Helfer in Steuersachen

Steuern? Mach ich selbst.

3.0 Familienstand / Zeile 15

Hauptvordruck Zeile 15

⇒   Familienstand

Angaben zum Familienstand machen nur Verheirate, Verwitwete, Geschiedene und getrennt Lebende. Diese Angaben haben Auswirkungen auf die Einkommensteuer, insbesondere auf die Veranlagungsform und damit auch auf den Tarif. 

Eingetragene Lebenspartnerschaften

Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft i. S. des  LPartG können die Vorschriften über die Ehegattenveranlagung und alle anderen steuerrechtlichen Vorschriften über Ehegatten für sich in Anspruch nehmen (§ 2 Abs. 8 EStG). Die Ausführungen in den folgenden Beiträgen zu Ehegatten ohne Erwähnung der Lebenspartner gelten somit immer auch für Letztere.

 

 

 

 

 

 

⇒   Veranlagung von Ehepartnern

Nach § 26 EStG können unbeschränkt steuerpflichtige Ehepartner, die nicht dauernd getrennt leben, zwischen der Einzelveranlagung nach § 26a EStG und der Zusammenveranlagung nach § 26b EStG wählen. Nur mit der Zusammenveranlagung ist der günstige Splittingtarif verbunden.

Die Wahl für die Veranlagungsform treffen Ehepartner in Zeile 24. In den meisten Fällen ist die Zusammenveranlagung günstiger, weil damit der Splittingtarif verbunden ist. Sie ist insbesondere dann günstiger, wenn einer der Ehepartner keine eigenen Einkünfte bezogen hat. Es gibt indessen Fälle, in denen die Einzelveranlagung günstiger ist.

♦  Zusammenveranlagung (§ 26b EStG)

Ehepartner können oft erheblich Steuern sparen - dem Ehegattensplitting sei Dank - , wenn sie die Zusammenveranlagung wählen (§§ 26b und 32a Abs. 5 EStG). Der Splittingtarif ist auch anzuwenden bei einem verwitweten Steuerzahler für den Veranlagungszeitraum, der dem Kalenderjahr folgt, in dem der Ehepartner verstorben ist (Witwensplitting / § 32a Abs. 6 EStG).

♦  Einzelveranlagung (§ 26a EStG)

Grundform der Einkommensteuerveranlagung ist die Einzelveranlagung. Alleinstehende werden einzeln nach dem Einkommen veranlagt, das sie in diesem Veranlagungszeitraum bezogen haben (§ 25 Abs. 3 EStG). Dabei wird die Grundtabelle angewendet (§ 32a Abs. 1 EStG). Bei Anwendung der Grundtabelle bleibt ein zu versteuerndes Einkommen bis zu 9.408 € (Grundfreibetrag / Wert für 2020) steuerfrei. Für den übersteigenden Teil des zu versteuernden Einkommens beginnt der Steuersatz mit 14 % und erhöht sich stetig bis auf 42 %.

Mehr dazu unter: ? Suchen anklicken und den Begriff Steuertarif eintragen.                       

Die Einzelveranlagung kommt nicht etwa nur für getrennt lebende, sondern auch für zusammenlebende Ehepaare / Paare in Lebensgemeinschaft in Betracht, wenn sie die Einzelveranlagung wählen. Will ein Ehepaar oder ein Paar in Lebensgemeinschaft einzeln veranlagt werden, sind Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und haushaltsnahe Aufwendungen grundsätzlich bei demjenigen zu berücksichtigen, der sie wirtschaftlich getragen hat. Allerdings ist auch auf Antrag die hälftige Aufteilung der Aufwendungen möglich.

  • Wichtiger Hinweis zur Einzelveranlagung:

Nur in wenigen Fällen ist die Einzelveranlagung von Ehepartnern gegenüber deren Zusammenveranlagung von Vorteil. Klarheit kann aber letztlich immer nur eine Kontrollrechnung bringen.

Fälle, in denen die Einzelveranlagung günstiger sein kann:

Fall 1: Steuerfreie Einkünfte eines Partners, z. B. Arbeitslosengeld. Bei der Einzelveranlagung wirkt sich in diesem Fall der Progressionsvorbehalt nicht aus, wenn keine Steuern festgesetzt werden. 

Fall 2: Die Fünftelregelung oder ein ermäßigter Steuersatz anzuwenden ist.

Fall 3: Die Ehegatten-Einzelveranlagung günstiger sein, wenn für einen Teil der Einkünfte eine Tarifermäßigung, die sog. Fünftelregelung oder der ermäßigte Steuersatz, infrage kommen (§ 34 EStG ).

Fall 4: Verlustausgleich / Verlustabzug (§ 10d EStG). Hat ein Ehegatte einen Verlust erlitten und hat der andere Ehegatte nur geringe Einkünfte, kann die Einzelveranlagung günstiger sein.

Beispiel: 

Ehepartner A hat einen Verlust von 50.000 € und der Ehepartner B positive Einkünfte von 20.000 € und ein Einkommen von 15.000 €. Im Falle der Einzelveranlagung zahlt Ehepartner B Einkommensteuer in Höhe von etwa 1.410 €. Dafür können die Ehepartner zwar den Verlustabzug für 50.000 € nicht in Anspruch nehmen. Der Ehepartner A erhält indessen einen Verlustabzug von 50.000 €, der in der gemeinsamen Veranlagung für das Vorjahr oder in den folgenden Jahren ausgeschöpft werden kann.

Fall 5: Hohe Krankheitskosten können im Fall der Einzelveranlagung eher die zumutbare Belastungsgrenze übersteigen.

Quelle: § 32a Abs. 1 und 6 EStG