Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

2.0 Steuererklärung mit Elster

Meine Steuererklärung 

⇒  Steuererklärung mit Elster 

Das kostenlose Dienstleistungsportal der Steuerverwaltung für die Abgabe von Steuererklärungen nennt sich ELSTER ® (§ 150 Abs. 6 AO).

♦   Elster - Benutzerkonto erstellen

Zunächst müssen Sie sich bei ELSTER registrieren und ein Benutzerkonto einrichten. Ein Zertifikat macht die nach § 150 AO vorgesehene eigenhändige Unterschrift überflüssig. Für die Einrichtung des Benutzerkontos benötigen ist eine E-Mail-Adresse. Der Freischalt-Code zum Benutzerkonto kommt per E-Mail und zusätzlich per Post.

Nach der Registrierung rufen Sie  elster.de auf und loggen sich mit Ihrem Passwort.

  • Glossar: Passwort merken

Hans Kaiser ist altersbedingt etwas vergesslich. Seine Passwörter kann er sich aber gut merken. Denn alle seine Passwörter beginnen mit den ersten drei Buchstaben seines Vor- und Nachnamens, gefolgt von den ersten drei Buchstaben der jeweiligen Adresse und seinem Geburtsjahr. Das Passwort für das Benutzerkonto beim Finanzamt kann also nur lauten: HanKaiFin1948. 

Eine anschauliche Anleitung zur Registrierung und Einrichtung eines Benutzerkontos finden Sie unter www.elster.de/eportal/start.

♦   Programme gewerblicher Anbieter

Auch die Programme der gewerblichen Anbieter haben sich in der Praxis bewährt. Wer bereits im Vorjahr eine Steuererklärung abgegeben hat, sollte indessen besser ELSTER nutzen. Durch die Abgabe bei ELSTER im sog. Formular-Modus ist die Fehleranfälligkeit geringer. Dazu unten mehr. 

 

Wer seine Steuererklärung online abgeben möchte, muss ohnehin - so oder so - Elster.de aufsuchen, um dort ein Konto einzurichten. Denn auch die gewerblichen Steuerprogramme laufen über eine Elster-Schnittstelle. Das dafür benötigte Zertifikat / Benutzerkonto weist die legitimierte Person aus und gilt als elektronische Unterschrift. Die elektronische Unterschrift wird beim Erstellen eines Elster-Benutzerkontos, der Zertifizierung, generiert. 

♦   Formular-Modus oder Interview-Modus

Während bei ELSTER ® die Steuerformulare im sogenannten "Formular-Modus" direkt am Bildschirm ausgefüllt werden, müssen Sie bei den meisten gewerblichen Programmen Ihre Angaben im so genannten „Interview-Modus“ machen, d. h. Ihnen werden Fragen gestellt, die Sie beantworten. Aus Ihren Antworten entwickelt das Programm Ihre Steuererklärung. Bei komplexen Sachverhalten - mit falschen Antworten - kann die Erstellung im Interview-Modus indessen leicht zu falschen Ergebnissen führen.

Hauptvordruck neu

Sie werden Zeile für Zeile durch die Formulare geführt, neuerdings auf weißem Hintergrund.

 

♦   HELFER IN STEUERSACHEN - an Ihrer Seite 

 

Während Sie die Steuerformulare am Computer ausfüllen, lesen Sie - einen Click mit der Maustaste entfernt - im HELFER IN STEUERSACHEN nach, was Sie zu der jeweiligen Formularzeile wissen müssen, mit Tipps und Berechnungsbeispielen, einfach genial.

 

♦   Online-Steuererklärung ausfüllen

Die gewohnten Steuerformulare sind passe. Neuerdings zwingt man Sie, das Formular vollständig  durchzublättern und dabei gestellte Fragen zur Kenntnis nehmen. 

Dies bedeutet: Haben Sie bei Abgabe der Steuererklärung eine Abzugsmöglichkeit nicht wahrgenommen, von der weder in dem jeweiligen Formular noch in der Amtlichen Anleitung dazu etwas steht, können Sie nachträglich, auch nach Rechtskraft des Bescheides, noch eine berichtigte Steuererklärung abgeben oder Einspruch einlegen und z. B. zusätzlich abzugsfähige Kosten nachschieben. Dies gilt in allen Fällen, sofern Sie nicht "grob fahrlässig" gehandelt haben (BFH Urteil vom 29.06.1984 - VI R 181/80).

Eine Ausnahme besteht nur für Personen, die sich im Steuerrecht auskennen bzw. steuerlich vorgebildet sind. Sind Sie auf dem Gebiet des Steuerrechts tätig oder hierfür vorgebildet, gilt dies für Sie somit nicht (BFH Urteil vom 10.8.1988 – IX R 219/84).

Im Streitfall ging es um die Frage, ob ein Steuerpflichtiger, der sich im Steuerrecht nicht auskennt, Schuldzinsen für ein Baudarlehn zur Errichtung eines Mietwohnhauses nachträglich - nach Rechtskraft des Steuerbescheides - noch geltend machen kann. Die Besonderheit bestand im Streitfall darin, dass die Schuldzinsen vor Beginn der Vermietung - in der Bauphase des Gebäudes - angefallen waren und der Bauherr der Ansicht war, Zinsen vor Beginn der Vermietung seien wegen fehlender Einnahmen nicht abzugsfähig. 

Erst nach Rechtskraft des Steuerbescheides hat er von der Abzugsfähigkeit solcher Zinsen - als vorweggenommene Werbungskosten - Kenntnis erlangt (R 21.2 Abs. 3 EStR).

Lt. BFH kann der Kläger die Schuldzinsen noch nachträglich durch Abgabe einer berichtigten Steuererklärung oder Einspruch geltend machen. 

Ein Steuerpflichtiger handele angesichts der Kompliziertheit und des Umfangs der steuerrechtlichen Bestimmungen nicht „grob fahrlässig“, wenn er das Einkommensteuererklärungsformular und den dazu gehörigen Erläuterungstext "gewissenhaft durchgelesen und nicht versäumt hat, alle Fragen zu beantworten". Er müsse indessen nicht alle Regelungen bis ins einzelne zu beachten. Dies sei nur von Personen zu erwarten, die auf dem Gebiet des Steuerrechts tätig oder hierfür vorgebildet seien, so die Richter beim BFH.

ʘ 11.06.2021