen (Anlage 35a), hat im Pflegefall bei einem Pflegegrad 1-5 zunächst der Ansatz als außergewöhnliche Belastungen (Zeile 14) Vorrang

Für den Teil der haushaltsnahen Pflegekosten, der durch den Ansatz der zumutbaren Belastung nicht als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt wird, können Sie in der Anlage 35a die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse / Dienstleistungen beantragen.

Beispiel:

Steuerzahler A erhält von der Pflegeversicherung ein Pflegegeld nach Pflegegrad 2. In seinem Haushalt beschäftigt er eine Haushaltshilfe im Minijob.

Das monatliche Salär für die Haushaltshilfe beträgt 400 €. Der Steuerzahler hat zusätzlich an die Mini-Job-Zentrale Abgaben in Höhe von 39.20 € zu leisten. Die Aufwendungen im Kalenderjahr betragen somit 5.271 €. Insgesamt hat der Steuerzahler außergewöhnliche Aufwendungen in Höhe 12.670 €, von denen seine Versicherung 8.200 € erstattet hat. Nur der Rest ist als außergewöhnliche Belastung absetzbar.

  • Haushaltsnahe Aufwendungen

Steuerzahler A weiß, dass von dem Teil seiner Krankheits- und Pflegekosten, die er getragen hat, noch die zumutbare Belastung abgezogen wird. Die zumutbare Belastung wird indessen zum Teil als haushaltsnahe Dienstleistung berücksichtigt, wenn er in Zeile 36 der Anlage Außergewöhnliche Belastungen die Aufwendungen für Pflegeleistungen = 5.271 € angegeben hat.

Beträgt die zumutbare Belastung / der Eigenanteil angenommen 2.100 €, erhält A eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG (Abzug von der Steuerschuld) in Höhe von 20 % von 2.100 € (max. 510 €), = 410 €. 

Der Steuerpflichtige trägt ein:

 Anlage Außergew. Belastungen

Das Finanzamt berücksichtigt von dem Betrag in Zeile 36 lediglich die zumutbare Belastung, im  vorliegenden Fall 2.100 €.

02.22