Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.1 MEIN ELSTER ®

Einkommensteuererklärung 

⇒   MEIN ELSTER® 

Das Dienstleistungsportal der Steuerverwaltung für die Abgabe von Steuererklärungen nennt sich MEIN ELSTER®. Bei MEIN ELSTER (www.elster.de) füllen Sie Ihre Steuer-Erklärung am Computer aus. Vom Computer aus versenden Sie Ihre Steuer-Erklärung direkt an das Finanzamt.

 

♦   Aus und vorbei

Hauptvordruck alt 

 

Mit dem Ausfüllen der gewohnten grünen Formulare am Bildschirm ist es indessen vorbei. Die Steuererklärung wird auf weißem Hintergrund ausgefüllt. Die grünen Formulare gibt es nur noch in Papierform für die Abgabe der Steuererklärung per Hand. 

 

Aufbau der Steuerformulare und Nummerierung der Zeilen haben sich indessen nicht geändert,  

wohl aber, dass Sie gezwungen werden, das ganze jeweilige Formular durchzublättern und damit dessen Inhalt zur Kenntnis zu nehmen. 

 

Sie werden Zeile für Zeile durch die Formulare geführt, aber jetzt auf weißem Hintergrund.

Hauptvordruck neu

 

♦   HELFER IN STEUERSACHEN - an Ihrer Seite

 

Während Sie die Steuerformulare am Computer ausfüllen, lesen Sie - einen Klick entfernt - im HELFER IN STEUERSACHEN nach, was Sie zu der jeweiligen Formularzeile wissen müssen, mit Tipps und Berechnungsbeispielen.

♦   Benutzerkonto ab 2020

Wer für 2020 und die folgenden Jahre eine Steuererklärung online abgibt, muss registriert sein oder sich vorher registrieren lassen. Dann wird beim Finanzamt für Sie ein Benutzerkonto geführt.

Für die Einrichtung des Benutzerkontos gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste Möglichkeit ist: Sie entscheiden sich für die Einrichtung in Form einer Zertifikatsdatei. Dies empfiehlt sich für Privatpersonen, die nur einmal im Jahr eine Steuererklärung abgeben. 

  • Benutzerkonto erstellen, erfolgreich einloggen

Eine anschauliche Anleitung zur Registrierung und Einrichtung eines Benutzerkontos finden Sie unter www.elster.de/eportal/start.

Das Einzige, was Sie für die Einrichtung benötigen ist eine eigene E-Mail-Adresse.

Für Ihre Steuererklärung rufen Sie danach elster.de auf und loggen sich ein mit Durchsuchen und Ihrem Passwort.

Glossar: Passwort vergeben

Hans Kaiser ist schon altersbedingt etwas vergesslich. Seine Passwörter kann er sich aber noch gut merken. Seine Methode, die er Niemandem verrät: Alle Passwörter beginnen mit den ersten drei Buchstaben seines Vor- und Nachnamens, gefolgt von den ersten drei Buchstaben der jeweiligen Adresse und seinem Geburtsjahr. Das Passwort für das Benutzerkonto beim Finanzamt kann also nur lauten: HanKaiFin1948. 

♦   Online-Steuererklärung ausfüllen

Die gewohnten Steuerformulare sind passe.

  • Nachteil: Sie füllen von Anfang bis Ende "weiße" Steuererklärungsformulare aus, ohne dass Sie Gelegenheit haben, sich das jeweilige Formular vorher in Gänze anschauen zu können.

Sie kommen auch im Formular nicht weiter, ohne sich alle Fragen im Formular anzusehen, es geht nur seitenweise voran. 

  • Vorteil: Man zwingt Sie, das Formular durchzulesen, auch ausdrücklich gestellte Fragen zur Kenntnis nehmen. Alles andere, was für Sie steuerlich wichtig ist, müssen Sie aber nicht wissen. 

Dies bedeutet: Haben Sie bei Abgabe der Steuererklärung eine Abzugsmöglichkeit nicht wahrgenommen, von der weder in dem jeweiligen Formular noch in der Amtlichen Anleitung dazu etwas steht, können Sie nachträglich, auch nach Rechtskraft des Bescheides, noch eine berichtigte Steuererklärung abgeben oder Einspruch einlegen und z. B. zusätzlich abzugsfähige Kosten nachschieben. Dies gilt in allen Fällen, sofern Sie nicht "grob fahrlässig" gehandelt haben (BFH Urteil vom 29.06.1984 - VI R 181/80). Eine Ausnahme besteht nur für Personen, die sich im Steuerrecht auskennen bzw. steuerlich vorgebildet sind.

Sind Sie auf dem Gebiet des Steuerrechts tätig oder hierfür vorgebildet, gilt dies somit nicht (BFH Urteil vom 10.8.1988 – IX R 219/84).

Im Streitfall ging es um die Frage, ob ein Steuerpflichtiger, der sich im Steuerrecht nicht auskennt, Schuldzinsen für ein Baudarlehn zur Errichtung eines Mietwohnhauses nachträglich - nach Rechtskraft des Steuerbescheides - noch geltend machen kann. Die Besonderheit bestand im Streitfall darin, dass die Schuldzinsen vor Beginn der Vermietung - in der Bauphase des Gebäudes - angefallen waren und der Bauherr der Ansicht war, Zinsen vor Beginn der Vermietung seien wegen fehlender Einnahmen nicht abzugsfähig. 

Erst nach Rechtskraft des Steuerbescheides hat er von der Abzugsfähigkeit solcher Zinsen - als vorweggenommene Werbungskosten - Kenntnis erlangt (R 21.2 Abs. 3 EStR).

Lt. BFH kann der Kläger die Schuldzinsen noch nachträglich durch Abgabe einer berichtigten Steuererklärung oder Einspruch geltend machen. 

Ein Steuerpflichtiger handele angesichts der Kompliziertheit und des Umfangs der steuerrechtlichen Bestimmungen nicht „grob fahrlässig“, wenn er das Einkommensteuererklärungsformular und den dazu gehörigen Erläuterungstext "gewissenhaft durchgelesen und nicht versäumt hat, alle Fragen zu beantworten". Er müsse indessen nicht alle Regelungen bis ins einzelne zu beachten. Dies sei nur von Personen zu erwarten, die auf dem Gebiet des Steuerrechts tätig oder hierfür vorgebildet seien, so die Richter beim BFH.

ʘ 11.06.2021