Helfer in Steuersachen

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1.7 Verspätungszuschlag

Meine Steuererklärung

⇒   Verspätungszuschlag 

Wer seiner Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung nicht oder nicht fristgemäß nachkommt, muss damit rechnen, dass gegen ihn ein Verspätungszuschlag festgesetzt wird. Von der Festsetzung eines Verspätungszuschlags wird abgesehen, wenn der Erklärungspflichtige glaubhaft macht, dass die Verspätung entschuldbar ist; das Verschulden eines Vertreters oder eines Erfüllungsgehilfen ist dem Erklärungspflichtigen zuzurechnen (§ 152 AO)

♦   Praktischer Fall

Heribert Muster lässt seine Einkommensteuererklärung durch einen Angehörigen der Steuerberatenden Berufe / Steuerberater abgeben. Die Unterlagen für die Steuererklärung 2021  gehen im Steuerbüro erst am 10.3.2023 ein, ohne dass dafür besondere Gründe genannt werden.

Der Steuerberater übermittelt am 10.5.2023 die Daten für die Steuererklärung an das Finanzamt. Damit ist die Steuererklärung verspätet abgegeben worden, denn die Abgabefrist für die Steuererklärung 2021 endet mit Ablauf des Monats Februar 2023 (§ 152 Abs. 1 und 2 AO). 

Der Einkommensteuer-Bescheid für den Veranlagungszeitraum 2021 mit einer festgesetzten Einkommensteuer i. H. v. 200.000 € wird dem Steuerberater 1 Monat später am 10.6.2023 per E-Mail übermittelt.

Die Einkommensteuer für den Veranlagungszeitraum 2021 ist im Juni 2023 festgesetzt worden. Danach sind als Verspätungszuschlag 0,25 % der Steuer i. H. v. 200.000 € für 3 Monate (März, April, Mai 2023) festzusetzen.

Ein Ausnahmetatbestand des § 152 Abs. 3 AO ist nicht ersichtlich, insbesondere wurde die Frist für die Abgabe der Steuererklärung wurde nicht nach § 109 verlängert, Steuer nicht auf null Euro oder auf einen negativen Betrag festgesetzt, festgesetzte Steuer übersteigt nicht die Summe der festgesetzten Vorauszahlungen und der anzurechnenden Steuerabzugsbeträge.

Der Verspätungszuschlag beträgt (200.000 € x 0.25 % = 500 € x 3 Monate =) insgesamt 1.500 €.

ʘ 11.06.2021