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1.2 Arbeitnehmer-Sparzulage

Hauptvordruck

⇒    Arbeitnehmer-Sparzulage / Zeile 1 und 35

Teile des Arbeitslohns können als vermögenswirksame Leistungen angelegt und durch eine Sparzulage steuerlich gefördert werden. Rechtliche Grundlage ist das Fünfte  Vermögensbildungsgesetz. Den Antrag auf die Arbeitnehmer-Sparzulage stellen Sie in Ihrer Steuererklärung in den Zeilen 1 und 35.

Hauptvordruck

Die Arbeitnehmer-Sparzulage für Ihre >>vermögenswirksamen Leistungen<< erhalten Sie nicht mit Ihrem Steuerbescheid ausgezahlt, sie wird vielmehr vom Finanzamt lediglich festgesetzt. Die Auszahlung erfolgt erst später, wenn die Festlegungsfrist abgelaufen ist.

♦  Arbeitnehmer-Sparzulage im Detail

Die Arbeitnehmer-Sparzulage ist in Deutschland eine staatlich gewährte Geldzulage zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer. Sie ist eine staatliche Subvention für vermögenswirksame Leistungen, also Geldleistungen, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer anlegt. Auch vermögenswirksam angelegte Teile des Arbeitslohns sind vermögenswirksame Leistungen.  

  • Allgemeines zur Arbeitnehmer-Sparzulage

Die Arbeitnehmer-Sparzulage ist die staatliche Förderung der Vermögensbildung von Arbeitnehmern auf der Grundlage der Regelung des Fünften Vermögensbildungsgesetzes (5. VermBG). Dies gilt für Arbeitnehmer, Beamte, Richter und Soldaten.

Die Arbeitnehmer-Sparzulage wird auf Antrag durch das für die Besteuerung des Arbeitnehmers zuständige Wohnsitzfinanzamt festgesetzt. Die Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage ist regelmäßig mit der Einkommensteuererklärung zu beantragen. Die festzusetzende Arbeitnehmer-Sparzulage wird auf den nächsten vollen Euro-Betrag aufgerundet.

Höhe der Arbeitnehmer-Sparzulage

Die Arbeitnehmer-Sparzulage beträgt:

  • für Beteiligungen am Produktivkapital 20 Prozent der so angelegten vermögenswirksamen Leistungen, soweit diese 400 Euro jährlich nicht überschreiten,
  • für die Anlage in Bausparverträgen und bei wohnungswirtschaftlichen Verwendungen 9 Prozent der so angelegten vermögenswirksamen Leistungen, soweit diese 470 Euro jährlich nicht überschreiten.

Werden beide Anlageformen bedient, beträgt die Arbeitnehmer-Sparzulage bei zwei Verträgen somit höchstens: 

Angelegt als Produktivkapital                     400 € x 20 %  =     80 €

Angelegt im Bausparvertrag                       470 € x 9  % =       43 €  

Summe                                                                                    123 €

Einkommensgrenzen

Voraussetzung für die Gewährung der Arbeitnehmer-Sparzulagen ist, dass bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Diese betragen:

  • für in Beteiligungen am Produktivkapital angelegte vermögenswirksame Leistungen 20.000 € bei Ledigen oder getrennt Lebenden bzw. 40.000 € bei zusammenveranlagten Ehepartnern,
  • für die Anlage in Bausparverträgen und eine wohnungswirtschaftliche Verwendung 17.900 € bei Ledigen oder getrennt Lebenden bzw. 35.800 € bei zusammenveranlagten Ehepartnern.

 Maßgeblich ist jeweils das zu versteuernde Einkommen. Bei Einkünften aus Kapitalvermögen und in den Fällen von Freibeträgen für Kinder gibt es Besonderheiten.

Sperrfristen

Die festgesetzte Arbeitnehmer-Sparzulage wird grundsätzlich angesammelt und erst ausgezahlt, wenn:

  • die für die Anlageform geltenden Sperr- und Rückzahlungsfristen abgelaufen sind,
  • vor Ablauf der Frist über die Anlage unschädlich verfügt wird oder
  • der Bausparvertrag, auf den die vermögenswirksamen Leistungen eingezahlt worden sind, zugeteilt wird.Die Arbeitnehmer-Sparzulage wird dann aus den Einnahmen des Staates an Lohnsteuer gezahlt

Beide Förderungen sind nebeneinander möglich.

♦  Tipp

Die Arbeitnehmer-Sparzulage können Sie parallel für bei Anlage-Typen kassieren. Wenn Sie also im laufenden Jahr 400 € in einen Wertpapier-Sparvertrag und 470 € in einen Bausparvertrag einzahlen, erhalten Sie 80 € Sparzulage für den einen und 42.30 € für den anderen Vertrag, zusammen also 122.80 €. Leider gilt in diesem Fall für beide Anlage-Typen die Einkommensgrenze von 17.900 / 35.800 € (Alleinstehende / Ehepartner).

eDaten bei Papierformularen

Die notwendigen Daten (elektronische Vermögensbildungsbescheinigung) werden von Ihrem Anbieter elektronisch an das Finanzamt übermittelt. Bei Neuverträgen (Vertragsabschluss nach dem 25.5.2018) erfolgt eine Datenübermittlung nur, wenn Sie in diese eingewilligt haben. Die bisherige Anlage VL wird nicht mehr ausgestellt.