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Steuern? Mach ich selbst.

2.1.7 Tipp Luxus im Beruf erlaubt?

Allgemeine Steuertipps 

⇒   Luxus im Beruf erlaubt?

Ja, durchaus, so bei der Ausstattung Ihres Arbeitszimmers. Denn viele brauchen etwas Luxus zur Anhebung ihrer Schaffenskraft (so der BFH bei einem Richter im Urteil vom 31.1.1986 – BStBl 1986 II S. 355). Wenn es denn unbedingt teure Antiquitäten sein müssen, mit denen Sie Ihr Arbeitszimmer ausstatten, der BFH hat nichts dagegen. Sie können die Antiquitäten sogar abschreiben, selbst wenn sie im Wert steigen. Auch ein Perserteppich im Arbeitszimmer wird ohne Weiteres anerkannt (BFH Urteil vom 20.08.1986 - I R 29/85).

Einem Professor wurde sein Arbeitszimmer anerkannt, obwohl sich in dem Raum eine Liege (Entspannungsliege) befand (BFH v. 28.09.1990 - VI R 111/87/NV). Bereits im Urteil v. 18. März 1988 VI R 27 / 85 hatte der BFH zum Arbeitszimmer eines Richters ausgeführt, es sei dem Richter unbenommen, statt am Schreibtisch zu sitzen, sich im Liegen auf seine Arbeit zu konzentrieren, Akten zu lesen und Urteile zu diktieren.

♦   Luxuriöse Kraftfahrzeuge

Welches Fahrzeug Sie bei einer Dienstreise nutzen, ob ob einfach oder luxuriös, darauf kommt es beim Finanzamt nicht an, wohl aber auf die Kosten. Fahrzeugkosten werden der Höhe  nach nur anerkannt, soweit sie nach allgemeiner Verkehrsauffassung als angemessen anzusehen sind (§ 4 Abs. 5 Nr. 7 EStG). 

Beispiel: Ferrari eines Tierarztes

So hat das FG Nürnberg einem Tierarzt die Fahrzeugkosten für einen Ferrari-Sportwagen von 14.12 € je beruflich gefahrenen km auf 1.00 € zusammengestrichen. Der Tierarzt hatte die beruflich gefahrenen km in einem ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuchs nachgewiesen (FG Nürnberg Urteil vom 27.01.2012 - 7 K 966/2009). So ein Pech auch.

Dies bedeutet: Die nachgewiesenen beruflichen Fahrten mit dem Ferrari in km wurden anerkannt, es sind aber nur die km-Kosten für ein normales Fahrzeug abzugsfähig (statt 14.12 € je km nur 1.00 € je km).

Für "Oldtimer" generell:  Das FG Baden-Württemberg vertrat die Auffassung, es handle sich bei Oldtimern um reine Lebensführungskosten und nicht um beruflich veranlasste Kosten (FG Baden-Württemberg Urteil vom 28.02.2011 - 6 K 2473/09). Aber auch hier gilt: Nachgewiesene km für Berufsfahrten werden anerkannt, ohne Nachweis in Höhe von 0.30 € je km (§ 9 Abs. 1 Nr. 4a EStG).